Lebensmittelmarkt in Bassum

Ausschuss gibt grünes Licht

Der geplante Lebensmittelmarkt hat die nächste Hürde genommen. Bald könnte er an diesem Platz an der Sulinger Straße stehen.
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Der geplante Lebensmittelmarkt hat die nächste Hürde genommen. Bald könnte er an diesem Platz an der Sulinger Straße stehen.

Ein neuer Lebensmittelmarkt für Bassum ist ein Stück näher gerückt. Der Stadtentwicklungsausschuss hat sich hinter das Projekt gestellt und ist voll des Lobes.

Bassum – Es scheint der Anfang vom Ende der „sehr großen Sandkiste“, wie Hermuth Straßburg, Fraktionsvorsitzender des Bürgerblocks, es scherzhaft formulierte. Die Rede ist von der freien Fläche an der Sulinger Straße. Dort soll ein Lebensmittelmarkt mit Vollsortiment im Erd- sowie Wohnungen im Obergeschoss entstehen (wir berichteten). Investor ist Michael Maas.

Dafür sprachen sich die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses auf ihrer Sitzung einstimmig aus.

Zuvor hatte Lukas Krönert von der Planergruppe NWP das Konzept noch einmal vorgestellt. Die Kombination aus Supermarkt und Wohnen sei hervorragend: „Das ist die Mischung, die wir wollen!“ Die Stellplätze sollen vor dem Geschäft entstehen, weswegen die Querstraße ein wenig verlegt werden muss. „Doch sie wird natürlich weiterhin befahrbar sein“, so Krönert. Zudem habe man festgelegt, dass der neue Markt nicht höher werden dürfe als das alte Schulgebäude.

Das freute besonders Helma Schöpe (SPD). „Wir begrüßen, dass die Schule nicht untergeht, und es ist schön, dass der Investor aus Bassum kommt.“ Carsten Leopold (CDU) erklärte, dass seine Fraktion überzeugt sei, dass es an der Zeit ist, die Fläche zu entwickeln und zu bebauen. „Das freut uns und wir hoffen, dass es sich bei den neuen Wohnungen um sozialen Wohnungsraum handelt.“ Christiane Weitzel (Grüne) lobte ebenfalls, dass der Bereich belebt wird, wies aber darauf hin, sich nicht nur auf Parkmöglichkeiten für Autos zu fixieren, sondern stattdessen zum Laufen zu animieren, indem beispielsweise eine Fußgängerzone eingerichtet wird.

Diesen Vorschlag sah Straßburg eher kritisch, da für größere Einkäufe schon das Auto benötigt werde. Für ihn wäre die Ansiedlung des Lebensmittelmarktes der Auftakt für die weitere Entwicklung der Sulinger Straße.

Kein Mischgebiet für Groß Ringmar

In Groß Ringmar brodelt es. Das zumindest war der Eindruck, den der Zuhörer der Ausschussitzung bekommen konnte. Stein des Anstoßes: der Vorschlag der Verwaltung, durch eine Änderung des Flächennutzungsplans ein Mischgebiet möglich zu machen. Dieser wurde am Ende mit neun Gegenstimmen und einer Enthaltung abgeschmettert. Einigkeit herrschte hingegen darin, dass an einer anderen Stelle ein Wohngebiet entstehen kann. Die beiden Bereiche in Groß Ringmar sind schon länger Gegenstand von Diskussionen. Bei dem einen handelt es sich um eine Fläche in Form eines Dreiecks in der Nähe des Feuerwehrhauses. Dort soll laut dem Plan ein Gebiet möglich sein, wo hauptsächlich Wohnungen entstehen.

Diese Idee findet bei den Ringmarern Anklang, ließ Ausschussvorsitzender und Ortsvorsteher Andre Bartels durchblicken. In seiner Vorstellung könnten sich dort junge Familien aus dem Ort niederlassen. So werde eine Perspektive für die nächste Generation geschaffen.

Mit dem zweiten Bereich tun sich Bartels und offenbar auch viele weitere Anwohner wesentlich schwerer. Planer Michael Meier von NWP stellte die Rückmeldungen nach der öffentlichen Auslegung der Pläne vor. Anwohner fürchteten unter anderem um die Entwicklungsfähigkeit der Landwirtschaft, Konflikte mit Neubürgern, Strukturveränderungen – und dass die familiäre Atmosphäre des Ortes verloren gehe. Zudem sei der Plan überflüssig, weil ohnehin kaum Wohnentwicklung in dem Bereich möglich sei.

Mischgebiet schlägt hohe Wellen

Warum ist das so? Kreienhop erklärt: „Ursprünglich war das Gebiet auch als Wohngebiet geplant. Aber nach einem Gutachten zu der Beeinträchtigung durch Geruchs-Emissionen wurde klar, dass die Werte dafür zu hoch waren. Darum schlugen wir ein Mischgebiet vor, bei dem aber dann auch ganz genau geschaut werden müsste, wo was gebaut werden kann.“

Dass dieses Mischgebiet bei den Bürgern hohe Wellen schlägt, wurde schon darin deutlich, dass vor der Diskussion im Ausschuss sowohl Kreienhop als auch Bartels versuchten, die Emotionen herunterzukochen. „Es gab den Vorwurf, dass hier etwas abgesprochen sei. Das ist nicht der Fall“, versicherte Kreienhop. „Diese Fläche ist Gegenstand von Emotionen, und wir können nicht alle Differenzen lösen. Aber wir sehen darin eine Chance für Ringmar. Und eine Änderung des Flächennutzungsplans heißt nicht, Baurecht zu schaffen. Er soll nur zeigen, wo die Reise hingeht.“

„Bringt Ringmar nicht voran“

Für den ersten Bereich geht die Reise auch weiter. Quasi – um im Bild zu bleiben – zum nächsten Bahnhof, also ins nächste Gremium. Der zweite wird hingegen aufs Abstellgleis geschoben. Denn nachdem Bartels erklärt hatte, dass er sich von persönlichen Bewegungen frei mache und allein Ringmars Interessen vertreten wolle, sprach er sich gegen das Mischgebiet aus: „In der geplanten Größe sollten wir das nicht weiter verfolgen.“ Seine Ausschusskollegen folgten ihm.

„Bei diesem Bereich geht es um die Gewinnmaximierung eines Einzelnen“, sagte Helma Schöpe, die auch kritisierte, dass das Mischgebiet innerhalb von vier Wochen „aus dem Hut gezaubert“ worden sei.

Ihre Fraktionskollegin Bärbel Ehrich äußerte Zweifel, ob das in der Form überhaupt rechtmäßig gewesen sei, zwei Bereiche so zusammenzufassen.

Hermuth Straßburg erklärte, dass die Einwände der Anwohner ihn zu der Erkenntnis gebracht hätten, dass das Mischgebiet nicht geeignet sei, um Ringmar voranzubringen.

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