Zugang zu Bus und Bahn spürbar verbessern: Landkreis will Städte und Gemeinden fördern

Großes Rad für kleine Rädchen

123 von Bassum nach Sulingen: Die gleichnamige Linie fährt im Stundentakt.
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123 von Bassum nach Sulingen: Die gleichnamige Linie fährt im Stundentakt.

Landkreis Diepholz – Mit nur einer Ausnahme sind die Kommunen des Landkreises Diepholz im Stundentakt per Bahn oder Bus an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angeschlossen – ein weißer Fleck klafft nur in Wagenfeld. Aber: Im Flächenlandkreis fehlt es an Zubringern, damit möglichst viele Dorfbewohner Bus oder Bahn im Stundentakt überhaupt erreichen können. Laut Kreisverwaltung gibt es in nur einigen Gemeinden selbst finanzierte innerörtliche Verkehrsangebote.

Kleine Rädchen mit großer Wirkung will jetzt die Kreisverwaltung auf den Weg bringen. Sie hatte schon im Schulausschuss im September ihr Konzept dafür vorgestellt. Damals war das Papier mit großer Mehrheit und auf Antrag von Stephan Kawemeyer (CDU), Kreistagsabgeordneter aus Wagenfeld, vertagt worden. Morgen will sich das Gremium während seiner Sitzung in Bassum erneut mit dem Konzept befassen – bildlich gesprochen also ein großes Rad für kleine Rädchen drehen: Es geht um 750 000 Euro pro Jahr.

Die Chancen, dass die Kreispolitiker dieses Geld den Städten und Gemeinden für bessere Verkehrsanbindungen bereitstellen, stehen gut. Denn der Beschlussvorschlag ist positiv formuliert. Demnach soll das Geld für die Verbesserungen im kommenden Haushaltsplan bereitgestellt werden – für ein Förderprogramm zur Fortentwicklung des ÖPNV.

Daraus können die Kommunen Geld für die innerörtliche Erschließung erhalten – zum Beispiel für bedarfsgesteuerte Systeme wie ALT (Anruflinientaxi) und AST (Anrufsammeltaxi), aber auch für die Förderung von Bürgerbussen oder die Erweiterung des Linienverkehrs.

Der Landkreis will dafür zwar einen finanziellen Anreiz bieten, aber die Kommunen müssen auch selbst ihren Beitrag leisten. Im neuen Programm will der Landkreis „eine Förderung in Höhe von bis zu 50 Prozent des verbleibenden Defizits des betreffenden Vorhabens“ zur Verfügung stellen. Die Förderung soll auf 50 000 Euro pro Kommune und Jahr begrenzt werden, daraus ergibt sich die Gesamtsumme von 750 000 Euro pro Jahr.

Damit die Städte, Gemeinden und Samtgemeinden die Anbindungen immer weiter verbessern können, soll das Programm fünf Jahre laufen. In jedem Fall notwendig: eine Anbindung an die Regionalbuslinien oder an die Bahn sowie an die Konzepte des Verkehrsverbunds Bremen-Niedersachsen (VBN) und dessen Zweckverbands (ZVBN).

„Förderfähig sind auch bereits bestehende Angebote“, teilt die Kreisverwaltung zu ihrem Konzept mit – und erläutert weiter: „Maßnahmen zum Ausbau von Haltestellen sind hiervon nicht umfasst, hierfür gibt es aber andere Fördermöglichkeiten.“ Geld könnte dafür über den Zweckverband (ZVBN) oder das niedersächsische Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) fließen.

ÖFFENTLICHE SITZUNG

Der Schulausschuss tagt am Mittwoch, 18. November, um 16 Uhr im Forum des Schulzentrums Petermoor in Bassum. Die Beratung ist öffentlich. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Aufstellung eines Medienentwicklungsplans für den Schulträger Landkreis Diepholz und die Haushaltsplanung.

Von Anke Seidel

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