Großartiges drittes Kammerkonzert im Stift / Zuhörer am Ende sehr ergriffen

Boccherinis Menuetto als Zugabe

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Beifall und Bravorufe gab es für Susanne Steinkühler, Maria Yukiko Meuthen, Stephan Steinkühler, Julika Rieke und Sabine Steinkühler (v.l.).

Bassum - Von Berthold Kollschen. Nach den letzten Tönen des Streichquintetts C-Dur von Franz Schubert herrschte für einen Moment absolute Stille. Erst, als sich die fünf Streicher von ihren Plätzen erhoben, brach der Schlussapplaus der Zuhörer mit lauten Bravorufen los. Das dritte Kammerkonzert im Kapitelsaal des Bassumer Stiftes begeisterte.

Auf dem Programm standen das Quintett E-Dur op. 11,5 von Luigi Boccherini und das Streichquintett C-Dur von Franz Schubert, das er aufgrund seines frühen Todes selbst nicht mehr gehört hat. Beide Werke wurden für zwei Violinen, zwei Celli und eine Bratsche geschrieben. Dabei werden der Anfang und das Ende von einer elegischen Ruhe bestimmt, während es im Mittelteil in f-moll stürmisch und turbulent wird.

Organisator und Musiker Stephan Steinkühler (Viola) hatte für das Konzert Ehefrau Sabine Steinkühler (Cello), Tochter Susanne Steinkühler (Violine) sowie Maria Yukiko Meuthen (Violine) und Julika Rieke (Cello) engagiert. Ein großartiges Ensemble, das der selbstgewählten Überschrift „Besondere Ensembles“ voll und ganz gerecht wurde. Schon das Quintett E-Dur von Luigi Boccherini zum Auftakt versprach einen großartigen Klassikgenuss.

Ein Raunen ging durch die Reihen, als das berühmte Menuetto des Meisters erklang, hier geführt von einer Violinvirtuosin, auf die Bassum stolz sein kann – Susanne Steinkühler. Es sind „Top-Hits der Kammermusikliteratur“, schwelgte Steinkühler bei seiner informativen Einführung vor dem Konzert. „Beide Werke sprengen die Welt der Kammermusik und verlassen Raum und Zeit“, was sich am Schluss der engagiert vorgetragenen Darbietungen auf eindrucksvolle Weise bestätigte.

Mit den beiden jungen Musikerinnen Maria Yukiko Meuthen und Julika Rieke, die sich prächtig und überzeugend in das Quintett eingebracht haben, hat Stephan Steinkühler den richtigen Griff getan. Selbst an der Bratsche überzeugend, gingen sowohl die beiden Geigerinnen als auch die zwei Cellistinnen bei den zum Teil recht schwierigen Passagen bestens auf einander ein. Ständiger Blickkontakt unter den fünf Protagonisten verstärkte das stimmige Zusammenspiel und machte es zu einem Erlebnis.

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