Großartige Abschlussveranstaltung der Kammermusikreihe im Stift Bassum

Tschechow zum russischen Tango

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Geiger Jens Sachse, Pianist Reinhard Schmiedel, Chansonnier Bernd Lange und Akkordeonspieler Alexander Voynov (v.l.) im Kapitelsaal.

Bassum - Von Berthold Kollschen. „Die haben sich richtig ins Zeug gelegt und uns einen großartigen Abschluss der diesjährigen Kammermusikreihe beschert“, strahlte Helga Alves, kulturbegeisterte Bassumerin, über den Russischen Abend mit Erzählungen von Anton Tschechow und Musik vom Meister des russischen Tangos, Pjotr Leschenko. Gemeint sind die Protagonisten Reinhard Schmiedel (Klavier), Jens Sachse (Violine), Alexander Voynov (Akkordeon) und Bernd Lange als Schauspieler und Chansonnier vom Deutschen Nationaltheater Weimar.

Diese vier hauchten am Sonntag dem Kapitelsaal im Stift russische Seele ein und begeisterten mit Folklore, Klassik und viel Witz.

Auf dem Programm standen die Tschechow-Geschichten „Aus den Notizen eines Jähzornigen“, „Aus dem Tagebuch eines Buchhaltergehilfen“, „Der Tod des Beamten“ und als dramaturgischer Höhepunkt „Der Schaden des Tabaks“.

Dazu, sozusagen als passende Intermezzi, gab es Lieder und Tangos des großen Pjotr Leschenko, dem König des russischen Tangos.

In seiner Begrüßung kündigte Stephan Steinkühler die Abschlussveranstaltung als ein „Crossover“ von Theater und Musik an, mit einer „aparten“ musikalischen Besetzung, die dem Anspruch des Leitmotivs der diesjährigen Kammermusikreihe – „Besondere Ensembles“ – in jeder Hinsicht gerecht wurde.

Künstler setzen

lustige Akzente

„Das hat mich geradezu begeistert“, sagte später Helga Alves. „Jetzt hätte ich gern einen Tangotänzer“, outete sich eine begeisterte Zuhörerin, die während der typisch russisch „eingefärbten“ Musikstücke immer wieder mit ihrem ganzen Körper dabei war.

Ein anderer Konzertgast schmunzelte: „Eigentlich fehlt nur noch der Wodka.“

Selbst Jens Sachse, Alexander Voynov und Reinhard Schmiedel setzten viele lustige Akzente und dokumentierten mit Händeklatschen ihren eigenen Spaß an dem gelungenen Abschlussabend im Stiftssaal. Trotz der großartigen Musik stand ohne Frage Schauspieler und Chansonnier Bernd Lange im Mittelpunkt des Abends, der die Erzählungen Tschechows derart authentisch vorbrachte, dass sich die Zuhörer leicht in die von ihm verkörperten Rollen hineinversetzen konnten.

Für die Kammermusikreihe 2016 stellt sich Steinkühler das Thema „Die Sonate“ als Erfolgsgeschichte einer musikalischen Form vor.

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