Keine Probleme in Arztpraxen

Mehrere Apotheken haben Mangel : Wo bleibt der Grippeschutz-Impfstoff?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt sie für besondere Risikogruppen, das Gesundheitsamt des Landkreises Diepholz steht ganz genauso hinter der Grippeschutz-Impfung. Aber: Impfstoff ist zumindest in einigen Regionen des Landkreises zurzeit offenbar mehr als knapp. Das hat Dietmar Benter aus Syke erlebt.

  • Der Stoff zur Grippeschutz-Impfung ist im Landkreis Diepholz teilweise knapp.
  • Viele Apotheken werden immer wieder vertröstet.
  • In Arztpraxen läuft die Grippeschutz-Impfung hingegen ohne Probleme.

Landkreis Diepholz – Der 67-Jährige hat nach einem Besuch bei seinem Hausarzt erfahren: „Die vorhandenen Impfdosen sind sehr gering: Kassenpatienten müssen mindestens 70 Jahre alt sein, Privatpatienten müssen sich den Impfstoff direkt – mit Rezept – in einer Apotheke abholen.“ Dietmar Benter hatte sich in seiner Apotheke zunächst auf eine Warteliste für Ende November eintragen lassen.

LandkreisDiepholz
HauptstadtDiepholz
Fläche1.987 km²
Bevölkerung215.082 (2016)

Grippeschutz: Versorgung im Landkreis Diepholz ist unterschiedlich

„Wie ist das möglich, wenn stets auf die Wichtigkeit der Impfung hingewiesen wird – auch als zusätzlicher Schutz in Sachen Corona?“, fragt sich der Syker – und genauso: „Wie soll es dann erst bei dem möglichen Impfstoff zu Covid-19 gehen?“

Ergebnis einer spontanen Umfrage dieser Zeitung: Die Versorgung im Landkreis Diepholz ist unterschiedlich. Insbesondere im einwohnerstarken Nordkreis fehlt Grippeschutz-Impfstoff. „Wir werden immer wieder vertröstet“, sagt die Mitarbeiterin einer Weyher Apotheke, die namentlich nicht genannt werden möchte. In einer zweiten Weyher Apotheke ist die Lage ähnlich: „Wir werden auf Ende Oktober oder November vertröstet“, erläutert eine Mitarbeiterin, die ihren Namen ebenfalls nicht in der Zeitung lesen will.

„Nicht lieferbar“, diese Antwort erhält Michael Uhlhorn von der Mühlenapotheke in Twistringen, wenn er Grippeschutz-Impfstoff nachbestellen will. Zwar hat er noch zehn Dosen vorrätig, hofft aber auf Nachschub.

Grippeschutz-Impfung in Arztpraxis ohne Probleme

Wie ist die Situation in den Arztpraxen? Nach den Erfahrungen von Dr. Christoph Lanzendörfer, Mediziner und Sprecher der KV (Kassenärztliche Vereinigung) im Nordkreis Diepholz, läuft die Grippeschutz-Impfung zurzeit ohne Probleme. Bundesweit würden immerhin 25 Millionen Impfdosen produziert: „Vier Millionen mehr als im Vorjahr.“ Das hält Dr. Lanzendörfer für ausreichend – zumal im vergangenen Jahr nicht alle Dosen abgerufen worden waren.

Davon wünschen sich manche Menschen im Landkreis Diepholz mehr: Grippe-Impfstoff ist nicht überall reichlich vorhanden.

Produziert und ausgeliefert werden sie nicht auf einen Schlag, sondern nach und nach. „Man kann sich auch noch bis Anfang Januar impfen lassen“, erläutert der erfahrene Mediziner aus Bassum. „Die Hauptwelle der Grippe kommt in der Regel Ende Februar oder Anfang März.“ Gerade in Zeiten von Covid-19 hält Dr.  Lanzendörfer eine Impfung für absolut sinnvoll: „Wenn wir von zwei schweren Krankheiten eine verhindern können, empfehle ich das unbedingt!“

Grippeschutz: Bereits 280 Impfdosen bestellt

Das bestätigt sein Kollege und KV-Sprecher der Ärzteschaft im Süden des Landkreises, Dr. Bernd Roshop in Barnstorf. „Sollten beide Krankheiten auftreten, könnte das zu einem großen Problem werden.“ Zum Glück gebe es aktuell im Landkreis relativ wenige Corona-Infektionen: „Positiv getestet sind meist jüngere Menschen, die aber keine Krankheitssymptome haben.“

Probleme bei der Grippeschutz-Impfung in den Arztpraxen sind Dr. Bernd Roshop ebenfalls nicht bekannt: „Wir haben keinen Mangel.“ Schon im Frühjahr seien von seiner Praxis 280 Impfdosen bestellt worden.

In der Auburg-Apotheke in Wagenfeld zum Beispiel ist zurzeit noch Impfstoff vorhanden. „Bis jetzt läuft alles gut“, sagt Inhaberin Maike Placke. Sie hat allerdings noch Nachschub bestellt: „Mitte Oktober soll wieder etwas kommen.“

In den Arztpraxen sei genügend Impfstoff vorhanden, so Detlef Hasske, Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen. Die KV ist ausschließlich für die Impfversorgung der gesetzlichen Krankenversicherten zuständig. 1,4 Millionen Dosen Grippeschutz-Impfstoff habe die KV Niedersachsen bestellt – mit der Option auf weitere zehn Prozent.

Grippeschutz-Impfung: „Problem wird sich im Laufe der Saison lösen“

Dass es in Einzelfällen zu Problemen kommt, will Detlef Hasske nicht ausschließen. Vor allem dann nicht, wenn Privatpatienten mit einem Rezept in der Apotheke ihren Impfstoff abholen wollen. „Dieser Impfstoff liegt oft nur in großen Gebinden vor“, erläutert der Pressesprecher der KV. Daraus könnten keine Einzeldosen herausgelöst werden. Aber Detlef Hasske ist sehr zuversichtlich: „Das Problem wird sich im Laufe der Saison lösen.“

Wie bei Dietmar Benter aus Syke: Mittlerweile hat der 67-Jährige in einer anderen Apotheke den begehrten Impfstoff erhalten. Er wünscht sich nur noch eines: Dass Impfwillige nicht hinter dem empfohlenen Grippeschutz herlaufen müssen.

Rubriklistenbild: © Marcus Brandt / dpa

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