Bassumer Straßenmeister müssen nicht mehr in Containern arbeiten

Graues Paradies

+
Sonja Stuwe freut sich, dass sie und ihre Kollegen nicht mehr in den alten Containern arbeiten müssen.

Bassum - Von Rafael Kaluza. Ein langer Flur mit Büros auf beiden Seiten. Die Wände sind überall grau und weiß, Farben Fehlanzeige. Nur ein großer Besprechungsraum wirkt hell und einladend. Dennoch: Insgesamt wirkt das Verwaltungs- und Betriebsgebäude der Straßenmeisterei in Bassum eher trist.

Trotzdem ist es für deren Mitarbeiter ein bisschen wie im Paradies. Der Grund dafür ist ganz einfach: die Vergangenheit. Mehr als elf Jahre lang hausten die Angestellten der Straßenmeisterei in Containern – unter extremen Arbeitsbedingungen. Im Sommer zeigte das Thermometer in den Räumen locker mehr als 40 Grad Celsius an, bei Regen wurde es schonmal nass am Arbeitsplatz – Schimmelbildungen waren die Folge. Sogar eine Damentoilette fehlte jahrelang. Und bei Temperaturen wie zurzeit war es im Winter vor Kälte kaum auszuhalten. „Das war katastrophal“, sagt die Leiterin der Straßenmeisterei, Sonja Stuwe: „Als ich 2010 nach Bassum gegangen bin, haben mich alle gewarnt und gefragt: ,Was? Da willst Du hin?‘“.

Heute kann sie über die alten Räume lachen, denn seit sie mit ihren Kollegen im Januar vergangenen Jahres umziehen konnte, ist alles besser. „Vor allem für die Straßenwärter“, sagt Stuwe. Vorher hätten die nicht mal richtige Räume zum Umziehen gehabt. Jetzt gibt es einen eigenen Trakt mit Umkleideräumen und Duschen.

Dass sich der Umzug so hingezogen hat, war ursprünglich nicht vorgesehen. Eigentlich sollten die Container nur übergangsweise für drei Jahre genutzt werden. Doch als der Bau neuer Gebäude 2003/2004 beantragt wurde, war das Land knapp bei Kasse. „Deswegen wurden alle Bauvorhaben erstmal verschoben“, berichtet Hartmut Gödecke vom Straßenbauamt in Nienburg. Erst 2008 wurde die nächste Maßnahme ergriffen, 2010 der Antrag angenommen und schließlich 2011 im Haushalt mit eingeplant. 2012 begann dann der Bau. „Alle haben sich total gefreut. Erst herrschte noch große Skepsis. Es hat keiner geglaubt, dass wirklich was passiert. Aber als die Firma dann angerückt ist und angefangen hat, waren alle sehr erleichtert“, erzählt Stuwe.

Und es wurde nicht nur ein neues Verwaltungsgebäude errichtet. Auf dem Platz, wo vorher die Container standen, ist nun eine große neue Fahrzeughalle. Außerdem wurde der ganze Platz neu befestigt, inklusive einer Entwässerung der gesamten Fläche. Auch der Werkstattbereich wurde technisch auf den neuesten Stand gebracht. „Fast alles, was auf dem Gelände stand, war abbruchreif. Der Umbau war schon eine extreme Notwendigkeit, eigentlich war er schon lange erforderlich“, verdeutlicht Gödecke.

Insgesamt hatte das Projekt ein Bauvolumen von knapp 3,7 Millionen Euro. Zum Vergleich: Der komplette Neubau einer Straßenmeisterei koste laute Gödecke etwa 4,5 bis 5 Millionen Euro. „Das ist schon ein großer Brocken für den Landeshaushalt“, sagt Gödecke, der versichert, dass die Kosten des Baus eingehalten werden. Ganz fertig ist der indes noch nicht. Ein paar Kleinigkeiten fehlen noch, die sollen aber spätestens im Sommer ebenfalls erledigt sein.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Geld aus Rom: Notstand für Venedig beschlossen

Geld aus Rom: Notstand für Venedig beschlossen

"Death Stranding" im Test

"Death Stranding" im Test

Islamischer Dschihad vereinbart Waffenruhe mit Israel

Islamischer Dschihad vereinbart Waffenruhe mit Israel

Was von der Wut übrig ist - Ein Jahr "Gelbwesten"-Proteste

Was von der Wut übrig ist - Ein Jahr "Gelbwesten"-Proteste

Meistgelesene Artikel

Amateurfußball-Stickerspaß: Drei Vereine, ein Sammelalbum

Amateurfußball-Stickerspaß: Drei Vereine, ein Sammelalbum

Neues Fahrzeug für die DLRG

Neues Fahrzeug für die DLRG

Samtgemeinde ändert Anmeldeverfahren für das neue Kindergartenjahr

Samtgemeinde ändert Anmeldeverfahren für das neue Kindergartenjahr

Aus Notnagel wird Traumberuf

Aus Notnagel wird Traumberuf

Kommentare