Petermoor beherbergte früher Kriegsmunition

220 Granaten lagerten einst im Tierpark-Teich

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Am Eingang steht eine Spendendose.

Bassum - Von Anika Bokelmann. Farbenprächtige Vögel, Zwergziegen, Kattas, Soayschafe und mehr sind im Tierpark Petermoor in Bassum zuhause. In dem kleinen Zoo leben rund 324 Tiere aus 77 Arten. Seit 50 Jahren sind die Verantwortlichen bemüht, die Artenvielfalt der heimischen Nutz- und Haustiere abzubilden und ihren Fortbestand zu sichern. Züchterische Erfolge und der runde Geburtstag sind nun Grund genug, ein großes Tierparkfest zu feiern. Dieses Fest steigt am Sonntag, 3. September.

Die Anfänge des heutigen Tierparks Petermoor, der vor zwei Jahren die Anerkennung als Zoo erhielt, gehen auf Privatfamilien aus Bassum zurück. So schufen die Familien Haase und Heise zu Beginn der 60er-Jahre eine idyllische Moorlandschaft, nachdem der Pachtvertrag mit der Hemelinger Brauerei zur Nutzung des Teiches zur Eisgewinnung endete. Doch damals war das Areal nicht öffentlich zugänglich.

Alles begann 1967 mit 15.000 Deutscher Mark

Bassums damaligem Stadtdirektor Wilhelm Lülker sowie einer Summe von 15.000 Deutscher Mark ist es letztlich zu verdanken, dass der Tierpark Petermoor in Bassum 1967 gegründet wurde. Seine Türen öffnete er erstmalig an Pfingsten 1967. Zeitgleich formierte sich der Förderverein Tierpark Petermoor Bassum, der von anfänglich 30 auf inzwischen 300 Mitglieder gewachsen ist.

Ziel dieses Vereins ist es, den Besuchern ein attraktives Naherholungsgebiet in Bassum zu bieten. Gezeigt werden heimische Tierrassen, auch wenn die Besucher zu Beginn exotische Tiere wie Löwen und Co. erwarteten. Doch der Tierpark Petermoor hat sich mit seinem Tierbestand an die Witterung angepasst und setzt sich für den Erhalt und die Zucht bedrohter (Haus-)Tierrassen ein.

Das Gelände des Tierparks umfasst etwa 30.000 Quadratmeter und hat den Petermoor-Teich zum Zentrum. Dieser wurde vor der Tierpark-Zeit als Endlager für Kriegsmunition genutzt. 220 Granaten und diverse andere Munitionsarten sowie weiteren Unrat hoben die Akteure, als der Teich ertüchtigt wurde.

Einer der kleinsten Zoos Deutschlands wandelt sich stetig

Bis heute bereitet er den Fördervereinsmitgliedern immer wieder Probleme, weil er keinen Zulauf hat und somit der Sauerstoffgehalt niedrig ist. Die Stadt Bassum wendet Mittel auf, um einer Verschlammung entgegenzuwirken.

Doch nicht nur die Teichanlage sorgt für immer neue Arbeit – im Tierpark Petermoor gibt es für die drei Angestellten sowie die Sonntagskraft stets etwas zu tun. So weit wäre es aber fast nicht gekommen: In den 90er-Jahren gab es seitens der Stadt als Trägerin Überlegungen zur Schließung der Anlage. Doch mit zahlreichen Investitionen wie dem Streichelzoo und dem Teichgeflügelhaus steigern Akteure und Sponsoren stets die Attraktivität des Tierparks.

Der Bremer Hochschulprofessor Dr. Rainer Hartmann hat mit seinen Studenten 2011 ein Konzept erarbeitet, das der Qualität des Parks zugutekam – die Stadt investierte seinerzeit 50.000 Euro in Wege und Zäune. Ein weiteres Projekt, das Gehege der Diepholzer Gänse sowie der Pommernenten, wurde von der Bingo-Stiftung finanziert.

Somit befindet sich der Tierpark Petermoor im steten Wandel und als vollwertiger und einer der kleinsten Zoos Deutschlands begrüßt er etwa 20.000 Besucher jährlich, bei freiem Eintritt.

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