TSV Bassum seit 15 Jahren beim Gothia-Cup in Schweden

Vom Gothia-Grünschnabel zum Turnier-Profi

Alina (l.) und Jule mit ihrem Coach Horst Schlottmann freuen sich auf Schweden. - Foto: Albrecht

Bassum - Von Frauke Albrecht. Eine Ehe, die 15 Jahre hält, hat heutzutage Anerkennung verdient. Wenn ein Sportverein 15 Jahre hintereinander zum größten Jugendfußballturnier der Welt fährt, kann man auch von einer besonderen Leistung sprechen. „Von einer besonderen nachhaltigen Beziehung“, sagt Horst Schlottmann vom TSV Bassum.

Es sei Liebe auf dem ersten Blick gewesen, als die Trainer Ulli Butt, Thorsten Labbus, Wilhelm Beerhorst und Horst Schlottmann 2002 mit ihrem Team erstmals zum Gothia-Cup nach Schweden gefahren sind. Schlottmann hatte von seinem Arbeitskollegen Carsten Hollwedel aus Siedenburg so viele tolle Geschichten gehört, dass er das Turnier selber kennenlernen wollte. Mit Unterstützung des Gothia-erfahrenen Hollwedels organisierte er die Fahrt.

„Mit einem Vereinsbus und einem Privatfahrzeug fuhren wir mit neun Spielern gen Schweden. Einige Spieler von damals sind heute Stammspieler der Bassumer Ersten Herren oder gehören zum erweiterten Kader“, so Schlottmann und nennt Michael Wiehle, Christopher Butt, Philipp Beerhorst und Hannes Schlottmann.

Bereits damals schlief das Team in derselben Schule in Kungsbacka wie die Bassumer Teams heute. „Das Show-Programm der Leaders Party erlebten wir damals nicht, weil wir dachten, das kostenlose Essen sei alles. Wir fuhren heim und spielten stattdessen zu viert vor dem Klassenzimmer Doppelkopf. Gothia-Grünschnäbel halt“, schmunzelt Schlottmann. Heute ist er ein alter Hase und kann seinen Schützlingen viele Tricks verraten.

Unter anderem den, Mitbringsel zu organisieren, um sie mit anderen Teams gegen deren Geschenke zu tauschen. Im Gepäck der Gruppe sind unter anderem Fahnen und Cowboy-Hüte in den deutschen Farben.

„Ich könnte für die vergangenen 14 Jahre viele Geschichten erzählen. Die schönste ist aber die, dass sich während des Gothia-Turniers ein Bassumer Fußballer in ein finnisches Mädchen verliebt hat. Marc und Alexandra leben heute im schwedisch sprechenden Teil von Finnland“, erzählt Schlottmann.

Heute geht es um 18 Uhr wieder los, um in Göteborg die Jugend der Welt zu treffen. Mit dabei sind zwei Mädels: Alina Köhler (11 Jahre alt) und Jule Eichberger (12 Jahre alt). Die beiden ergänzen das Team der Boys 11. Schlottmann ist zuversichtlich: „Die beiden können sich durchsetzen – auch den Jungs gegenüber.“

Premiere für Alina und Jule

Die beiden Bassumerinnen sind keine Anfängerinnen auf dem Platz. Alina spielt seit ihrem vierten Lebensjahr Fußball, Jule kickt, seitdem sie sechs Jahre alt ist. Beide sollen den Jungs die Bälle wegnehmen. „Und das können sie hervorragend“, weiß Schlottmann aus dem Training. Die beiden Mädels sind zum ersten Mal in Schweden dabei und freuen sich riesig. Gothia hat drei Ziele: Fußball spielen, Begegnungen ermöglichen und die Sprache lernen.

Die Begegnungen ergeben sich von ganz allein. Damit seine Kids aber nicht allzu lange damit warten, hat sich der Bassumer etwas ausgedacht: Jedes Kind kann drei besonders gut gelungene Selfies mit anderen Spielern aus aller Welt den Betreuern vorlegen. Die lustigsten werden ausgezeichnet. Außerdem bekommt jedes Kind eine Liste, in der die Adressen von anderen Spielern eingetragen werden. Auf der Rückfahrt schreiben die Jugendlichen dann zwei Postkarten an beliebige Adressen. „Die Rückantwort mit der größten Entfernung zu Bassum wird ebenfalls mit einem Präsent geehrt“, so Schlottmann.

Vielleicht ergibt sich daraus die eine oder andere Brieffreundschaft – heutzutage wahrscheinlich eher eine Facebook-Freundschaft. Alina und Jule wollen auf jeden Fall von ihren Begegnungen berichten.

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