Archäologischer Hotspot in Bassum

Der Goldschatz in Gessel und die Folgen

Bassum - Dass sie auf einem archäologischen Hotspot ihr neues Verwaltungsgebäude bauen würde, wusste Silke Stecker bis zum Eintreffen der Baugenehmigung nicht. Die Chefin vom Pflegedienst aus Bassum will mit ihrem Betrieb im Frühjahr von der Bremer Straße an die Industriestraße ziehen.

Steckers Unternehmenssprecher, Ralf Kiefer, sagt: „Vorm Bauantrag haben wir im Rathaus nach möglichen Altlasten gefragt. Die Antwort: Es gibt keine.“ Überrascht waren er und Silke Stecker, als in der Baugenehmigung vom Landkreis ein entsprechender Vermerk auftauchte. Demnach durften Erdarbeiten nur unter Aufsicht durchgeführt werden. Meint: Da das Gelände zu einem archäologischen Hotspot gehört, muss ein Archäologe dabei sein. Bei den ersten Baggerarbeiten am 14. September waren Experten der Firma Denkmal-3D aus Vechta anwesend. 

Sie identifiziert vier Keramiken. Die Experten datierten sie in die Eisenzeit. Dazu konnten noch zwei Pfosten entdeckt werden. Sofort wurde die Baustelle stillgelegt. Eine Woche später gab es eine zweite Grabung – diese blieb ohne Funde. Daraufhin wurde die Baustelle wieder freigegeben. Die Kosten für die Arbeiten trägt die Firma Stecker.

Der Wirtschaftsförderer der Stadt Bassum, Heinz Schierloh, erklärt: „Altlasten sind Altöl oder alte Reifen.“ Im Fall Stecker geht es um den Denkmalschutz.

Und die Denkmalschutzbehörde beim Landkreis überarbeitete nach dem Goldfund in Gessel ihr archäologiosches Verzeichnis. Zwischen 2011 und 2014 wurden neue Hotspots festgelegt. Es sind die Bereiche, die für Grabungen interessant sind. Und Teile des Gewerbegebietes Bassum gehören dazu.

Goldschatz aus Syke-Gessel

Im Bassumer Rathaus wusste man von der Aktualisierung nichts. „Ich weiß nicht, ob und wann diese Info gekommen ist. Es kann auch sein, dass sie direkt ins Bauamt gegangen ist“, sagt Bürgermeister Christian Porsch. Er empfiehlt, bei größeren Bauvorhaben frühzeitig die Verwaltung einzubinden. „Dann können sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen und das Vorhaben besprechen. Das hilft mehr, als später über die Kostenfrage zu diskutieren.“ 

awt

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Rubriklistenbild: © dpa

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