„Distanz von Kirche zu Mensch vergrößert sich“

Glaubensbekenntnisse werden in der Stiftskirche ausgestellt

Haben das Projekt Schreibwerkstatt zum Thema „Ja, was glaubst Du denn?“ zum Luther-Jubiläum in Bassum gemeinsam auf den Weg gebracht: Pastorin Ines Maria-Kuschmann (rechts) und Künstlerin Ulrike Schink. - Foto: Kollschen

Bassum - Von Berthold Kollschen. „Wie erfrischend, dass Kirche uns fragt, was wir glauben, statt uns zu sagen, was wir zu glauben haben“, lautet die Einleitung zu einem der fast 300 eingegangenen handschriftlichen Glaubensbekenntnisse, die seit dem Bassumer Advent des vergangenen Jahres entstanden sind.

Anlässlich des Lutherjahres hatten Pastorin Ines Maria Kuschmann und die Künstlerin Ulrike Schink eine „Schreibwerkstatt“ eingerichtet und Menschen aufgefordert, ihre Gedanken zum Thema „Was glaubst du denn?“ aufzuschreiben. Startschuss war der Weihnachtsmarkt 2016. Nun sollen die Ergebnisse ausgestellt werden.

Noch können weitere Glaubensbekenntnisse eingereicht werden. Schink: „Umso umfassender stellt sich dann unser Kunstwerk dar, das am Samstag, 6. August, um 11 Uhr im Rahmen eines besonderen Gottesdienstes vorgestellt und eröffnet wird.“

„Was glaubst du denn?“

Es sind Briefe von Kindern, Schülern, Konfirmanden und Erwachsenen. Viele offenbaren die religiöse Überzeugung. „Wir können aus den Inhalten auf den Zustand der Kirche schließen“, ist Pastorin Kuschmann überzeugt. Sie berichtet von niedergeschriebenen Lebensereignissen, von Bildern mit hoher Aussagekraft, auch von „Inventuren über den Ist-Zustand der Kirche“ aus der Sicht der Autoren.

„Wir entnehmen den Briefen, dass sich offensichtlich die Distanz von Kirche zu Mensch stetig vergrößert. Umso wichtiger ist es, jetzt Position zu beziehen, zu erklären, wofür wir brennen.“

Um das alles einmal zu dokumentieren, haben sich Ines-Maria Kuschmann und Ulrike Schink dazu entschlossen, im Seitenschiff der Stiftskirche eine Rauminstallation, eine Ausstellung mit den Originalen der Glaubensbekenntnisse aufzubauen.

„Handschrift ist wie ein Fingerabdruck“, sagt die Künstlerin, Handschrift sei aber auch eine aussterbende Kultur, die es um jeden Preis zu erhalten gilt. „In einem Raum im Raum in der Stiftskirche, einem gewächshausähnlichen Komplex, ist es möglich, von innen nach außen und von außen nach innen zu sehen, sich durch die vielen interessanten und aussagenreichen Exponate durchzulesen“, so Schink weiter.

Im Gottesdienst am 6. August werden auch einige der Glaubensbekenntnisse, die alle anonym nur mit Vornamen und Alter gekennzeichnet sind, vorgelesen. „Außerdem planen wir die Veröffentlichung aller Texte und Bilder in Form eines Readers“, so Kuschmann. Sie bildet mit Ulrike Schink ein gutes Team, das sich prima ergänzt. „Wir müssen für unseren Glauben brennen und das auch überzeugend transportieren.“

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