Ines-Maria Kuschmann und Ulrike Schink eröffnen Ausstellung in der Kirche

Glaube als Gefühl der Sicherheit

Diese Bassumer Jugendlichen und Erwachsenen lasen im Rahmen des Gottesdienstes zur Eröffnung der Ausstellung „Ja, was glaubst du denn?“ Texte aus der Schreibwerkstatt vor: Sandra Westphal, Mara Schaffer, Emma und Anna Böhringer, Lara Sänger, Ute Komendzinski sowie Knut Laemmerhirt (von links). - Foto: Kollschen

Bassum - Von Berthold Kollschen. „Ich glaube an Gott, je älter ich werde“, lautet eine Zuschrift einer Bassumerin, die als „Glaubensbekenntnis“ am Sonntag in der Bassumer Stiftskirche ausgestellt war. Eingeladen hatten Pastorin Ines-Maria Kuschmann und die Künstlerin Ulrike Schink unter dem Motto „Ja, was glaubst du denn?“

Im Rahmen des Luther-Jubiläumsjahres hatten sie Ende 2016 eine Schreibwerkstatt ins Leben gerufen. Besucher sollten aufschreiben, an was oder wen sie glauben. 365 Schriften seien eingegangen. „Eine beachtliche Anzahl von handgeschriebenen Glaubensbekenntnissen. Wir dachten, das verdient eine Ausstellung“, so die beiden.

Einblick in die Gedankenwelt von 365 Autoren

Diese war am Sonntag verknüpft mit einem Gottesdienst.

Nach einer Eingangsmusik mit dem Allegro aus der Flötensonate F-Dur von Georg Friedrich Händel, mit viel Herz gespielt von Dorin Predescu (Querflöte) und Ralf Wosch (E-Piano), trugen verschiedene Vorleser, darunter auch Kinder und Jugendliche, Glaubenstexte aus der Ausstellung vor. Sie ermöglichten den Besuchern einen Einblick in die Glaubens- und Gedankenwelt der 365 Autoren. Es waren durchaus auch kritische Passagen im Umgang mit dem Glauben dabei: So zweifelte eine Schreiberin Gottes Existenz an.

Andere schreiben „Glaube ist in mir ein Gefühl der Sicherheit“, oder „Ich nehme vieles als Wunder. Ohne Gebet kann ich nicht einschlafen“, oder „Ich glaube an Gott, je älter ich werde. Zum Glück gibt es Gott.“

„Die Unikate wirken für sich“, meinte Ulrike Schink, die sich für ein Glashaus als Ausstellungsort entschieden hatte. Dieses steht im Seitenschiff der Kirche. Schink: „Die Exponate in einem Glashaus zu präsentieren, das in einem sakralen Raum untergebracht ist, war für mich eine große Aufgabe und Herausforderung.“

Mit Schreibwerkstatt einen Weg gefunden, die Reformation darzustellen

„Martin Luther hat vor 500 Jahren Mut bewiesen, hat mit seinen Thesen eine Trendwende eingeleitet, den Glauben sozusagen upgedatet“, führte Pastorin Kuschmann in ihrer Kurzpredigt aus. „Wir haben in Bassum mit der Schreibwerkstatt einen Weg gefunden und beschritten, der in beeindruckender Weise den Fortgang der Reformation aufzeigt. Wir sind von der Fülle der Texte einfach nur begeistert. Sie zeigen uns, dass das Christentum nicht langweilig ist.“

Nach einer weiteren Musik, der „Sicilienne“ aus Pelleas et Melisande von Claude Debussy wurden die Besucher zum Kirchenkaffee eingeladen und nutzten die Möglichkeit, über Textauszüge zu diskutieren.

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