Großbaustelle schafft Probleme

Gewerbliche Anlieger der Harpstedter Straße in Bassum haben mit Umständen zu kämpfen

Diese provisorische Zufahrt führt den Lieferverkehr auf das Firmengelände von Thomas Poggenburg. Wer zur Gärtnerei von Lars Dunekacke möchte, müsste das „Durchfahrt verboten“-Schild rechts ignorieren.
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Diese provisorische Zufahrt führt den Lieferverkehr auf das Firmengelände von Thomas Poggenburg. Wer zur Gärtnerei von Lars Dunekacke möchte, müsste das „Durchfahrt verboten“-Schild rechts ignorieren.

Seit Anfang Oktober ist die Harpstedter Straße in Bassum gesperrt. Auf rund 700 Metern soll sie bis Ende 2022 erneuert und verbreitert werden. Eine erforderliche Maßnahme, die allerdings Umstellungen für Autofahrer, Anlieger und Anwohner bedeutet. Zwei Gewerbetreibende berichten.

Bassum – „Das lief hier alles sehr Hals über Kopf!“ Thomas Poggenburg ärgert sich. Er ist als Inhaber von Poggenburg Holzbau mit seiner Firma Anlieger an der Harpstedter Straße in Bassum. Und eben diese Harpstedter Straße ist seit Anfang Oktober eine Großbaustelle. Nicht nur für Autofahrer, sondern besonders für Anwohner und Anlieger ist das mit Einschränkungen verbunden.

Der Ärger Poggenburgs bezieht sich vor allem auf die Umstände unmittelbar vor dem Baubeginn. „Ich habe erst am 23. September davon erfahren, dass demnächst gebaut wird“, sagt Poggenburg. Dass die Straße für ein Jahr in drei Bauabschnitten gesperrt und erneuert werden sollte, das wussten die Anwohner. Doch wann genau Start für dieses 2,5-Millionen Euro teure Projekt (wir berichteten) ist, das wusste bis zuletzt niemand.

„Baustellen lassen sich im Moment nur schlecht planen“

Auch Lars Dunekacke von der Gärtnerei Dunekacke beklagt sich über die mangelnde Kommunikation: „Ende September hatten wir eine Anliegerinformation im Briefkasten, dass es losgeht.“ Sonja Stuwe, Leiterin der Straßenmeisterei Bassum, ist sich dessen bewusst. „Aber Baustellen lassen sich im Moment nur sehr schlecht konkret planen.“ Dunekacke bemängelt zudem, dass es keine Informationen dazu gegeben habe, wie die Anliegerverkehre nach Baustart geregelt werden würden. Erst Telefonate mit der Stadt Bassum und den Baufirmen brachten Klarheit.

Für Dunekacke bedeutet dies: Der Verkehr kann über das Baustellenende am Hafter Weg zwar noch bis vor seine Gärtnerei fahren, muss dabei allerdings ein „Durchfahrt verboten“-Schild ignorieren, über die abgefräste Fahrbahndecke fahren und dann über den aufgeschütteten Bordstein auf den Hof einlenken. „Aber das macht natürlich keiner“, sagt Dunekacke, „und wir können das nicht kommunizieren.“ Sonja Stuwe empfiehlt, nicht durch die Baustelle und bis vor die Gärtnerei zu fahren, sondern vor der Baustelle zu parken und zu Fuß zur Gärtnerei zu gehen. „Nur nach Rücksprache im Einzelfall“ sei ein Vorfahren in Erwägung zu ziehen, mahnt sie.

Laufkundschaft fehlt

Dadurch habe Dunekacke schlagartig seine Laufkundschaft verloren; existenzbedrohend sei die Situation allerdings nicht, da Dunekacke auch als Garten- und Landschaftsbauer aktiv und damit breit aufgestellt ist. Etwas entspannter soll die Situation werden, wenn die Kanalarbeiten abgeschlossen sind und der Verkehr den kürzeren Weg über die Straße Amtsfreiheit bis zur Gärtnerei nehmen kann. Wann dies der Fall ist, wissen aber weder Lars Dunekacke noch Sonja Stuwe.

Auch Thomas Poggenburg muss mit Umstellungen kämpfen; sein Lieferverkehr kommt nun nicht mehr über die breite Einfahrt an der Harpstedter Straße auf den Hof seines Betriebes. Stattdessen verbreiterte die zuständige Baufirma die ursprünglich nur sieben Meter breite Einfahrt am Hafter Weg auf das Doppelte und schüttete den Bordstein mit einer Rampe auf. Poggenburg zeigt sich dankbar darüber, sagt allerdings auch: „Die Zufahrt ist trotzdem eine Katastrophe.“ Wegstrecken zum Bäcker und zur Tankstelle seien mit fast 15 Kilometern durch die Baustelle für ihn und seine Mitarbeiter auf die dreifache Länge angewachsen.

Und auch in der Zulieferung und Abholung stehen die Anlieger vor Hürden, wie Poggenburg erklärt: „Plötzlich wurde unser Kunststoffmüll nicht mehr abgeholt. Die Stadt Bassum wusste da gar nicht richtig Bescheid, da musste es dann sehr schnell gehen.“ Die noch nicht eindeutige Beschilderung sei ein Hindernis für nicht ortskundige Fahrer und das Auffahren auf die Bundesstraße 51 sei „nervig“.

Unbürokratische Hilfe der Baufirmen

Lars Dunekacke wünscht sich mehr Unterstützung der Behörden. „Aber die gibt es nicht, da braucht man auch nicht klagen“, stellt er ernüchtert fest. Zumindest nicht von offizieller Seite. Dafür habe er viel Gutes über die Baufirmen zu berichten, die bereits bei Thomas Poggenburg mit der Verbreiterung der Einfahrt aktiv geworden waren: „Die haben mir mit dem Radlader Blumenerde auf den Hof gefahren, die nur bis zum Baustellenende geliefert werden konnte.“ Poggenburg bricht eine Lanze für die Stadt: „Wenn man irgendwo anruft und etwas regeln will, findet man Unterstützung.“ So habe auch Bürgermeister Christian Porsch sich für die Belange der Anlieger eingesetzt.

Sowohl Thomas Poggenburg als auch Lars Dunekacke haben Verständnis für die Notwendigkeit der Baumaßnahmen. Sie verweisen auf den zuvor schlechten Zustand der Harpstedter Straße. „Im Endeffekt“, sagt Poggenburg, „können wir uns über die Maßnahmen freuen, schließlich bekommen wir eine komplett neue Straße.“

Von Fabian Pieper

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