Alarmierende Messergebnisse veröffentlicht

Nitrat im Bassumer Grundwasser: „Nicht mehr zum Trinken geeignet“

Bassum - Zu hohe Nitratwerte im Grundwasser hat der VSR-Gewässerschutz bei den Brunnenwasserproben festgestellt, die beim jüngsten Besuch des Labormobils in Bassum abgegeben wurden. „In fast jeder zweiten untersuchten Probe lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter“, heißt es in einer Pressemitteilung des VSR.

Insgesamt 23 Wasserproben aus privat genutzten Brunnen nahmen die Mitarbeiter des Labormobils aus Bassum für Untersuchungen entgegen. Das Fazit von Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz, lautet: „Die Landesregierung in Hannover muss in dieser Region dringend zusätzliche Maßnahmen zur Verringerung der Belastung aus der Landwirtschaft veranlassen – wie in der novellierten Düngeverordnung vorgesehen.“

Die Mitglieder des VSR-Gewässerschutz fanden bei der Untersuchungen 172 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Bramstedt. Weitere mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen stellten die Umweltschützer in Nordwohlde (81 mg/l), Helldiek (94 mg/l), Apelstedt (101 mg/l) und Hallstedt (66 mg/l) fest. „Das Wasser ist wegen der Überschreitung des Grenzwertes der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Trinken geeignet“, heißt es.

Besonders wichtig sei außerdem, dass derart belastetes Wasser nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt werde. Es bestünde die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Diese können beim Absterben zum Fischsterben führen. Der VSR fordert: „Gerade bei den starken Belastungen im Grundwasser muss in der regionalen Landwirtschaft eine noch höhere Effizienz beim Düngen erfolgen.“ Die im Februar verabschiedete novellierte Düngeverordnung eröffne der Landesregierung verschiedene Möglichkeiten.

Bareiß-Gülzow: Mehr Messung notwendig

Bareiß-Gülzow fordert einen gesetzlichen Rahmen, damit sich der Stickstoffüberschuss noch deutlicher verringert. „Dazu müssen statt der Schätzung der Nährstoffgehalte mehr Messungen erfolgen. Wenn Landwirte nicht wissen, wie hoch der Stickstoffgehalt im Boden wirklich ist, wird zwangsläufig zu viel gedüngt.“ Aus diesem Grund wäre die Bestimmung des Bodenstickstoffgehaltes auf Ackerland eine sinnvolle Maßnahme. Auch die Schätzwerte zum Stickstoffgehalt der Gärreste aus Biogasanlagen seien zu ungenau. „Erst eine Messung des Stickstoffgehalts zeigt deutlich, wieviel wirklich auf die Felder gelangt“, so Bareiß-Gülzow.

Der Bürger habe ein Recht auf sauberes Wasser. „Da es für die Wasserversorger in Zukunft immer aufwendiger wird, Wasser zu liefern, das den Grenzwert von 50 mg/l Nitrat einhält, werden die Preise für Leitungswasser steigen“, so der VSR. Umso ärgerlicher, da viele Gartenbesitzer heute schon wegen der starken Belastung im Brunnenwasser für viele Aktivitäten im Garten statt Brunnenwasser Leitungswasser verwenden müssen.

Rubriklistenbild: © dpa/Hauke-Christian Dittrich

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