Im geschützten Kreis Gleichgesinnter in Bassum lernen Frauen erfolgreich das Radfahren / „Das ist der beste Kurs für uns“

Basma Ben Toumi hat sich ihren Traum erfüllt

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Erfolgreich lernen Frauen das Radfahren in Bassum.

Bassum - Von Ute Schiermeyer. Die Voraussetzungen waren perfekt: Bestes Wetter an allen zehn Kurstagen, kleine, gut lenkbare Fahrräder und ein Übungsplatz weit ab von neugierigen Blicken. Passend zum Sonnenschein strahlten auch die neun Frauen, die beim Radfahrlernkurs mitgemacht haben. Sie fühlten sich sichtlich wohl unter der Anleitung von Radfahrlehrerin Vanessa Kraschinski.

„Man wird hier sehr einfühlsam und vertraulich begleitet“, meint die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bassum, Christine Gaumann. Zusammen mit ihrer Kollegin Christina Scheele aus Weyhe hatte sie diesen Kurs initiiert – finanziert aus dem Programm „Älter, bunter, weiblicher“ und dem Etat der Gleichstellungsbeauftragten für Bassum, Weyhe und Syke.

Die Teilnehmerinnen mussten nur fünf Euro bezahlen. Und diese Investition hat sich gelohnt. Nachdem die Frauen in den ersten Tagen zunächst mit Erwachsenenrollern fuhren, um ein Gespür für das Fahren zu bekommen, konnten in der zweiten Kurswoche die meisten schon auf den Schulungsrädern des ADFC fahren. Und sie sind sehr glücklich darüber. „Das ist der beste Kurs für uns. Perfekt!“, fasst Basma Ben Toumi aus Weyhe ihre Freude zusammen. „Ich wollte schon so oft Fahrrad fahren lernen. Es war ein Traum für mich.“ Nun hat sie diesen Schritt gewagt und sich ihren Traum erfüllt.

Auch Shushanik Gevorgian aus Bassum-Osterbinde freut sich, endlich Fahrrad zu fahren. Sie kommt gebürtig aus Armenien, konnte als Kind einmal Rad fahren. Aber als Zwölfjährige sei sie gestürzt und seitdem habe sie Angst gehabt zu fahren. Aber nun in dieser kleinen Gruppe, im geschützten Kreis Gleichgesinnter, hat sie sich doch wieder aufs Rad getraut. Es hat von der ersten Minute an geklappt. Auch die Angst ist weg.

Ähnlich geht es Diana Schmucke. „Meine Kinder freuen sich, dass ich mitmache“, lacht sie. Nun können sie bald eine Fahrradtour zusammen machen.

Christine Gaumann findet es toll, dass alle Teilnehmerinnen über die Kursdauer von zehn Tagen dabei geblieben sind, trotz anfänglicher Fuß- oder Rückenschmerzen oder Muskelkater. Das gehöre auch dazu.

Morgen werden die neuen Radfahrerinnen ein Zertifikat erhalten, das ihnen noch mal schwarz auf weiß bestätigt, dass sie das Fahrradfahren erlernt haben. Eine extra Prüfung gebe es nicht, sagt Vanessa Kraschinski. „Die größte Prüfung haben die Frauen schon hinter sich – nämlich hierher zu kommen.“ Für die Teilnahme am Straßenverkehr braucht es aber noch etwas mehr Übung, dafür sollen die Frauen noch weiter auf Übungs- oder Parkplätzen fahren. Wenn sich dann Routine und die Fahrsicherheit eingestellt haben, kann es so richtig losgehen.

„Wir bekommen gutes Feedback. Weil es viel bewegt im Leben“, sagt Kraschinski. Rad fahren zu können, ermögliche neue Perspektiven, so könne man auch eine Arbeit annehmen, die weiter weg sei, Freunde besuchen, einkaufen oder die Kinder aus dem Kindergarten abholen.

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