Firmen werben im Internet mit Bassum

Das Geschäft mit den Algen

Bassum - Von Frauke Albrecht. Algen als Geldanlage: Kurioserweise wird noch immer im Internet mit dem angeblichen Algenstandort Bassum geworben. Es scheint, als hätte die insolvente ÖPAG AG diverse Tochterfirmen – oder, eher unwahrscheinlich, Nachahmer.

So präsentiert die Berliner Firma „Energie Strategen“ als aktuelles Projekt den Bassumer Standort. Sogar Fotos sind abgebildet. Als Inbetriebnahme wird angegeben: 2012/2013. Angebliche Jahresanlagenleistung der Bioalgenmasse: ca. 300 Tonnen Algen Produktion. Angeblicher Jahresumsatz der Algenzuchtanlage: ca. 3,9 Millionen Euro pro Jahr.

Eine Anfrage unserer Zeitung unter der angegebenen Telefonnummer nach detaillierten Informationen zum Bassumer Projekt beantwortet die freundliche Dame am Telefon mit einer Gegenfrage: „Möchten Sie investieren?“ Schließlich landen wir bei Wolfgang Seliger, Geschäftsführer der „Energie Strategen“. Und plötzlich wird aus dem aktuellen Projekt lediglich ein Wunsch: „Wir haben mit der ÖPAG nichts zu tun“, sagt Seliger. Man sei aber an dem Vorhaben in Bassum interessiert und würde dort gerne tätig werden.

Der Besitzer der Fläche in Bassum, Rudolf Cordes, kennt die Firma „Energie Strategen“ nach eigener Aussage nicht. „Es gab keine Anfrage.“

Auch die Firma „Zukunft Jetzt GmbH“ wirbt im Internet noch mit dem „Projekt Algenstandort Bassum“. Die Firma gibt sich als Partner der ÖPAG aus. Unter der angegebenen Telefonnummer läuft eine Bandansage. Alle Leitungen seien belegt, heißt es. Der Anrufer wird aufgefordert, eine Nachricht zu hinterlassen.

Ziel der Firma, so scheint es, ist die Werbung potenzieller Geldgeber. Angeboten werden unter anderem partiarische Darlehen. Darunter versteht man eine Art Beteiligungsdarlehen. Als Entgelt für die Überlassung wird ein Anteil am Gewinn vereinbart. Versprochen wird eine Gesamtrendite von 12,6 Prozent. „Die partiarischen Darlehen an die ÖPAG sind gekennzeichnet durch: Qualifiziertes, nachrangiges Darlehen“, ist zu lesen. Das bedeutet im Falle einer Insolvenz, dass andere Forderungen Vorrang haben.

Auch andere Kommunen glauben schönem Schein

Im Aufbau befindlich ist die Internetseite „Algen-Parks AG“. Als Firmenadresse wird die Königsallee in Berlin angegeben. Nur wenige Häuser entfernt hatte auch die ÖPAG AG ihren Sitz.

Wieviele Privatanleger ihr Geld an diese Firmen verloren haben, lässt sich kaum erahnen. Die Bassumer sind nicht die Einzigen, die auf die Machenschaften hereingefallen sind. Auch andere Kommunen glaubten dem schönen Schein. So sind Vertreter des Berliner Unternehmens im Dezember 2013 nach Homberg gekommen, um dort den Stadtvertretern ihr Projekt Algenzucht vorzustellen, das in der Schießanlage einer Kaserne errichtet werden sollte. Glaubt man dem Internetblog „Homberger Hingucker“ hätten die Herren auch dort überzeugt. Unter anderem mit einem Imagefilm und dem Verweis auf das Unternehmen „Europas größte Indoor-Algenzuchtanlage“.

Rubriklistenbild: © dpa

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