Generalversammlung bei der Erzeugergemeinschaft für Qualitätstiere Syke-Bassum

„Preisverfall ließ sich nicht aufhalten“

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EfQ-Geschäftsführer Stefan Willenborg (links) und Vorstandsvorsitzender Carsten Hillmann-Köster bedankten sich bei Evelyn Zschächner für die Anregungen zur Imagepflege in der Landwirtschaft.

Bassum/Syke - Von Heiner Büntemeyer. Die Generalversammlung der Erzeugergemeinschaft für Qualitätstiere (EfQ) Syke-Bassum war am Mittwoch geprägt von den ungünstigen Entwicklungen in der Fleischerzeugung. Geschäftsführer Stefan Willenborg sprach von einer „schwierigen Marktphase“.

Gleich mehrere Faktoren hätten dabei eine Rolle gespielt: Zunächst habe sich das Embargo gegenüber Russland ausgewirkt, die Nachfrage nach Fleisch sei auch im Inland tendenziell zurückgegangen und die neue Nutztierhaltungsverordnung habe dazu geführt, dass viele Schweinehalter aufgegeben und das Angebot bei der ohnehin schon schwachen Nachfrage noch vergrößert hätten.

„Der Preisverfall ließ sich nicht aufhalten“, bedauerte er. Dieser Preisverfall hatte zur Folge, dass die EfQ für 2014 einen Bilanzverlust von fast 15000 Euro verzeichnet. Da außerdem die sinkenden Preise durch sogenannte „Hauspreise“ für die Erzeuger erträglicher gestaltet wurden, kann keine Dividende ausgeschüttet werden.

„Der Ausgleich durch Hauspreise hat 2014 und 2015 ein Maß erreicht, das wir uns nicht hatten träumen lassen“, klagte Vorstandsvorsitzender Carsten Hillmann-Köster, und Willenborg fügte hinzu: „Das hat uns schwer getroffen.“ Er appellierte an die Schlachthöfe, den Erzeugern entgegenzukommen. Der Schweinehandel könne die Verluste nicht einseitig tragen.

Im Geschäftsjahr 2014 sorgten insgesamt fast zwei Millionen Tiere für ein Umsatzvolumen von 233,5 Millionen Euro. In diesem Jahr werde die Zahl der vermarkteten Tiere auf rund 2,1 Millionen Stück noch weiter steigen, doch während der Mengenumsatz steigt, sinkt der Wertumsatz. Daher konnte Geschäftsführer Willenborg auch für 2015 noch keine Entwarnung geben. „Die Nachfrage bleibt verhalten“, berichtete er. Von einer Kostendeckung sei man immer noch weit entfernt.

In seinem Prüfbericht bestätigte Hans-Wolfgang Richter diesen Befund. Die Ertragslage sei unbefriedigend und eine Besserung nicht in Aussicht. Der EfQ bestätigte er jedoch eine umsichtige Arbeit auf einer sehr soliden Basis.

Der turnusgemäß aus dem Aufsichtsrat ausscheidende Heiner Ortmann wurde einstimmig wiedergewählt.

Anschließend stellte Evelyn Zschächner, die Leiterin für Kommunikation und Marketing der „Initiative Landwirtschaft“, mögliche Maßnahmen für neue Wege in der Öffentlichkeitsarbeit vor. Diese seien erforderlich, weil die Landwirtschaft ein permanentes Ziel von Umwelt- und Naturschutzorganisationen sei. Das habe in der Öffentlichkeit ein negatives Bild von Landwirtschaft geprägt. Daher müssten sich die Landwirte verstärkt um eine Imagepflege bemühen.

Tage des offenen Hofes oder Aktionen mit Schulen und Verbänden reichten dafür nicht, weil dadurch nur jene Schichten erreicht würden, die der Landwirtschaft ohnehin wohlgesonnen gegenüber stehen.

Den Zuhörern stellte Zschächner das in der „Initiative Landwirtschaft“ erarbeitete Projekt „Radiowerbung“ vor. Damit sollten vor allem Menschen in den Ballungsgebieten erreicht werden, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen, Vertrauen zu schaffen, Vorurteile abzubauen und bei ihnen schließlich Verständnis zu wecken.

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