Guttempler bieten Abhängigen Hilfe an

Gemeinsam Weg aus der Sucht finden

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Die Vorstandsmitglieder (v.l.) Monika Harting, Heinrich Burdorf, Jutta Knöbel, Ursula Knickmann, Klaus Bredlow und Horst Harting heißen jeden willkommen.

Bassum - Von Heiner Büntemeyer. „Jeder, der zu uns kommt, wird mit offenen Armen aufgenommen“, verspricht die Vorsitzende der Guttempler-Gemeinschaft Eiserner Wille, Monika Harting. Trotzdem tun sich viele Abhängige sehr schwer, den ersten Schritt zu tun.

Die Hemmschwelle sei sehr hoch, so Harting. Häufig kämen die Betroffenen erst, wenn der Druck übermächtig wird. Wenn die Betroffenen spüren, dass sie gegen ihre Abhängigkeit von Alkohol und/oder Drogen allein nichts mehr ausrichten können, wenn sie fachkundige, einfühlsame Hilfe benötigen.

Gruppen bestehen seit 35 Jahren

Seit 35 Jahren gibt es in Bassum zwei Guttempler-Gemeinschaften. Dabei ging die Gemeinschaft Eiserner Wille vor genau 35 Jahren aus der Gemeinschaft Bassum hervor. Diese „Zellteilung“, wie Schatzmeister Klaus Bredlow sie bezeichnet, wurde erforderlich, weil die Zahl der Teilnehmer im Gesprächskreis immer größer geworden war. Der Gesprächskreis ist die erste Anlaufstelle für Suchtkranke. Dort werden sie von Suchtgefährdeten-Helfern empfangen, die in gemeinsamen Gesprächen behutsam die Probleme erörtern und nach Wegen suchen, um die Sucht in den Griff zu bekommen.

Eine Zeitspanne dafür gibt es nicht. „Jeder spürt selbst, wann er sich ,trocken’ fühlt“, erklärt Jutta Knöbel, und erst dann könne er (oder sie) Mitglied der Guttempler-Gemeinschaft werden. Auf diesem schweren Weg seien Angehörige eine große Hilfe. Es gibt auch Rückfälle. „Aber wir versuchen es immer wieder“, verspricht die Vorsitzende Monika Harting.

Sie ist die dritte Vorsitzende dieser Gemeinschaft. Ihr Ehemann Horst Harting war von 1982 bis 1993 Vorsitzender und von 1997 bis 1999. Dazwischen leitete Ursula Knickmann die Gruppe, bis Harting vor 17 Jahren das Amt übernahm.

Mit Horst Harting, Klaus Bultjer, Heinrich Burdorf, Klaus Bredlow und Jutta Knöbel sind fünf Suchtgefährdeten-Helfer in den Gesprächskreisen im Einsatz. Der erste Gesprächskreis beginnt jeweils mittwochs ab 20 Uhr in den Räumen an der Bassumer Parkstraße 5.

Seit 1994 bietet die Gemeinschaft dienstags ab 19 Uhr einen zweiten Gesprächskreis an. Es ist in erster Linie ein Angebot an Patienten, die zur Entgiftung stationär im Krankenhaus Twistringen behandelt wurden. Vor einigen Monaten ist dieser Gesprächskreis in das Zentrum für seelische Gesundheit am Krankenhaus Bassum umgezogen.

„In den meisten Fällen leidet die ganze Familie“

Bei den Teilnehmern handelt es sich nicht nur um Alkoholkranke. Auch Drogenkranke sowie Menschen mit Depressionen und Angstzuständen können den Weg in den Gesprächskreis wählen. Oberstes Gebot ist die Verschwiegenheit.

Ein weiteres Angebot der Gemeinschaft Eiserner Wille ist der Frauenkreis an jedem letzten Donnerstag im Monat um 20 Uhr. In dieser Gruppe kommen Abhängige, aber auch Angehörige zusammen. „In den meisten Fällen leidet die ganze Familie unter den Abhängigkeiten“, so Harting. Bis vor einem Jahr leitete Hilde Gerkens diesen Frauenkreis. Nun ist Inge Theissen Ansprechpartnerin.

Den Mitgliedern wird bei den wöchentlichen Treffen ein abwechslungsreiches Programm angeboten. Bei Vorträgen geht es um Prävention gegen Trickbetrüger, um die Abzocke bei Kaffeefahrten und den Einsatz von Unkrautvernichtern. Gemeinsam werden Betriebe besichtigt, Ausflüge unternommen und Theater besucht. Alle zwei Jahre verbringen die Mitglieder gemeinsam ein Wochenende mit interessanten Veranstaltungen im Seminarhaus des Guttempler-Bildungswerkes in Hoya. „Geselligkeit wird immer sehr groß geschrieben“, versichert Monika Harting.

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