Geld, das niemand annehmen will

Der Verein „Ein Tropfen Hoffnung“ aus Bassum möchte Familien unterstützen

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Michael Sill überreicht stellvertretend für die Dührkop Energie&Hauselektrik 1000 Euro an die Kassenprüferin des Vereins „Ein Tropfen Hoffnung“, Sandra Nolte.

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Es ist ein bisschen verkehrte Welt. Normalerweise gibt es immer viele Menschen, die Geld brauchen, aber es ist nicht da. Beim Verein „Ein Tropfen Hoffnung“ aus Bassum hat sich inzwischen schon eine Summe angesammelt, die darauf wartet, Familien mit beeinträchtigten Kindern das Leben ein wenig leichter zu machen. Aber niemand möchte das Geld annehmen.

„Wenn ich Familien anspreche, die etwas Unterstützung sicher gut gebrauchen können, wehren sie ab“, berichtet Vorsitzender André Bartels. „Das brauchen wir nicht, wir kriegen ja schon Geld“ sei die häufigste Antwort. Dabei hat der Verein vor Kurzem wieder einen Zuschuss bekommen: 1 000 Euro von Dührkop Energie & Hauselektrik und 530 Euro von Dachdeckermeister Björn Schütte aus Twistringen.

Mit dem Geld möchte der Verein Familien dabei unterstützen, ihre Wohnungen so umzubauen, dass ihr Kind so lange wie möglich bei ihnen leben kann. Anders als vielleicht bei den Krankenkassen, wo erst nach viel Zeit und oft noch mehr Bürokratie die Hilfe in den Familien ankommt, möchte „Ein Tropfen Hoffnung“ schnell und unbürokratisch unterstützen. Die bedürftigen Familien melden sich bei dem Verein, dann wird ihre Anfrage diskutiert, und schon könnten sie das Geld bekommen.

Doch Bartels lässt sich nicht entmutigen. „Ich bin sicher, dass sich in der Weihnachtszeit die eine oder andere Familie bei uns melden wird. Ich habe auch mit dem Bürgermeister gesprochen, und er hat versprochen, sich für uns umzuhören, wer Hilfe gebrauchen könnte.“

Um den Verein noch mehr bekannt zu machen, beispielsweise sich in verschiedenen Vereinen vorzustellen, fehlt Bartels, der beruflich stark eingespannt ist, im Moment die Zeit. Allerdings hat er über einen Kinderarzt Kontakt zu einer Gruppe in Barnstorf aufgebaut, in der sich regelmäßig Mütter mit schwerkranken Kindern treffen. „Die möchte ich in nächster Zeit mal besuchen und auf unseren Verein aufmerksam machen“, sagt Bartels. „Die Netzwerkbildung ist im Gange.“

Kindern soll geholfen werden

Aber das Geld, das bisher zusammengekommen ist, soll auch nicht vor sich hin schimmeln, sondern dafür verwendet werden, wofür es gedacht ist: Kindern zu helfen. Bernhard Schubert, Leiter des Kinderheims „Kleine Strolche“ aus Asendorf, hat sich bei Bartels gemeldet und ihm eine Führung durch das Heim angeboten.

Was Bartels dort gesehen sah, hat ihn beeindruckt, was er hörte, tief bewegt. „Dort sind Kinder, die in ihrem kurzen Leben so viel Schlimmes erlebt haben, dass es eigentlich für drei Leben reichen würde“, sagt Bartels. Für den Verein stand schnell fest: Das Kinderheim soll einen großen Teil des Geldes bekommen, bis sich auch Privatpersonen melden. „Das ist die richtige Institution, wo wir mit einer Spende gleich 30 Kindern helfen können“, freut sich Bartels.

Er hat allerdings gefordert, das von dem Geld nicht irgendwelche Kosten für das Heim bestritten werden, sondern Dinge gekauft, die den Kindern direkt helfen oder Freude machen, wie zum Beispiel Spielzeug.

Bartels hofft, dass auch weiterhin Spenden für den Verein eingehen und sich auch weitere Mitglieder finden. Bisher sind es sieben. Aber am meisten wünscht er sich, dass Familien mit erkrankten Kindern aus dem Raum Bassum und Twistringen den Mut finden, sich bei dem Verein zu melden, damit dieser das tun kann, wofür er gegründet worden ist.

www.hoffnungstropfen.de

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