Organisatoren bleiben optimistisch

Viele Angebote, aber wenig Gäste beim Familien-Sommerfest

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Viele Plätze sind unbesetzt – und so voll wie auf diesem Bild war es beim Familienfest am Wochenende längst nicht immer. 

Bassum - Von Katharina Schmidt. Das erste Familien-Sommerfest an der Gilde-Festhalle in Bassum hätte deutlich mehr Besucher vertragen können. Am Samstag und Sonntag waren jeweils – grob überschlagen – nur um die 500 Gäste der Einladung des Bremer Catering Service gefolgt. Gemessen an dem, was die Organisatoren auf die Beine gestellt hatten, ist die Zahl ernüchternd.

„Für die Standbetreiber ist es kein gutes Geschäft. Für uns auch nicht“, meint Sven Kruse vom Eventmanagement der Gildehalle. „Die Bassumer sind noch etwas träge, oder sie haben unsere Werbung noch nicht wahrgenommen“, mutmaßt er. „Vielleicht haben wir aber auch einfach noch nicht unser Bestes gegeben.“

Kruse bleibt optimistisch, strahlt Zuversicht und Gelassenheit aus. Die beiden ersten Veranstaltungen des Bremer Catering Service – neben dem Familien-Sommerfest zählt „Bassum tanzt“ dazu – bezeichnet er als „Schnellschüsse“. „Wir haben daraus gelernt“, erläutert er.

Und die Veranstalter lernen weiter. Das Familien-Sommerfest eins zu eins zu wiederholen, das würde Kruse zum Beispiel nicht. Ein Punkt mit Verbesserungspotenzial seien die Parkmöglichkeiten gewesen. Die Fläche direkt an der Halle war belegt mit Karussell, Hüpfburg, Trampolin und Buden. Der Parkplatz vor dem Fitnessstudio ist für dessen Kunden gedacht. So wurde es auf den verbleibenden Stellflächen auch ohne große Besuchermassen schnell eng.

Kulinarische Vielfalt ohne langes Anstehen

Doch nicht alles war unausgereift, ganz im Gegenteil. Das Essensangebot ging weit über Bratwurst und Pommes hinaus. Besucher hatten die Wahl zwischen Rhabarber-Eis, Süßkartoffel-Pommes, Corn Dogs und vielen mehr. Lange anstehen? Fehlanzeige. So unbefriedigend es für manche Standbetreiber gewesen sein mag, dass nicht viel los war: Für Besucher hatte es auch Vorteile. Wartezeiten gab es kaum, und für den Kinderwagen blieb immer genug Platz.

Um die 50 Flohmarktbeschicker (nicht alle waren an beiden Tagen da) boten Kinderkleidung, Deko, Spiele, Klamotten und mehr.

Diejenigen, die sich nach dem Fest wieder auf den Heimweg machten, waren oft satt und gut gestellt. Sie lobten das Essensangebot und hatten allenfalls anzumerken, dass man zumindest ohne Kinder, die an Hüpfburg und Karussell stoppen wollen, den Rundgang über das Gelände recht schnell abgeschlossen hatte. Dass nicht mehr da waren, erklärten sie sich damit, dass das Wetter viele vielleicht eher zu einem Freibad-Besuch animiert hatte. Zudem kam die Vermutung auf, dass einige Familien im Urlaub sind.

Josephine (l.) und Anna verkaufen Kuscheltiere, Bücher und altes Spielzeug. Der Verkauf könnte besser laufen – aber sie haben Spaß.

Und was sagen die Flohmarktbeschicker? „Es macht Spaß, hier zu verkaufen“, berichtete die 15-jährige Anna aus Twistringen, die mit der gleichaltrigen Josephine Spielzeug und andere Überbleibsel aus Kindheitstagen verkaufte. „Aber der Flohmarkt war Samstag nicht so gut besucht. Wir haben auch von anderen gehört, dass sie nicht so zufrieden waren.“ Sonntag sei es besser gewesen.

30 Events bis Ende 2018 in der Gildehalle angedacht

Eine Verkäuferin aus Bremen bestätigte, dass das Geschäft ein bisschen besser hätte laufen könnte. „Ich glaube, die Leute bummeln mehr, als dass sie wirklich kaufen.“ Das Konzept des Sommerfestes finde sie aber prinzipiell gut.

Der Catering Service feilt weiter an Konzepten, um von den Bassumern stärker wahrgenommen zu werden. Kruse hält 30 Veranstaltungen in der Gilde-Festhalle bis zum Jahresende für möglich.

„Den ersten Dominostein haben wir noch nicht umgeworfen“, sagt er. Sprich: Die Sache mit den Veranstaltungen in Bassum hat noch nicht so richtig Fahrt aufgenommen. „Aber vielleicht kippelt er ja gerade leicht.“

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