Kontakte zu drei Ländern

Freundeskreis europäischer Partner: So geht Europa

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Im Mai geht es nach Frankreich: Wilhelm Bäker, Johanna Block und Dieter Delecat (v.l.) nehmen Interessierte gern mit. 

Bassum - Von Frauke Albrecht. In Zeiten, in denen Europa auseinanderrückt, ist es notwendiger denn je, Freundschaften und Partnerschaften zu den Nachbarländern zu pflegen. Diesem Ziel hat sich der Freundeskreis europäischer Partner in Bassum verschrieben – und das schon seit Jahren.

Bassum unterhält Kontakte zu drei Städten – zu Fresnay sur Sarthe in Frankreich, zu Spilsby in England und Telsˇ   iai in Litauen. Der älteste Kontakt ist der zu den Bürgern von Fresnay. „In diesem Jahr feiern wir 45 Jahre Partnerschaft“, freut sich die Vorsitzende des Freundeskreises, Johanna Block.

Vom 25. bis zum 28. Mai fährt eine Delegation nach Frankreich. Noch können sich Bassumer dafür anmelden. Es wird ein kurzer Aufenthalt übers Wochenende. „So können auch Jugendliche mitfahren“, so Block. Gerne würde der Freundeskreis auch Familien mit Kindern mitnehmen.

45 Jahre sind eine lange Zeit – aus Fremden sind Freunde geworden. „Wir zeigen, dass Europa funktioniert“, sagt Block. Es sei schön, Freunde zu haben in Europa und zu wissen, dass man zueinander steht. Da dürfe man nicht nachlassen.

Es sei allerdings nicht immer einfach, über Jahre Kontakte aufrecht zu erhalten, denn gerade für Jüngere sei ein Austausch heutzutage nicht mehr ganz so interessant wie früher. Die Gründe sind vielfältig. Zu wenig Zeit, kein Interesse, und viele exotische Orte, die ganz bequem zu erreichen sind.

45 Jahre Partnerschaft zu Fresnay sur Sarthe

„Die Welt ist kleiner geworden. Früher war ein Austausch etwas Besonderes“, erinnert sich Jugendwart Dieter Delecat an die Anfänge. „Für die Jugendlichen war es seinerzeit ein Abenteuer, nach Frankreich zu fahren. Die Erwachsenen, vor allem die Älteren, die die Kriegswirren erlebt hatten, genossen das unglaubliche Gefühl, sich mit einem Franzosen friedlich zu unterhalten.“

Angefangen hatte alles mit einem Schüleraustausch 1967/1968. Initiator war Wilhelm Hellriegel. 1972 wurde die Partnerschaftsurkunde unterschrieben.

Der Freundeskreis gründete sich, um den Austausch mit Leben zu füllen und die Kontakte auf Vereinsebene zu unterstützen. Feuerwehr, TSV, Kantorei und auch die Landwirte knüpften nach und nach Kontakte. Einige davon seien leider wieder eingeschlafen.

Eine Partnerschaft will gepflegt werden, weiß der zweite Vorsitzende Wilhelm Bäker. Darauf habe er auch in seiner Funktion als Bürgermeister in seiner aktiven Amtszeit immer hingewiesen.

2004 fuhr er zum ersten Mal mit dem Lionsclub nach Litauen. „Wir wurden mit offenen Armen empfangen.“ Die litauische Seite suchte den Anschluss zum Westen. Man sorgte sich vor einem Konflikt mit Russland, so Bäker. 2009 unterzeichneten beide Städte eine Freundschaftsurkunde.

„Es wäre ein Gewinn für beide Seiten“

Die Litauer bekundeten ein großes Interesse an einem wirtschaftlichen Austausch. Bäker bedauert: „Schade, dass sich viele Betriebe noch zurückhalten.“

Das sieht Delecat ähnlich: „Ich plädiere seit Jahren dafür, dass Kommunen Unterkünfte für Praktikanten oder Stipendiaten vorhalten sollten – ähnlich wie Stuhr das mit den Kunststipendiaten macht. „Es wäre ein Gewinn für beide Seiten“, ist er überzeugt.

Während die Bereitschaft der Litauer riesig ist, sich den Bassumern zu nähern, war das Interesse aus Spilsby in den vergangenen Jahren eher mäßig. „Das liegt auch daran, dass in Spilsby an den Schulen kein Deutsch unterrichtet wird“, erzählt Delecat. 30 Jahre lang habe die Oberschule versucht, Kontakte nach England zu bekommen.

Dem Freundeskreis gelang schließlich das, was die Schule lange vergeblich versucht hat: Dass Spilsby die Partnerstadt von Fresnay ist, hat die Sache vereinfacht.

Im vergangenen Jahr versuchte der Freundeskreis einen Austausch über den Sportverein Neubruchhausen. „Es war ein riesiger Erfolg“, erzählt Delecat. „Hinterher waren alle begeistert. Nun wird ein Gegenbesuch vorbereitet.“ Bäker weiß: „Einer muss einfach mal den Anfang machen.“

Möglichkeiten gibt es gleich zwei: Vom 25. bis 28. Mai geht es nach Fresnay. Für September plant der Freundeskreis eine Fahrt nach Litauen. Mitfahrer sind willkommen.

Mehr online: www.freundeskreis-europaeischer-partner.de/

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