Gegen GAR und Ausbau der B51: Bürgerinitiative formiert sich neu

Schluss mit Schmusekurs

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Der neue Vorstand: Hannelore Kosche (zweite Vorsitzende), Jürgen Schierholz (erster Vorsitzender), Angelina Kinne (Schatzmeisterin) und Jürgen Frinker (Schriftwart).

Bassum - Von Maik Hanke. Krach hatte sich angedeutet. Dieses Mal aber nicht etwa mit Firmen oder Verwaltungen. Im Gegenteil. Vielen Mitgliedern der Bürgerinitiative für Landschafts- und Umweltschutz Nordwohlde und Fahrenhorst missfiel der Kurs des eigenen Vorstands – weil er zu konfliktscheu sei. Am Mittwoch haben sich die Mitglieder bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung auf einen neuen Vorstand geeinigt. Das Ziel: Schluss mit Schmusekurs.

Jürgen Schierholz ist neuer erster Vorsitzender der Bürgerinitiative. Er setzte sich bei der Wahl gegen den bisherigen Amtsinhaber Uwe Hartmann durch. Den Vorstand komplettieren Hannelore Kosche als zweite Vorsitzende und Jürgen Frinker als Schriftwart. Friedrich W. Bösche und Jutta Eiben-Bösche kandidierten nicht erneut. Einzige Konstante: Angelina Kinne bleibt Schatzmeisterin.

Schierholz will der Bürgerinitiative zu neuem Elan verhelfen und in der Öffentlichkeit ein stärkeres Profil geben. Einige Kernthemen hat die Initiative dafür jetzt auch abgesteckt: Sie will weiterhin vorgehen gegen die Lärm- und Geruchsbelästigung durch die GAR (Gesellschaft für Abfall und Recycling), gegen den Sandabbau bei Stühren, die Ansiedelung von GS Agri und den Ausbau der Bundesstraße 51.

Bevor sich die Mitgliederversammlung aber Inhalten zuwenden konnte, musste sie sich mit sich selbst beschäftigen. Schon im Vorfeld hatten die Mitglieder kritische E-Mails ausgetauscht, manche verschafften ihrem Unmut dann auch in der Sitzung Luft.

Vor allem die Außendarstellung der Initiative und der zu seichte Umgang mit der GAR waren Streitthema.

„Der Vorstand ist nicht willens, was zu machen“, kritisierte etwa Norbert Borchard, der vor der Sitzung mit der Kündigung seiner Mitgliedschaft gedroht hatte. Alfred Krüger konstatierte, dass man sich bei der GAR mit den Beschwerden „schon seit Jahren“ unglaubwürdig gemacht habe. Und Inga Pflug empfahl, dass Themen zukünftig besser durchgearbeitet werden müssten.

Aber es sollte ein reinigendes Gewitter in der Mitgliederversammlung werden: Mit großer Mehrheit brachte die Bürgerinitiative schließlich zwei Anliegen auf den Weg. Sie wenden sich in einem Brief unter anderem an den Bundestagsabgeordneten Axel Knoerig, gegen die anstehenden Fracking-Gesetze zu stimmen.

Und sie einigten sich auf eine Stellungnahme zum Ausbau der B51. Demnach hält die Bürgerinitiative die Pläne für „überflüssig und zutiefst schädlich für Umwelt und Landwirtschaft“. Laut Schierholz bedeute der Ausbau nur noch mehr Verkehr. Die Initiative spreche sich zudem für eine Maut des Schwerlastverkehrs auf der B51 aus.

Schierholz wolle überdies eine Feinstaubmessung an der Straße beantragen. Die sei „wirklich heftig“, vermutet der Vorsitzende.

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