Gedenken in Gummistiefeln

Bassumer SPD moniert fehlende Zuwegung zum Jüdischen Friedhof

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Ideengeberin und Ortsvereinsvorsitzende Luzia Moldenhauer und Fraktionsvorsitzender Dr. Christoph Lanzendörfer auf dem jüdischen Friedhof in Bassum. Die Bassumer Sozialdemokraten wünschen sich eine bessere Erreichbarkeit der Gedenkstätte nahe der B61.

Bassum - Von Frank Jaursch. In den tiefen Spurrillen im Boden steht das Wasser. Nur mit Mühe gelingt es, trockenen Fußes die Gedenkstelle zu erreichen, auf die das grüne Schild an der B 61 hinweist. „Eigentlich sind immer Gummistiefel nötig, wenn man hierher kommen will“, sagt Luzia Moldenhauer. Die Vorsitzende des Bassumer SPD-Ortsvereins steht auf dem Jüdischen Friedhof von Bassum. Sie hat ein Thema neu angestoßen, das es seit mehr als zehn Jahren immer wieder mal gab: Es gibt keine Zuwegung zu dem Kulturdenkmal.

Wer hierher kommen will, benötigt eigentlich sogar ein Fahrrad: Einen Parkplatz in unmittelbarer Nähe gibt es nicht, das Parken an der Bundesstraße ist verboten. Kein Zustand, finden die Bassumer Sozialdemokraten. „Ich bin der Meinung, dass so eine Gedenkstelle für die Öffentlichkeit zugänglich sein sollte“, betont Moldenhauer.

Der Friedhof selbst ist eigentlich in ordentlichem Zustand: Der Bauhof schneidet regelmäßig die Grabstellen, der Zaun wurde vor wenigen Jahren ertüchtigt, die 28 Grabsteine der zwischen 1852 und 1942 verstorbenen Juden pflegt der Landesverband der Jüdischen Gemeinden. „Ein Raum der Stille, ein wunderschöner Platz“, findet Dr. Christoph Lanzendörfer. „Hier soll nichts verändert werden.“

Mit Ausnahme der Bodenplatten vielleicht, die in einigen Bereichen zu Stolperfallen geworden sind und auf denen Moos für einen unsicheren Stand sorgt. Für die SPD aber ist in diesem Fall buchstäblich der Weg das Ziel: „Wir können da doch als Stadt sicher etwas tun“, meint Moldenhauer. Sie stellt sich etwa eine geschotterte Zuwegung vor, eventuell zwei Stellflächen für Autos direkt am Friedhof.

Natürlich gelte es, zuvor die Eigentumsverhältnisse zu regeln. Moldenhauer und Lanzendörfer können sich darüber hinaus noch weitere Elemente vorstellen, die „mit Bordmitteln“ für eine angemessene Behandlung des Ortes sorgen könnten. Eine vernünftige Sitzgelegenheit etwa oder eine Infotafel, ähnlich denen, die es bereits auf dem Friedhof an der Marie-Hackfeld-Straße gibt.

Natürlich ist die Abgeschiedenheit des Jüdischen Friedhofs auch eine Art, diesen Ort zu schützen – zu oft wurden in der Vergangenheit solche Stätten geschändet. Doch Christoph Lanzendörfer hält diesen Punkt für ein Totschlagargument fürs Nichtstun: „Wenn wir alle von hier weghalten, wird es irgendwann aus den Köpfen verschwunden sein.“

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