Wedehorner Treckertreffen ermöglicht erste Fahrversuche

„Gar nicht so schwer“

Iris Meyer sitzt zum ersten Mal in ihrem Leben auf einem Trecker – und zwar auf dem von Carsten Uerkvitz. - Fotos: Kaack

Wedehorn - Von Ulf Kaack. Kernig ging es zu, familiär und bodenständig – das 7. Treckertreffen war für alle Beteiligten ein voller Erfolg. Mehr als 200 Traktoristen waren mit ihren eisernen Oldtimern angereist. Rund 3.000 Besucher, so schätzen der veranstaltende Heimatverein und die Freiwillige Feuerwehr, haben es sich auf dem Dorfplatz vor dem Göpel gut gehen lassen.

Die ganze Vielfalt überwiegend längst nicht mehr existierender Traktormarken der letzten sieben Jahrzehnte galt es zu bestaunen: IHC, Fendt, Massey-Fergusson und natürlich die längst zum Kultstatus erhobenen Lanz-Bulldogs mit ihren unverwüstlichen Glühkopfmotoren. Überall qualmte es, roch es nach Diesel.

Die Besitzer der oftmals penibel restaurierten alten Eisenhaufen hatten es sich derweil mit Wohn- und Bauwagen im Fahrerlager gemütlich gemacht. Hier freuten sie sich über die zahlreichen Traktorfans aus ganz Norddeutschland, beantworteten geduldig Fachfragen und führten Benzingespräche.

Mit von der Partie war wie gewohnt Carsten Uerkvitz (48) mit seinen Söhnen Dennis (24) und Lars (18) aus Kastendiek. Die drei Urgesteine der Oldtimerszene hatten einige Deutz- und Fendt-Schlepper aus ihrer Sammlung dabei. Technisch im guten Zustand, optisch so belassen, wie es ein langes landwirtschaftliches Arbeitsleben halt so mit sich bringt.

Und ausgerechnet diesen drei Überzeugungstätern lief Iris Meyer aus Nüstedt in die Arme: „Mit Treckern hatte ich in meinem Leben bislang nichts zu tun, war eigentlich nur wegen des Flohmarkts und des Familienfestes in Wedehorn“, sagt die 47-Jährige. „Carsten hat mir einige interessante technische und historische Detail über seinen betagten Deutz erzählt. Und bevor ich es richtig begreifen konnte, saß ich schon auf dem spartanischen Blechsitz des Oldies. Eine kurze Einweisung, und schon tuckerte ich hinter dem Steuer selbst über den Acker. Spannend, spaßig und gar nicht so schwer.“

7. Wedehorner Treckertreffen

Hoch her ging es am Abend beim Auftritt der Wedehorner Kultband „Eimer & Forke“ mit plattdeutschen Texten und erdigem Rock’n’Roll auf dem rappelvollen Dorfplatz. Für so manch einen Hartgesottenen Grund dafür, bis in die Morgendämmerung zu feiern.

„Mal wieder hat unser ganzes Dorf an einem Strang gezogen, um das Oldtimertreffen nahezu in Perfektion über die Bühne zu kriegen“, sagte am Ende der sichtlich geschlauchte, aber sehr zufriedene Ortsvorsteher Horst Husmann. Ohne das vielschichtige ehrenamtliche Engagement der Wedehorner wäre ein solches Event nicht zu stämmen. Husmann: „In zwei Jahren, da bin ich mir sicher, sind wir wieder mit vereinten Kräften am Start.“

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