Bassumer Künstlerin akzeptiert keine korsetthaften Einschnürungen

Gansbergs Motto: Kunst ganz nah am Menschen

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Künstlerin Britta Gansberg und Bürgermeister Christian Porsch eröffneten am Mittwoch die ungewöhnliche Ausstellung „Danke für eure Arbeit“.

Bassum - Von Ulf Kaack. Es ist eine ganz besondere Kunstausstellung, die am Mittwoch mitten im Herzen Bassums eröffnet wurde. „Danke für eure Arbeit“, titelt sie.

Und auch die Art der Darstellung ist alles andere als gewöhnlich. Kunst im öffentlichen Raum, die auf ihre Weise ganz nah dran ist an den Menschen.

In Sachen Kunst akzeptiert Britta Gansberg keine korsetthaften Einschnürungen. Raum zum Atmen und zum Wirken will sie ihren Arbeiten geben. Dabei bedient sich die Bassumerin exakt den Möglichkeiten, Techniken, Materialien und Präsentationsplattformen, die ihr angemessen erscheinen. Und das wird bei ihrer aktuellen Ausstellung besonders deutlich.

Aufmerksamkeit für diejenigen, die sich im Beruf für die Allgemeinheit engagieren

Die Idee für das Fotoprojekt „Danke für eure Arbeit“ hatte sie bereits vor einigen Jahren. Doch erst im Gespräch mit dem Bassumer Bürgermeister Christian Porsch im vergangenen Herbst nahm es konkrete Formen an: „Ich wollte, und das durchaus im Namen aller Bürger, all die Menschen aufs Trapez heben, die sich tagtäglich in ihrem Beruf für die Allgemeinheit engagieren. Ganz selbstlos, ganz selbstverständlich. Einfach mal mit Nachdruck Danke sagen, das war der Ansatz.“

Umgesetzt hat sie ihre Intention auf fotografische Weise. Mit einer digitalen Spiegelreflexkamera des Typs Sony A 580 hat sie verschiedene Berufsgruppen porträtiert. Ausschließlich in Schwarzweiß – schnörkellos und dokumentarisch, einfach nur pur. Diese kontrastreichen und knackscharfen Aufnahmen hat die Künstlerin ohne Verfremdungen oder Nachbearbeitung großformatig reproduziert. Sie zieren nun den Bauzaun vor dem ehemaligen Strahmann-Gebäude im westlichen Einmündungsbereich der Sulinger Straße.

Ein Blick ins Ausland offenbare, wie gut es den Menschen in Deutschland geht

Abgebildet sind Polizeibeamte, Rettungssanitäter und Feuerwehrleute, die sich nicht selten unter Einsatz der eigenen Gesundheit tagtäglich um das Gemeinwohl verdient machen. Das pflegerische und medizinische Krankenhauspersonal sind Motive – rund um die Uhr für leidende Menschen im Dienst. Oder die wind- und wettererprobten Postler und Müllmänner, die das Leben der Mitmenschen so ganz selbstverständlich erleichtern.

„Schon ein Blick über die Grenzen hinweg ins Ausland offenbart, wie gut es uns geht, aufgrund des Engagements der hier abgebildeten Menschen“, bemerkte Christian Porsch in seiner Eröffnungslaudatio im bunten Piazzetta-Zirkuszelt.

„Es gibt noch viel mehr Helden des Alltags“

Dabei erhebt Britta Gansberg ausdrücklich keinen Anspruch auf Vollständigkeit: „Es gibt noch viel mehr Helden des Alltags, die unsere Wertschätzung verdienen. Häufig scheiterte es jedoch an logistischen Gründen, sie für ein Portrait vor dem Objektiv zu vereinigen. Darum stehen die hier abgebildeten Berufsgruppen stellvertretend für alle.“

Dabei ist es keinesfalls auszuschließen, dass das Fotoprojekt in Zukunft noch wachsen wird. Darüber hinaus führt Britta Gansberg aktuell Gespräche mit Kulturschaffenden in Syke, um ein Kunstprojekt ähnlicher Couleur auch in der Hachestadt zu realisieren.

„Kunst muss sich nicht zwangsläufig darauf beschränken, ein Bild oder eine Skulptur zu sein“, erklärt Britta Gansberg ihre Sicht der Dinge. Hier – mitten im öffentlichen Raum – kann sie jeder sehen, kann sich jeder damit beschäftigen. Und Kunst muss nicht immer kritisch sein, den Finger in die Wunde legen. Sie kann auch einfach mal Danke sagen!“

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