Gästeführung durch den Bassumer Tierpark Petermoor

Gefährdete Tierrassen im ehemaligen Sumpfgebiet

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Gästeführerin Brigitte Stein (r.) berichtete, wie in dem einstigen Sumpfgebiet ein Naherholungsgebiet entstand.

Bassum - Von Anika Bokelmann. Einst lag der Petermoor-Teich in einem Sumpfgebiet. Von den 1930er- bis Ende der 1950er-Jahre nutzte eine Hemelinger Brauerei das Wasser zur Eiszubereitung. Viele Kinder sind schon auf dem kleinen Teich Schlittschuh gelaufen. Heute bildet er das Zentrum des Bassumer Tierparks Petermoor, in dem 324 Tiere leben. Dort war am Sonntag Treffpunkt einer Gästeführung mit Brigitte Stein.

Die Bassumerin hat sich vor zwei Jahren zur Gästeführerin ausbilden lassen, ist selbst häufig mit ihren Enkelkindern im Tierpark. Sie freut sich, wenn sie Besuchern die 30.000 Quadratmeter große Anlage näherbringen kann. Knapp 15 Besucher lauschten ihren Ausführungen über die Entwicklung des Tierparks sowie die zahlreichen Veränderungen, die dank des Fördervereins ermöglicht werden.

Stein erzählt insbesondere von der Historie

„Ich entdecke jedes Mal etwas Neues, wenn ich herkomme“, betonte Stein beim Rundgang, der sich in erster Linie um die Historie des 1967 gegründeten Tierparks drehte. „Informationen zu den Tieren müssen die Tierpfleger geben“, so Brigitte Stein. Allerdings waren diese am Sonntag da, obwohl eine Katta-Fütterung für die Gästeführung angekündigt worden war, was die jüngsten Teilnehmer bedauerten.

Stattdessen bekam die Gruppe einen Eindruck vom finanziellen Aufwand, der für den Erhalt der Anlage nötig ist. Die Stadt Bassum als Eigentümerin wird vom Förderverein unterstützt: Rund 20.000 Euro gibt der Verein jährlich als Zuschuss. Zudem kümmern sich die aktiven Mitglieder um die Wege und die Anlage an sich. „Dank Erbschaften und den Beiträgen der rund 300 Mitglieder geht es dem Förderverein sehr gut“, berichtete Stein und zeigte die jüngsten Projekte wie den Bachlauf in der Asia-Anlage sowie eine Hainbuchenhecke als Sichtschutz im Soayschafe-Gehege.

Besucher nutzen die Spendenbox bei freiem Eintritt gerne

Die Besucher tauschten sich über ihre Erlebnisse im Petermoor aus. Vielen ist die Anlage aus Kindertagen bekannt, insbesondere die Schwäne, mit denen zahlreiche Bassumer schon auf verschiedene Art und Weise Bekanntschaft geschlossen haben.

Rund 20.000 Besucher, so schätzen die Verantwortlichen, kommen jedes Jahr. Eine genauere Erfassung ist nicht möglich, da der Eintritt frei ist. Die Spendenbox an den Eingängen, die mittlerweile fest installiert und gesichert sind, wie Stein sagte, leeren die Pfleger regelmäßig. Im Tierpark arbeiten ein Vollzeitpfleger, eine Teilzeitangestellte sowie ein Auszubildender.

Der Tierpark Petermoor ist seit 2007 als Arche-Park von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) anerkannt und hat sich damit der erlebnisbezogenen Wissensvermittlung verschrieben. Unter den rund 324 Tieren in 77 verschiedenen Arten können die Besucher auch solche erleben, die auf der roten Liste der gefährdeten Nutztierrassen stehen, beispielsweise das Widderkaninchen.

Streit zwischen Hamburger und Frankfurter Kattas

An Nachwuchs mangelt es dem Tierpark nicht, wie die Gästeführerin erfreut feststellte. Schon zum zweiten Mal haben die Nandus in diesem Jahr Küken, wobei das erste Gelege mit der Hand aufgezogen wurde. Allerdings gebe es auch immer wieder mal Probleme unter den Tieren. „Die Kattas stammen aus Hamburg und Frankfurt und haben sich oft gestritten“, wusste Stein. Aus diesen Streitigkeiten hat ein Tier eine Verletzung davongetragen, ein anderes musste Bassum verlassen. Seitdem leben noch vier Kattas im Affenhaus.

Seit zwei Jahren führt der Tierpark offiziell das Zoo-Prädikat, berichtete Brigitte Stein abschließend. Doch der Name Tierpark habe sich etabliert, sodass dieser auch nach der EU-Zulassung bestehen bleibt. In diesem Jahr steht ein großes Fest an: Die Akteure wollen mit geladenen Gästen und der Öffentlichkeit das 50-jährige Bestehen des Tierparks am Sonntag, 3. September, feiern.

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