Kreissparkasse

Für Geldgeschäfte in den Nachbarort: Filialen in Neubruchhausen, Nordwohlde und Bramstedt schließen

Filiale der Kreissparkasse Nordwohlde
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Die Kreissparkasse Syke dünnt ihr Filialnetz weiter aus. In Nordwohlde gibt es künftig keine Möglichkeit mehr zum Geldabheben.

Bassum – Wenn die Filialen der Kreissparkasse Syke in Nordwohlde, Neubruchhausen und Bramstedt zum Jahresende ihre Türen schließen, werden diese sich im kommenden Jahr nicht wieder in der Weise öffnen, wie es bislang der Fall war. Für die Kunden in den Bassumer Ortschaften bedeutet das, künftig weitere Wege fahren zu müssen, wenn sie Bargeld oder persönliche Beratungen benötigen.

In Bramstedt bleiben zumindest der Geldautomat und der Kontoauszugsdrucker in dem Haus erhalten und sind jederzeit zugänglich. Somit entsteht dort eine Selbstbedienungsfiliale. Auch der Defibrillator hängt weiterhin in dem Haus in der Dorfstraße 18, berichtet Bramstedts Ortsvorsteher Julian Zurmühlen, dass es hier ein Missverständnis gegeben habe. „Der Defi ist wieder da“, so Zurmühlen.

„Insbesondere für die älteren Bewohner ist es schade.“

Ihm zufolge sei die Entwicklung absehbar gewesen, als die Filiale nur noch an zwei Tagen in der Woche geöffnet hatte. Dennoch sei man im Ort nicht gerade erfreut, sagt Zurmühlen. „Insbesondere für die älteren Bewohner ist es schade“, bedauert der Ortsvorsteher, dass man ab kommender Woche etwa für eine Überweisung nach Bassum oder Syke fahren müsse. Denn im Ort eingeworfene Überweisungsträger werden nicht weiter bearbeitet, stellt die Kreissparkasse klar.

„Wir sind weiterhin erreichbar und stellen eine flächendeckende Versorgung mit unseren Finanzdienstleistungen sicher“, so das Kreditinstitut weiter. „Das Zahlungsverhalten unserer Kunden hat sich verändert“, begründet Dennis Landt vom Marketing der Kreissparkasse die Umstrukturierung. Während Papierbelege stetig abnehmen, steigen die Nutzerzahlen beim Onlinebanking. Ralf Warneke, Marketing-Chef der Kreissparkasse Syke, ergänzt: „Die Menschen steuern die Entwicklung letztlich durch ihr eigenes Nutzungsverhalten.“ So habe sich in der Pandemie gezeigt, dass viele Anfragen über das Internet abgewickelt werden können. „Die Bewohner in den Ortschaften, in denen wir die Filialen jetzt schließen, haben Verständnis“, so Warnekes Beobachtung. Er ist sich sicher, dass der Schritt vor zehn Jahren „noch für ganz andere Reaktionen gesorgt hätte“.

Entscheidung war ein großer Aufreger.

Anfangs sei die Entscheidung „ein großer Aufreger gewesen“, berichtet Werner Wisloh aus Neubruchhausen. Doch mit ein wenig Abstand betrachtet, könne er die Filialschließung nachvollziehen, sagt der Ortsvorsteher. Schließlich sei die Filiale der Kreissparkasse selten genutzt worden. „Man braucht auch immer weniger Bargeld“, ist sich Wisloh sicher, dass man andere Wege findet, seine Bankgeschäfte zu tätigen. Dennoch will er das Gespräch mit Vertretern der Kreissparkasse suchen, um die Optionen für Neubruchhausen zu erörtern.

Auch in Neubruchhausen gibt es künftig keine KSK-Filiale mehr.

Über die Ausdünnung der Filialstruktur hatte das Institut über verschiedene Kanäle informiert. „Alle Kunden sind umfassend in Kenntnis gesetzt worden“, betont Landt. Zunächst habe die Kreissparkasse von den Schließungen unmittelbar betroffenen Kunden angeschrieben und kurz vor den Feiertagen sei ein weiteres Schreiben erfolgt. „Darin haben wir die neuen Beraterteams mit den individuellen Ansprechpartnern vorgestellt“, so der Sprecher der Kreissparkasse. Ihre Betreuer finden die Bankkunden aus Bramstedt, Neubruchhausen und Nordwohlde künftig in der Sparkassenfiliale in Bassum, Sulinger Straße 1.

Die Mitteilung über die Schließung sei auch in Nordwohlde nicht gut bei den Bürgern angekommen, weiß Birgit Kattau. Die dortige Ortsvorsteherin hat eigenen Angaben zufolge deshalb Kontakt zu dem Kreditinstitut aufgenommen und sich über eine Möglichkeit für Beratungen vor Ort informiert. „Wenn der Bedarf tatsächlich vorhanden ist, will man über einen solchen Service nachdenken“, sagt Kattau und verspricht, sich weiterhin für eine Lösung einzusetzen.

In Bramstedt bleibt eine SB-Filiale mit Automat und Kontoauszugsdrucker.

Für die jüngeren Bewohner sei die Schließung ein geringeres Problem, meint die Ortsvorsteherin. „Im Zeitalter der Technik gibt es andere Wege. Und viele Supermärkte zahlen inzwischen auch Bargeld aus.“ Deshalb findet sie die Frage, ob sich eine kleine Filiale überhaupt noch lohnt, durchaus berechtigt. „Letztlich haben wir es in der Hand. Was nicht genutzt wird, verschwindet.“

Die letzten Tage in ihren langjährigen Arbeitsstätten sind für die Mitarbeiter der kleinen Kreissparkassen-Filialen nun noch einmal ein wenig stressig. Es müssen alle Vorbereitungen getroffen werden, damit ab Montag in den neuen Teams alles funktioniert. „Wir bündeln die Kräfte und das Beratungsangebot jenseits der kleinsten Filialen“, machte die Kreissparkasse unlängst deutlich.

Auch wenn die Filialen in den Ortsteilen nicht länger in gewohnter Weise zur Verfügung stehen, werden sie nicht zwangsläufig leer stehen. „Wir wollen alle übrigen Filialen in den nächsten Jahren auf den neusten technischen Stand bringen. Für die Umbauarbeiten werden wir unsere Gebäude weiterhin benötigen und vor allem auch nutzen“, verrät Ralf Warneke. So würden Mitarbeiter übergangsweise ihre Büros verlagern oder die Räume als Lager dienen, erklärt der Marketing-Chef zur Zwischennutzung. Bei den angemieteten Filialen, etwa in Neubruchhausen, liege es an der Entscheidung des Vermieters, was künftig mit dem Gebäude passiert.

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