Kommunalwahl

Kodjovi Kougblenou setzt sich als Einzelbewerber für zweisprachige Kitas in Bassum ein

Kodjovi Kougblenou.
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Den Spielplatz aufwerten: eins der Ziele von Kodjovi Kougblenou. Er tritt als Einzelbewerber an, dabei unterstütz ihn sein Verein „Sprache verbindet“.

Bassum – Der Sandkasten ist ein Haufen Sand ohne Kasten, die Spielgeräte sind sichtbar in die Jahre gekommen. „Lieblos“ lautet Kodjovi Kougblenous Urteil über den Spielplatz zwischen Oststraße und B 51 in Osterbinde.

Der 35-Jährige wohnt mit seiner Partnerin und drei Kindern in der Nähe. Er tritt am 12. September als Einzelbewerber für einen Sitz im Bassumer Stadtrat an. Seit Kurzem hängen die ersten Plakate. „Frischer Wind für Bassum“ steht darauf. Oder „Bassum in Bewegung“.

Der Slogan mit der Bewegung ist durchaus wörtlich zu nehmen. Eine von Kougblenous Ideen ist nämlich, Bassumer Spielplätze, wie den in Osterbinde, auf Vordermann zu bringen. Für die Kinder, aber auch so, dass Erwachsene etwas davon haben. „Man könnte Outdoor-Geräte anbringen.“ Damit könnte man unter dem Motto „Sport unter Nachbarn“ Bewegungstraining anbieten und so „die Leute ein bisschen glücklicher machen“.

Die Menschen glücklicher machen – ein Satz, der häufiger fällt, wenn man sich mit Kodjovi Kougblenou unterhält. Auch wenn er über das Projekt spricht, in das er durch seinen Gang in die Lokalpolitik wieder Bewegung bringen will.

Gemeint ist ein Projekt für einen deutsch-französischen Kindergarten in Bassum. Kougblenous Idee war und ist, ein Vorschulangebot für alle zu schaffen, die ihre Kinder zweisprachig erziehen möchten. Schließlich seien Kinder, das zeigten auch Studien, sehr sprachlernfähig.

Vom pädagogischen Konzept für eine Krippen- und eine Kita-Gruppe bis hin zu einem geeignetem Standort – alles sei bereits organisiert gewesen. „Alles, bis auf die Fördermittel“, die über die Stadt beantragt worden seien, so Kougblenou.

Wir gehen zu den Betroffenen, gucken wo der Schuh drückt, und dann helfen wir.

Kodjovi Kougblenou, Einzelkandidat für den Stadtrat

Ein solcher Kindergarten, resümiert er, wäre ein Geschenk für die Stadt Bassum und eine Attraktion für ganz Niedersachsen. Aber leider sei das Projekt eingeschlafen. Deshalb fühlt er sich „von der Stadt im Stich gelassen“. Darum die Kandidatur: Kougblenou hofft auf einen Sitz im kommenden Rat, um sich mehr Mitspracherecht zu erwerben und um das Projekt doch noch realisieren zu können.

„Wenn man sich eine Sprache angeeignet hat, dann kann man alles erreichen“, sagt Kougblenou. Und ergänzt: „Oder es versuchen.“ Er selbst spricht sieben Sprachen – Englisch, Deutsch und Französisch, dazu Spanisch, etwas Niederländisch sowie zwei afrikanische Sprachen.

Als Sprachdozent unterrichtet er Französisch an der Volkshochschule (VHS). Zu seiner Tätigkeit ist der studierte Jurist über Nebenjobs in der Rechtsberatung für die Bremer Arbeitnehmerkammer und das Sozialamt gekommen. Dort war er auf oft auf eine sprachliche Barriere gestoßen und hat mit Übersetzungen geholfen, sie zu überwinden.

Geboren und aufgewachsen in Adidogomé im westafrikanischen Togo, ist Kougblenou vor neun Jahren zum Studieren nach Deutschland gekommen, zunächst nach Münster, dann nach Bremen. Inzwischen ist er deutscher Staatsbürger.

In Bremen hat er seinen Bachelor in Comparative and European Law (Vergleichendes und europäisches Recht) gemacht. Kougblenou plant, seinen Abschluss ins erste juristische Staatsexamen umzuschreiben. Für seine Partnerin ist er vor drei Jahren nach Bassum gekommen, obwohl er eigentlich „ein City-Mensch“ sei.

Obwohl Kodjovi Kougblenou als Einzelbewerber für den Stadtrat antritt, ist er dabei nicht allein. Vielmehr unterstützt ihn der eingetragene Verein „Sprache verbindet“ mit rund 15 Mitgliedern, dessen Vorsitzender Kougblenou ist. Der Verein bietet kostenlose Migrationsberatung in drei Sprachen.

Aber hätten Kougblenou und sein Verein nicht größere Chancen bei der Wahl, wenn er bei einer der im Rat vertretenden Parteien kandidieren würde? Der Einzelkandidat findet, dass es „von der Philosophie nicht ganz“ gepasst habe. Er dreht den Spieß lieber um: „Wenn eine Partei mit uns arbeiten möchte, dann gerne.“

Den Verein beschreibt Kougblenou als politisch neutral. Und seinen Ansatz vor allem als Ins-Gespräch-Kommen: „Wir gehen zu den Betroffenen, gucken wo der Schuh drückt, und dann helfen wir.“

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