„Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr“

Führerscheinsperre für E-Bike-Fahrer

Bassum - Von Dieter Niederheide. Ein 48 Jahre alter E-Bike-Fahrer aus Bassum soll noch acht Monate auf seinen Führerschein verzichten. Eine Strafrichterin des Amtsgerichts Syke verurteilte ihn wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr in zwei Fällen zu einer Geldstrafe von 2800 Euro und ordnete die Sperrfrist an.

Im Syker Gerichtssaal sagte ein Polizeibeamter aus Bassum aus, der Angeklagte sei wegen seiner Fahrweise schon mehrfach auffällig geworden. Ein weiterer Zeuge gab an: „Man kennt ihn halt schon. Ich habe ihn schon einmal angezeigt, weil er mich gefährdet hat. Wenn man ihn überholen will, wird es heikel.“

Im Prozess ging es um zwei Vorfälle, bei denen der Bassumer durch seine Fahrweise andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr gebracht hatte. Am 6. August musste eine Autofahrerin (80) aus Syke mit dem Wagen weit nach links ausscheren, als sie ihn überholte. Sein Ellenbogen touchierte ihren Außenspiegel. Als Zeugin sagte sie aus, dass der E-Bike-Fahrer übermütig mitten auf der Fahrbahn gefahren sei.

Unmittelbar vor der Frau hatte ein 63-Jähriger aus Stuhr den Bassumer überholt. Auch er sagte aus, dass der Angeklagte ihn dabei behindert habe. „Ich hatte das Gefühl, als wollte er nicht, dass ich ihn überhole“, sagte er. Im Rückspiegel habe er dann gesehen, dass es der Sykerin im nachfolgenden Auto nicht besser erging.

Noch gefährlicher wurde es am 11. Oktober auf der Straße zwischen Stuhr-Neukrug und Bassum, als der E-Biker zwei Motorräder zur Notbremsung und zum Ausweichen zwang. Der eine Fahrer gab als Zeuge an, der Angeklagte sei unvermittelt mit seinem E-Bike über den Mittelstreifen auf die Gegenfahrbahn gefahren. Erkannt habe er den Bassumer an dessen auffälliger Kleidung. Die Fahrerin des zweiten Motorrads: „Mir ist zittrig geworden, als er zu uns rübergeschossen kam.“ Auch für sie sei dies nicht die erste unliebsame Begegnung mit dem Angeklagten gewesen.

Der Staatsanwalt sah den ersten Fall als nicht erwiesen an: Es habe keine konkrete Gefährdung gegeben. Für diesen Fall forderte der Anklagevertreter daher Freispruch.

Im zweiten Fall habe es ein jedoch verkehrsfremdes Verhalten des Angeklagten gegeben, der sich mit seiner Fahrweise auch selbst gefährdet habe. Der Staatsanwalt forderte dafür eine Geldstrafe von 2 000 Euro und sechs Monate Führerscheinsperre.

Der Verteidiger sah beide Vorfälle völlig anders und plädierte auf Freispruch für seinen Mandanten. Zum Vorfall mit den beiden Motorrädern führte der Anwalt an, dass es nicht zulässig sei, jemanden aufgrund der Bekleidung zu identifizieren. Es sei fraglich, ob tatsächlich sein Mandant den beiden Motorrädern damals entgegengekommen ist.

Die Richterin war überzeugt, dass der Angeklagte sich in beiden Fällen schuldig gemacht hat. Die Zeugen hätten ihn eindeutig identifizert. Der Mann habe in beiden Fällen das Rechtsfahrgebot nicht eingehalten und rücksichtslos gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern gehandelt. Er habe sogar das Leben der beiden Motorradfahrer gefährdet, als er grundlos auf die Gegenfahrbahn fuhr. Es müsse auf den Mann eingewirkt werden.

Nach Informationen der Kreiszeitung hat der Verurteilte über seinen Anwalt Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt.

Rubriklistenbild: © dpa

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