Ausstellung „African Kids“ in der Oberschule 

So ist das Leben von Kindern im Township

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Nicht nur die Schautafeln, vor allem die Vorträge der Referenten machten bei den Jugendlichen Eindruck. 

Bassum - Von Frauke Albrecht.  „So, nun gehen alle Blonden raus. Mit euch möchte ich mich nicht unterhalten.“ Thees Schagon blickt provokant in die Runde. Staunen. Ein Mädchen fasst sich ein Herz und haucht: „Äh – nö.“ Der junge Mann lächelt. „Sehr gut.“ Dann klärt er auf: „Das ist eine einfache, aber treffende Methode, euch zu verdeutlichen, was Apartheid heißt.“ Die Schüler haben es verstanden. „Das fühlt sich nicht schön an“, sagt später Noah aus der Klasse 7b. Und sein Freund ergänzt: „Man kann doch schließlich nichts dafür, wenn man blonde Haare hat.“

Wie sich Kinder fühlen, die in südafrikanischen Townships leben, erfuhren die Bassumer Oberschüler gestern im Rahmen der Ausstellung „African Kids“.

Agenda-Beauftragte Reinhild Olma hat die Ausstellung des Vereins niedersächsischer Bildungsinitiativen gesehen und wusste sofort: „Das ist etwas für die Oberschule“. Sie nahm Kontakt zu den Pädagogen auf und rannte offene Türen ein.

In „African Kids“ lässt der Autor Lutz van Dijk Kinder und Jugendliche selbst zu Wort kommen. Die Fotos und Geschichten werden gezeigt und erzählt von dem elfjährigen Side, einem Jungen der in einem der ärmsten Townships bei Kapstadt lebt. Er führt durch seine Heimat und macht den Betrachter mit seinen Freunden und deren Geschichten bekannt. Und er zeigt: Die „African Kids“ träumen genau wie alle anderen Kinder und Jugendlichen von einem selbstbestimmten Leben, in dem Liebe, Freundschaft und Vertrauen die Hauptrolle spielen.

„Auch afrikanische Kinder träumen davon, so stark zu sein wie Pipi Langstrumpf. Und sie mögen Spiderman“, erzählt Anja Harenberg während ihrer Einführung. Sie gehört wie Thees Schagon zu den pädagogischen Begleitern der Ausstellung. Sie berichten von der Geschichte des Landes und den Lebensbedingungen vor Ort. Davon, dass viele in ganz einfachen Lehmhütten leben. Kinder aus schwarzen Familien seien die Ärmsten der Armen am Kap. Sie haben eine Lebenserwartung von etwa 50 Jahren und nur geringe Aufstiegschancen. Außerdem seien sie am häufigsten Opfer von Missbrauch und Kriminalität. Etwa 500 südafrikanische Kinder sterben Tag für Tag an den Folgen von Aids.

Eindruck machte bei den Schülern, dass der junge Referent selbst ein Jahr lang in Südafrika gelebt hat und demnach aus erster Hand berichten kann. Vor allem seine Fähigkeit, eine der Khoisansprachen mit Klicklauten zu sprechen“, fanden die Jugendlichen spannend. Die Versuche allerdings, einen Schimpfsatz nachzusprechen, scheiterten.

Die Ausstellung ist noch bis nächste Woche zu sehen. Während der Schulzeit können auch schulfremde Besucher die Schautafeln im Foyer anschauen.

Eine vorherige Anmeldung im Sekretariat ist erforderlich unter 04241/ 1291.

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