CDU-Politiker vor 200 Zuhörern

Friedrich Merz in Bassum: Messerscharfe Analysen

Messerscharf analysiert Friedrich Merz akute Herausforderungen.
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Messerscharf analysiert Friedrich Merz akute Herausforderungen.

Bassum – Zweimal hat er die Wahl zum CDU-Bundesvorsitzenden knapp verloren. Trotzdem will Friedrich Merz wieder in den Ring steigen. Er ist fest entschlossen, in der neuen Bundesregierung mitzuwirken – als Wirtschafts- und Finanzminister oder sogar als „Superminister“, wie es der CDU-Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig formuliert. Er hat an diesem Freitag mit Friedrich Merz einen prominenten Wahlkampf-Helfer an seiner Seite – und begrüßt sichtlich zufrieden rund 200 Zuhörer im Saal des Gasthauses Zur Post in Neubruchhausen.

Messerscharf analysiert Friedrich Merz die akuten globalen und innenpolitischen Probleme, benennt Fakten und untermauert Lösungsansätze mit schlüssigen Argumenten. Seine Botschaft: Es geht um viel bei dieser Bundestagswahl. Um sehr viel. Denn erstmals in der bundesdeutschen Geschichte trete der Amtsinhaber oder die Amtsinhaberin nicht mehr an.

„Es gibt natürlich einige Zweifel an Armin Laschet“, stellt Merz schnörkellos zum CDU-Kanzlerkandidaten fest. Jeder habe seine Stärken und Schwächen. Doch man könne Laschet dieses Land anvertrauen. Merz fordert: „Wir müssen so stark werden, dass wir die Führung der Bundesregierung dieses Landes in der Hand behalten.“ Merz bittet und wirbt vor allem um die Zweitstimme für die CDU – verbunden mit einem ganz persönlichen Wunsch: „Dass wir besser regiert werden, als wir das in den vergangenen Jahren gesehen haben.“

Trotzdem gebe es allen Grund, das in den vergangenen Jahrzehnten Erreichte zu schätzen: „Wir leben in einem der schönsten, wohlhabendsten und sozial gerechtesten Ländern der Welt.“ Dafür müsse man sich auch in den kommenden Jahren einsetzen, mahnt Merz – und vergleicht die Bundesrepublik mit einem Haus, dessen Fundament stabil sei. „Aber es gibt Renovierungsbedarf auf allen Etagen.“ Der Referent hat ebenso die Bundeswehr-Einsätze in Afghanistan oder Mali im Blick: „Wenn wir dort nicht helfen können, muss der Einsatz beendet werden.“

Besonders mit Blick auf China ist Merz in großer Sorge: „Es gibt eine tektonische Verschiebung der ökonomischen und politischen Machtverhältnisse auf dieser Welt.“ Diese und andere Entwicklungen lassen für den 65-Jährigen nur einen Schluss zu: „Wir brauchen wieder ein großes Bild: Wo soll Deutschland in zehn Jahren stehen?“ Darum müsse im Wahlkampf gestritten werden – in dem Wissen: „Die richtigen Antworten sind nicht immer bequem.“

Nicht immer müsse die Politik sie geben. Klimaneutrale Autos bis 2030 zu schaffen, sei eine enorme Herausforderung – aber kein politischer Lösungsauftrag: „Das ist nicht die Stunde der Ideologen, sondern die der Ingenieure“, setzt Friedrich Merz auf das Wissen der Wirtschaft, „Politik ist da völlig überfordert“. Ohnehin müsse bei technologischen Entwicklungen größer gedacht werden, „europäisch, wenn möglich sogar weltweit“.

Unabhängig davon sieht der 65-Jährige zu einem neuen Besteuerungskonzept keine Alternative: „Wir haben die höchsten Steuern, die höchsten Sozialversicherungsbeiträge und die höchsten Energiepreise in ganz Europa.“ Es sind die Unterschiede zu den Sozialdemokraten und Grünen, die Merz unmissverständlich betont – und in einem Satz bündelt: „Persönliche Verantwortung vor staatlicher Hilfe“. Er lässt keinen Zweifel daran, dass er die CDU als „letzte verbliebene Volkspartei“ allein in der Regierungsverantwortung sehen will. Oppositionsführer? „Das kann ich, aber dazu habe ich keine Lust mehr“, bekennt er unter dem Beifall der Zuhörer, den manche ihm sogar stehend spenden – ein fast furioser, aber konsequenter Schlusspunkt: Die Zeit drängt. Als Friedrich Merz schon auf dem Weg nach Berlin ist, sind die Gespräche unter Zuhörern noch nicht verstummt. Nicht nur einmal ist am Rande zu hören: „Merz wäre der bessere Kanzlerkandidat...“

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