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Friedhof Bassum: Zahlreiche Pläne für Umgestaltung

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Hinter der Kapelle des Bassumer Friedhofs soll der Platz aufgewertet werden: Blick auf die Rückseite der Friedhofskapelle, einem roten Bau aus rotem Backstein.
Hinter der Kapelle des Bassumer Friedhofs soll der Platz aufgewertet werden. © Seebacher

Auf einem großen Friedhof gibt es immer etwas zu tun. In Bassum denken die Verantwortlichen zudem über Aufwertungen nach, hinter und im Innern der Kapelle etwa.

Bassum – Mit einer Fläche von etwas mehr als fünf Hektar ist der Bassumer Friedhof einer der größten Beerdigungsorte im Kirchenkreis Syke-Hoya. Mit 9500 Grabstellen, den Wegen, Grünflächen und Hecken sowie den dazugehörigen Verwaltungsaufgaben haben die Friedhofsangestellten und Ehrenamtlichen gut zu tun. „Langeweile gibt es auf einem Friedhof nicht“, sagt Georg Vogt.

Er ist nicht nur seit 2018 Mitglied des Kirchenvorstands, sondern auch Vorsitzender des Friedhofsausschusses. Gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Waltraud Israel gibt er bei einem Gang über die Ruhestätte an der Eschenhäuser Straße einen Überblick über die Grabformen, den Arbeitsaufwand sowie Umgestaltungspläne.

Der älteste Teil ist Ruhestätte für Stiftsdamen

Der älteste Teil des Friedhofs wurde bereits um 1850 eröffnet – und seinerzeit für die Äbtissinnen und Stiftsdamen als letzte Ruhestätte genutzt. Seit den Anfängen des Friedhofs wurden drei Erweiterungskäufe getätigt. Jedoch gibt es heute zahlreiche freie Flächen, da sich die Grabformen ebenso wie die Trauerkultur verändert haben. Grabstellen, die auf 30 Jahre vergeben sind, werden nach dem Freiwerden immer häufiger liegengelassen.

„Dadurch entsteht ein Flickenteppich“, sagt Israel mit Blick auf eine Karte, die verdeutlicht, wann welche Grabstellen frei werden. Man versuche, neue Gräber vorrangig im Bereich der Kapelle zu vergeben und somit eine Zentrierung zu erreichen, so die Ehrenamtliche. „Mithilfe eines elektronischen Friedhofsprogramms können wir langfristig planen und den Friedhof so umgestalten, dass der Arbeitsaufwand möglichst gering gehalten wird“, ergänzt Vogt.

Gartengeräte sind für alle Angehörigen zugänglich

Denn nicht nur die Wege, Sträucher und Hecken machen Arbeit. Hinzu kommen die Instandhaltung der Geräteschuppen, die Maschinenpflege und allgemeine Aufräumarbeiten. Insgesamt 1950 Gräber werden zudem durch die beiden Bassumer Friedhofsgärtner gepflegt. Um die weiteren Ruhestätten kümmern sich die Angehörigen selbst. „Wir stellen an drei Stellen Gartengeräte zur Verfügung“, sagt Israel. Harke und Co. sind nun auch vor Ort für jeden zugänglich.

Die Grabstätten im Rondell sind beliebt: kreisförmig um einen kleinen Baum angeordnete Gräber.
Die Grabstätten im Rondell sind beliebt. © Seebacher

Zuletzt waren auf dem Bassumer Friedhof im Bereich an der Bahnlinie eine Blüh- sowie eine Obstwiese entstanden. Dieses gut 2000 Quadratmeter große Areal sei im Sommer besonders schön anzusehen, lädt Israel als ausgebildete Gästeführerin ein, den Friedhof als Ort der Ruhe und Begegnungen zu sehen.

Zusätzliche Sitz-Bänke sollen kommen

Damit dieser Aspekt künftig noch mehr an Bedeutung gewinnen kann, sollen weitere Bänke aufgestellt werden. „Wir möchten Kommunikationsplätze schaffen“, erläutert Israel. Nach und nach könnten zudem Themengärten sowie ein Gedenkplatz entstehen. Dieser solle ein Ort der Trauer für diejenigen sein, deren Angehörige nicht vor Ort beigesetzt sind. Einen geeigneten Platz sieht Waltraud Israel in dem Bereich rund um das Hochkreuz im südlichen Teil des Friedhofs.

Die Vorhänge in der Kapelle sind in die Jahre gekommen und sollen ebenso wie die Stühle erneuert werden: die abgesessenen Stühle vor den in Rosa- und Türkis-Tönen gemusterten Vorhängen.
Die Vorhänge in der Kapelle sind in die Jahre gekommen und sollen ebenso wie die Stühle erneuert werden. © Seebacher

„Wir haben noch in vielen Bereichen zu tun“, sagt Vogt und denkt dabei unter anderem an die Inneneinrichtung der Kapelle. Die Vorhänge seien sicherlich zwischen 30 und 40 Jahren alt, rechnet der Bassumer vor. Wenn diese nicht länger vor der großen Glasfront hängen, könnten Folien mit einem ansprechenden Muster einen adäquaten Ersatz darstellen. „Wir erarbeiten hierzu gerade ein Konzept“, sagt Israel. Hinzu käme, dass die Stühle getauscht werden müssten.

Platz hinter der Kappe soll ansehnlicher gestaltet werden

Der Platz hinter der Kapelle steht ebenfalls auf der Liste der Umgestaltungspläne. Dort sollen die Betonplatten zurückgebaut und die Fläche ansehnlicher gestaltet werden. Gemeinsam arbeiten die Verantwortlichen regelmäßig an den Plänen und Projekten. „Wir schauen, was wir in Eigenregie leisten können, und was an Arbeiten vergeben werden muss“, erläutert der Vorsitzende des Friedhofsausschusses und macht deutlich, wie aufwendig die ehrenamtliche Aufgabe sei. „Uns liegt der Friedhof am Herzen. Wir möchten wettbewerbsfähig und für die Zukunft gut aufgestellt sein“, lautet seine Motivation.

Um den Menschen etwas an die Hand zu geben und über die weitläufige Anlage der Kirchengemeinde zu informieren, arbeiten Vogt und seine Mitstreiter derzeit an einem Flyer. „Es ist total wichtig, die Menschen abzuholen“, sagt Vogt und seine Stellvertreterin fügt hinzu: „Wenn der Todesfall eintritt, hat man keinen Kopf mehr für Entscheidungen über die Grabform und Ähnliches. Deshalb kann eine Broschüre helfen, sich schon zu Lebzeiten mit den Möglichkeiten auseinanderzusetzen.“

Aktionstag mit Führungen und Informationen Grabformen?

Ein ähnliches Ziel verfolgt ein Aktionstag, über den die Bassumer nachdenken. Dabei könnte man Führungen anbieten und die Grabformen präsentieren. Aktuell werden in Bassum die Baumgrabstätten gut angenommen, berichten die Mitglieder des Friedhofsausschusses.

Der Bassumer Friedhof finanziert sich übrigens über die Einnahmen der Friedhofsgebühren, die über eine Gebührensatzung festgelegt sind. Hinzu kommen Spenden. „Wir müssen also abwägen, welche Maßnahmen wir in welcher Reihenfolge in Angriff nehmen“, erläutert Vogt.

Um möglichst viele Ideen zeitnah umzusetzen, soll ein Teil des freiwilligen Kirchengeldes, zu dem die Kirchengemeinde stets kurz vor Weihnachten aufruft, in die Umgestaltung fließen. Dennoch sei man stets auf weitere Spenden angewiesen, verdeutlichen die Verantwortlichen im aktuellen Kirchenboten.

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