1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Diepholz
  4. Bassum

Friedensbotschaften für die Piazzetta

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sigi Schritt

Kommentare

Diese Grundschüler setzen sich für den Frieden ein.
Diese Grundschüler setzen sich für den Frieden ein. © Sigi Schritt

Bassumer Schüler bereichern Straßentheaterfestival Piazzetta mit ihrer Kunst

Bassum – An dem am Samstag in Bassum startenden zehnten internationalen Straßentheaterfestival Piazzetta beteiligen sich gleich drei Schulen künstlerisch: Die Grundschule Mittelstraße, die Oberschule Bassum und die Prinzhöfte-Schule. Die Schüler haben ihre Werke der Öffentlichkeit vorgestellt. Susanne Vogelberg, Tourismusbeauftragte der Stadt Bassum, sowie Alena Grützmacher von der Wirtschaftsförderung äußerten sich begeistert über die eigenen Kreationen.

Alle jungen Künstler hätten auf ihre Art und Weise das Oberthema der Piazzetta, Lebensfreude, sehr gelungen aufgegriffen, bewerteten die Rathausmitarbeiter. Zweitklässler der Grundschule Mittelschule haben auf die Umrisse von Figuren auf bunten Plakaten selbstgemalte Flaggen geklebt. Sie hängen jetzt an einem Bauzaun-Gitter, das sich auf einem Areal gegenüber der Sparkasse befindet. Außerdem sind einzelne Worte auf gelben Untergrund zu lesen, die den Satz einer unmissverständlichen Botschaft bilden: „Wir wollen Frieden für alle Menschen auf Erden.“ Klassenlehrer Klemens Klein sagt, dass seine Schülerinnen und Schüler ein Zeichen des Friedens setzen wollen. „Wir möchten friedlich zusammenleben.“ Yllka (7) und Zahraa (8) finden die Kunstaktion sehr gut. Sie haben für das Gemeinschaftskunstwerk die Flaggen von Albanien und des Kosovo sowie die des Libanons und die von Deutschland gemalt.

Dass die jungen Menschen den Ukraine-Krieg aufgreifen, wundert Susanne Vogelberg nicht. Erst Mitte Februar wurde entschieden, nach coronabedingter Pause eine Piazzetta zu veranstalten. „Dann erreichten uns die Schockwellen des Kriegsausbruchs.“ Die Rathausmitarbeiterin weiter: „Das Thema Krieg und Frieden wollten wir nicht ausklammern, sondern integrieren.“

Die Prinzhöfte-Schule hat mit vereinten Kräften innerhalb von sechs Stunden ein Peace-Zeichen geformt: Zwölf Schüler und drei Elternteile haben dafür kaputtes Material von Fahrrädern sowie alte Felgen verwendet. Pädagoge Jan-Ole Eilers: „Das kam in der Schule gut an.“ Die Erklärung zur Kunst haben die Schüler auf ein Plakat gesprayt. Ihre Botschaft lautet: Rad fahren untergrabe eine gewisse wirtschaftliche Machtstruktur, die Oligarchen durch Öl erhalten. Letztendlich bleibt es aber dem Betrachter überlassen, wie er das Werk interpretiert. Man könnte darin zum Beispiel eine Aufforderung sehen, das Auto stehen zu lassen und mit dem Rad die Piazzetta anzusteuern.

Die Werke der Oberschule befinden sich im Schaufenster von Schuh-Mann. Es sind Seiten von Büchern. „Bis auf einzelne Worte haben wir Seiten geschwärzt“, sagt Sofia Meyer (15). Sie behandelt in ihrem Werk das Thema Liebe. Die Lehrerin Franziska Schäfers ist mit allen Ergebnissen zufrieden: „Die Schüler können selbst Kunst schaffen, die würdig ist, ausgestellt zu werden.“

Von Sigi Schritt

Prinzhöfte-Schüler bauen ein Peace-Zeichen.
Prinzhöfte-Schüler bauen ein Peace-Zeichen. © Sigi Schritt
Fokussieren sich auf Lyrik: die Oberstufenschüler.
Fokussieren sich auf Lyrik: die Oberstufenschüler. © Sigi Schritt

Auch interessant

Kommentare