Für den Dritte-Welt-Kreis nach Panama

Freiwilligendienst im „glücklichsten Land der Welt“

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Franja Eckhoff freut sich auf die Erfahrungen, die sie im fernen Panama sammeln kann.

Albringhausen - Von Lena Madita Bolt. Panama ist laut Meinungsforschungsinstitut Gallup das glücklichste Land der Welt 2015. Dorthin macht sich bald Franja Eckhoff (20) aus Albringhausen auf den Weg und wird freiwillig für ökologische und soziale Projekte arbeiten.

Gemeinsam mit drei anderen Freiwilligen, Martin, Jonas und Mirjana, fliegt sie mit der Organisation Dritte-Welt-Kreis Panama nach Veraguas. Ganz unterschiedliche Projekte wird sie dabei unterstützen, von der Wasserversorgung über Landwirtschaft und Umweltschutz bis hin zur Bildung. Jedes Jahr schickt die Organisation vier Freiwillige nach Panama zur Partnerorganisation Cepas.

Nach Franjas Austausch mit Kanada 2013 wusste sie: Sie wollte noch einmal wieder ins Ausland. Das Fernweh hatte sie gepackt. Auf Panama als Ziel kam sie dann eher zufällig. „Ich engagiere mich jetzt schon seit einem Dreivierteljahr beim BUND“, erzählt Franja. „Freiwilligenarbeit wollte ich machen, weil es mir wichtig ist, etwas zu bewirken, den Menschen und der Umwelt zu helfen und sie zu unterstützen. Ich interessiere mich sehr für Ökologie.“

Ihre Leidenschaft für die Umwelt ist deutlich zu spüren. Nach einiger Suche im Internet kam sie auf die Seite „weltwaerts.de“, Plattform für Freiwilligenprojekte.

Als Kriterium gab sie Ökologie an und erhielt unterschiedlichste Angebote. Nach Bewerbungsverfahren und Vorstellungsgesprächen entschied sie sich dann für den Dritte-Welt-Kreis Panama. Der Umwelt zu helfen, war dabei ihre Priorität, das Land war weniger relevant.

Spanischintensivkurs in Panama City zu Beginn

Tatsächlich lernte sie seit drei Jahren Spanisch in der Schule und machte gerade ihr Abitur an der BBS – unter anderem in dieser Sprache. Zu Beginn haben die vier Freiwilligen zudem einen dreiwöchigen Spanischintensivkurs in Panama City. Mit der Landessprache wird sie also nicht allzu viele Probleme bekommen. Durch ihre direkte Arbeit in den Dörfern hofft sie, mit Einheimischen und deren Kultur in Kontakt zu kommen.

Ein Auslandsaufenthalt scheitert bei vielen am Geld. Sowohl weltwärts als auch der Dritte-Welt-Kreis Panama finanzieren sich über Spenden. Das macht es erschwinglicher für die Freiwilligen. Zu viert sollen sie 8 000 Euro Spenden sammeln. Schaffen sie das nicht, übernimmt die Organisation den Rest. Viele, so Franja, sammeln Geld bei Freunden und Familie, lassen sich von Firmen unterstützen oder zahlen Kindergeld ein oder arbeiten vorher.

Die Organisation zahlt Flug und Verpflegungsgeld, stellt den Freiwilligen eine Wohnhütte zur Verfügung, kümmert sich um das Visum und hilft den Freiwilligen auch vor Ort.

Ende Juli wird Eckhoff ein zweiwöchiges Vorbereitungsseminar besuchen. Vor der Kriminalität in Panama hat sie keine Angst. „Weltwärts vermittelt hauptsächlich Projekte in Dritte-Welt-Länder, denn dort wird die Hilfe am meisten gebraucht. In vielen von diesen Ländern herrscht Kriminalität, aber natürlich werden wir nicht in die gefährlichsten Regionen geschickt, und außerdem gibt es viele positive Erfahrungsberichte“, sagt Eckhoff. „Wir sind auch zu viert, da fühlt man sich sicherer.“

Am 16. August geht es für sie wirklich los, der Flieger startet um zehn Uhr. Franja schätzt, sie werden rund zwölf Stunden unterwegs sein. Am Wochenende und an Urlaubstagen wird Franja nicht arbeiten, sondern in der Hütte in der Nähe von Santiago sein, von wo aus sie Ausflüge unternehmen kann. Unter der Woche lebt und arbeitet sie im Dorf. Das Ganze sei recht flexibel geregelt. Bis Juli 2017 bleibt Franja in Panama, dann reist sie für zwei Monate weiter nach Kanada, um dort Familie und Freunde zu besuchen.

Franjas Hauptprojekt ist die Wiederaufforstung des Regenwaldes. Dabei wird sie Bäume in Plastiksäcken pflanzen, die dann nach zwei Monaten umgesetzt werden. Durch den Schutz des Regenwaldes wird auch die Trinkwasserversorgung der Menschen gesichert. Ein anderes Projekt ist der Bau von Backöfen für die Bevölkerung. Noch wird in den Dörfern auf drei Steinen gekocht. Dies gefährdet die Gesundheit der Menschen und die Umwelt.

Die Bienenzucht ist ein weiteres Projekt, das Franja unterstützen wird. Dazu kommen aktuelle und neue Projekte, etwa das Verlegen von Trinkwasserleitungen.

Später etwas mit Ökologie geplant

Obwohl die Einwohner Panamas Hilfe in einigen Bereichen benötigen, sind sie laut den Kriterien von Gallup (Lebenssinn, soziale Beziehungen, finanzielle Unabhängigkeit, Leben in der Gemeinde und Gesundheit) das „glücklichste Land der Welt“. 53 Prozent der Bevölkerung sind mit mindestens drei der Kriterien sehr zufrieden.

Was sie selbst nach Panama machen wird, steht für sie noch nicht fest. „Vielleicht etwas mit Ökologie. Es gibt da so eine Universität in den Niederlanden, die viele verschiedene Möglichkeiten in Richtung Umweltwissenschaften anbietet“, erklärt Franja. Durch den Panama-Aufenthalt will sie herausfinden, ob sie auch beruflich ins Feld der Ökologie passt.

Geplant ist, wieder nach Hause zurückzukommen. „Aber vielleicht, werde ich auch irgendwann ins Ausland ziehen und dort leben. Man weiß ja nie, was kommt“, sagt Franja und lächelt.

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