Großes Interesse an Sortenbestimmung

Erstes Apfelfest auf der Streuobstwiese in Eschenhausen

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Frisch gepresst schmeckt Apfelsaft am besten.

Bassum - Von Heiner Büntemeyer. Ein ständiges Kommen und Gehen herrschte am Sonntag auf der Streuobstwiese in Eschenhausen. Herrliches Herbstwetter lockte so manchen Gast zum Apfelfest, zu dem der Nabu Syke eingeladen hatte.

Trotz der rund 120 Apfelbäume, die auf dem großen Gelände wachsen, hatten viele Besucher eigene Äpfel mitgebracht. Zwar hatte der Spätfrost im Frühjahr dafür gesorgt, dass sich die Apfelernte in diesem Jahr in Grenzen hält, aber eigene Äpfel hätte niemand mitzubringen brauchen. Der Grund war ein anderer: Henning Greve hatte unter einem Partyzelt ein kleines Apfellabor eingerichtet und bot den Gästen an, ihre mitgebrachten Äpfel zu identifizieren.

Apfelnase und Blütenkelch geben ersten Hinweis bei der Sortenbestimmung

Jeder Apfel wurde zunächst nach seinem Aussehen analysiert. Dabei ging es nicht nur um Farbe und Struktur der Schale. Ebenso wichtig war der Zustand der Apfelnase. Wenn sie eingekräuselt war, deutete sich ein Freiherr von Berlepsch, eine Berliner Schafsnase oder eine Melrose an. Dann wurde der Apfel zerschnitten. Das Kerngehäuse, vor allem aber der ehemalige Blütenkelch gaben Aufschluss. Ob der Blütenkelch eine tiefe oder eine flache Kelchgrube bildete, waren Kriterien für Jakob Level, Dickstiel oder Renetten.

Auf einigen Tischen lagen unterschiedliche Apfelsorten in Kisten. Diese Exemplare waren so ganz anders als die Elstar in den Supermärkten. Ihre Schale war stellenweise schorfig, einige waren wurmstichig oder zeigten Druckstellen. Aber sie dufteten wunderbar. Da lag der appetitlich rot-weiß-gestreifte Grafensteiner neben dem Boskop mit rauer Schale.

Henning Greve schätzt, dass ihm mehr als 40 Äpfel zur Bestimmung vorgelegt wurden. Nicht alle konnte er benennen.

Zehn-Liter-Eimer Apfelspalten verwandelt sich in 1-Liter-Saft

Neben der Schutzhütte standen Gerda Rickelt und Irmgard Gerdes und schnibbelten Äpfel klein, die als Fallobst unter den Bäumen aufgelesen wurden. Aus diesen Apfelspalten presste Rene Fischer frischen Apfelsaft. Die Apfelspalten wurden in einen Leinensack geschüttet und in der Presse ausgequetscht. Aus einem vollen Zehn-Liter-Eimer mit Apfelspalten quoll dann etwas mehr als ein Liter herrlich schmeckender Apfelsaft.

Zwischendurch lud Anni Wöhler-Pajenkamp die Gäste zu einem Streifzug durch die Apfelplantage ein, wo sie verschiedene Apfel- und andere Obstbäume vorstellte und darüber informierte, dass die Obsternte auf der ursprünglich sieben Hektar großen Streuobstwiese nur einen Nebeneffekt darstellt.

Natürlich werden auf dem Gelände keine Insektizide oder Pestizide eingesetzt, denn der Ertrag der Bäume spielt nur eine Nebenrolle. Mindestens ebenso wichtig ist die Bedeutung des Geländes für den Erhalt alter Obstsorten. Eine ganz wichtige Rolle spielt diese Obstwiese auch für Insekten, Schmetterlinge und Vögel.

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