Ortsdurchfahrt Bassum wieder offen / Radler fahren auf der falschen Seite

Freie Fahrt auf der L 776

Uwe Schindler, Luzia Moldenhauer, Volker Meyer, Cathleen Schorling und Bürgermeister Christian Porsch (v.r.) räumen die Absperrbake aus dem Weg und geben die L 776 für den Verkehr frei. - Foto: Albrecht

Bassum - Von Frauke Albrecht. Wer die Verkehrsregeln kennt, ist klar im Vorteil und fährt vor allem auf der sicheren Seite. Einige Bassumer scheinen da Nachholbedarf zu haben. Das hatte Bürgermeister Christian Porsch bei der offiziellen Freigabe der Landesstraße 776, Ortsdurchfahrt Bassum, am Samstagmorgen schon angedeutet.

„Wenn sich alle an die Regeln halten, gibt es weniger Probleme“, sagte er. Er hätte beobachtet, dass einige Radfahrer auf der falschen Seite fahren würden. Deshalb appellierte er an alle, den neuen Radfahrsteifen auf der Straße nur in Richtung Stadt zu benutzen. Wer stadtauswärts unterwegs ist, sollte auf dem kombinierten Geh-, und Radweg fahren.

Viele Anwohner hatten sich an der Klosterbachbrücke versammelt, um der offiziellen Freigabe beizuwohnen. Es habe lange gedauert, bestätigten alle am Bau Beteiligten. Sie freuten sich, nun die Absperrbaken aus dem Weg räumen zu können. Uwe Schindler, Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Nienburg, dankte den Anwohnern für die Geduld und das Verständnis während der Bauphase.

In seiner kurzen Ansprache räumte er die lange Vorgeschichte ein: Bereits 2008/2009 seien starke Schäden festgestellt worden. Man beschloss, das Teilstück neu herstellen zu lassen – im Tiefbauverfahren. Das setzte aber auch Planungen mit den Ver- und Entsorgern voraus. Neue Kanalanlagen mussten verlegt werden.

Eine wesentliche Baumaßnahme wurde zeitgleich mitgeplant: die Erneuerung des 80 Jahre alten Brückenbauwerks.

Seine Behörde habe im Juli 2012 das Planfeststellungsverfahren eingeleitet, erst im Februar 2014 war es abgeschlossen. Im Oktober 2014 hätten die Arbeiter mit den Abrissarbeiten der Brücke begonnen. Die neue Überführung ist seit April 2015 fertig. Die Bauzeit der Straße dauerte laut Schindler von März 2015 bis April 2016.

Kostenträger sind das Land mit 92,5 Prozent und die Stadt mit 7,5 Prozent. Die Brücke hat 0,54 Millionen gekostet, die Straße 1,2 Millionen Euro.

Auch die Landtagsabgeordneten Luzia Moldenhauer (SPD) und Volker Meyer (CDU) dankten den Anwohnern für ihre Geduld. Moldenhauer erinnerte an den Wettbewerb der SPD im niedersächsischen Landtag im Jahr 2010. Gesucht wurde die schlechteste Straße in Niedersachsens. Kurz vor dem Besuch der Jury seien zumindest ein paar Löcher zugeschüttet worden.

Die Straße Am Damm kam im Ranking zwar nicht auf Platz eins, konnte aber doch noch ein Alleinstellungsmerkmal erringen – errechnet wurde der höchste Instandsetzungsbetrag. Dieser wurde für Bassum auf etwas mehr als eine Million Euro geschätzt.

Genau diese Summe sei nun investiert worden. „Ich freue mich, dass sechs Jahre später die Straße als eine neue übergeben wird.“ Wenn der Verkehr vernünftig fließen könne, sei mit weniger Emissionen zu rechnen, so Moldenhauer.

Auch Volker Meyer bezeichnete die Maßnahme als „gelungen“. Er bedankte sich bei den am Bau beteiligten Firmen und wünschte den Anwohnern erst einmal ein bisschen Ruhe. Diese werde aber wohl nur zwei Jahre währen. Denn der nächste Abschnitt in Richtung Ortsausgang folgt, wir berichteten bereits. Meyer hofft, dass vorher noch der Radweg an der L332 gebaut wird.

Auch Porsch bedankte sich bei den Anwohnern, weil vor allem die Umleitung Toleranz und Verständnis abverlangte. Nicht alle Autofahrer hätten sich an die weiträumige Umleitung gehalten, vor allem die Ortskundigen hätten die innerörtlichen Abkürzungen genutzt. Einige kenne er persönlich, meinte er augenzwinkernd.

„Sicherlich hätte die Straße vielleicht auch noch zehn Jahre gehalten. Aber wir haben eine Verantwortung unseren Kindern und Enkelkindern gegenüber“, verteidigte er die Maßnahme.

Froh sei er, dass es der Stadt gelungen sei, Einfluss zu nehmen. So konnten am Ende mehr Bäume erhalten werden als ursprünglich geplant.

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