Bassums Gleichstellungsbeauftragte Christine Gaumann erklärt, warum Männer im Schnitt mehr verdienen

„Frauen verhandeln nicht schlechter, nur anders“

Wieso verdienen Frauen weniger? Ein Grund dafür ist oft Teilzeitarbeit. Foto: dpa

Bassum – Wieso verdienen Frauen weniger als Männer? Laut dem Statistischen Bundesamt liegt der bundesweite Gehaltsunterschied bei 21 Prozent. „Der Tag für eine gleiche Bezahlung ist 1988 in den USA entstanden“, erklärt Christine Gaumann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bassum, die Entstehung des „Equal Pay Day“. Im Jahr 2008 wurde der erste „Equal Pay Day“ in Deutschland auf Initiative des Business and Professional Women (BPW) Germany veranstaltet.

Der diesjährige Aktionstag stand unter dem Motto „Auf Augenhöhe verhandeln –  Wir sind bereit“. „Dieses Thema haben wir als Anlass genommen, ein Verhandlungstraining anzubieten“, so die Gleichstellungsbeauftragte. Dazu wollte sie unter dem Motto „Geld ist Frauensache“ mehrere Vorträge mit anschließenden Diskussionen und Workshops in Bassum anbieten. Doch auch ihr hat – wie so vielen – die Corona-Krise einen Strich durch die Rechnung gemacht, sodass der Termin ausfallen musste. Vier oder fünf Mal habe sie schon im Rahmen des Aktionstages solche Veranstaltungen angeboten.

„Es ist nicht so, dass Frauen schlechter verhandeln als Männer. Sie haben nur ein anderes Verhandlungsverhalten“, betont Gaumann. Das Verhandlungstraining wollte sie ursprünglich zusammen mit einer Rechtsanwältin anbieten. Insbesondere, wenn es um das Thema Gehaltsverhandlungen oder Gehaltserhöhungen gehe, unterscheiden sich Männer und Frauen von der Herangehensweise. „Männer verlangen per se mehr.“ Frauen hingegen würden eher mit dem Gedanken „Es wäre schön, mehr zu verdienen, aber Geld ist auch nicht alles“ an solch ein Gespräch herangehen. Eine Bekannte von Gaumann ist Unternehmerin, die dieses Verhalten beobachtet habe.

Ein weiterer Grund für den Lohnunterschied ist aus Gaumanns Sicht die Geschlechterrolle. „Diese Rollenstereotypen haben wir leider noch in uns. In der Kindheit werden wir schon früh von unserem Umfeld geprägt“, so Gaumann. „Frauen wählen oft Berufe, die sie schon vor 50 Jahren gewählt haben.“ Sie würden also oft Jobs auswählen, die geringer vergütet seien. Zudem arbeiteten Frauen oft in Teilzeit und Minijobs, um mehr Zeit für die Kinder zu haben und sich um sie zu kümmern.

Auch das Thema Rente sei wichtig. Frauen bekämen kaum eine eigenständige Rente. „Oft sind sie von ihrem Mann abhängig. Uns ist es darum so wichtig, dass sie eine eigenständige Rente beziehen.“ Es könne nicht sein, dass Frauen für die gleichwertige Arbeit weniger verdienten. „Das kann man nicht einfach akzeptieren.“  lat

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