Fragen zur Wahl in Bassum

Krankenhaus: Welche Pläne gibt es für eine Nachnutzung?

Neubau auf der grünen Wiese: In Borwede soll die Zentralklinik entstehen. Auf das gesamte Kreisgebiet bezogen ist dieser Standort am besten erreichbar, haben Fachleute errechnet.
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Neubau auf der grünen Wiese: In Borwede soll die Zentralklinik entstehen. Auf das gesamte Kreisgebiet bezogen ist dieser Standort am besten erreichbar, haben Fachleute errechnet.

Welche Bassumer Partei vertritt welche Position zu wichtigen Themen? Der Landkreis möchte eine große Zentralklinik in Twistringen bauen. Wie sehen Ihre Pläne aus für eine Nachnutzung?

Luzia Moldenhauer

Luzia Moldenhauer (SPD)

Diese Frage kann doch nicht an uns gerichtet sein. Aktuell wird an dem Krankenhaus noch saniert und umgebaut. Welche andere Nutzung könnte die Stadt mit einem aktuell modernst eingerichteten Krankenhaus erreichen, als ein Krankenhaus zu betreiben? 2004 haben wir gerichtlich mit dem Landkreis über die Rückübertragung des ehemalig Städtischen Krankenhaus gestritten; der Landkreis wollte uns das vertraglich zustehende Heimfallrecht nicht zuerkennen und hat lieber vertrauensbrechend einen abändernden Kreistagsbeschluss herbeigeführt. Und jetzt sollen wir uns um die zukünftige Investitionsruine des Landkreises kümmern? Unter der Bedingung, dass der Landkreis entsprechende Finanzmittel zur Verfügung stellt, kann für das Bassumer Krankenhaus, dem Psychiatrie und Fachklinik Sucht angegliedert sind, nur eine Gesundheitsaufgabe unter städtischer Regie bleiben.

Cathleen Schorling

Cathleen Schorling (CDU)

Mit der Einrichtung eines neuen Zentralklinikums durch den Landkreis Diepholz wird sich die Qualität der stationären Versorgung deutlich verbessern. Mit der Einrichtung einer gynäkologischen Abteilung inklusive Geburtshilfe und einer spezialisierten Schlaganfallversorgung wird das medizinische Angebot deutlich ausgeweitet. Mit finanzieller Unterstützung des Landkreises Diepholz werden wir ein Konzept zur Nachnutzung erarbeiten, an dessen Ende die Einrichtung eines regionalen Gesundheitszentrums stehen könnte. Dies könnte dann eine zentrale medizinische Anlaufstelle im Landkreis werden, in der verschiedene Leistungserbringer miteinander kooperieren und für den Patienten kurze Wege entstehen.

Maria Babic

Maria Babic (Linke)

Statt der Summe für eine Sanierung des vorhandenen Rathauses, könnte für dieses Geld ein Teil des Gebäudes durchaus zum Rathaus umfunktioniert werden. Die gesamte Infrastruktur ist vorhanden. Im Gebäudegibt es : Barrierefreiheit, mediale Grundausstattung, Räume unterschiedlicher Grundflächen, Raum für ein Rathauscafé, Raum für eine großzügige Bücherei; außen: zentrale Lage, Parkplätze, Bushaltestelle.

Jürgen Falck

Jürgen Falck (Bürgerblock)

Grundsätzlich ist es eine Aufgabe des Landkreises hier in Bassum für den Wegfall von medizinischer Versorgung und auch von Arbeitsplätzen eine Kompensation zu schaffen. Landrat und Kreistag wollen – nach mehr als 100 Jahren der Versorgung der Region von Bassum aus – den Krankenhausbetrieb verlagern. Dies trifft bei uns nicht auf Zustimmung, auch ein Zwei-Häuser-Konzept Bassum-Sulingen mit Grundversorgung und Spezialisierung der Abteilungen einschl. Geburtshilfe scheint uns machbar. Falls es aber die großen Zuschüsse aus Hannover gibt und die Zentralklinik in Borwede entsteht, wollen wir uns gern in Nachnutzungs-Planungen einbringen. Neben einer schon diskutierten Tagespflege muss aber auch ein medizinische Versorgungszentrum mit umfangreichen ärztlichen Angeboten das Ziel sein. Die somatische Klinik mit neuem Gebäude und neuen OP’s ist gerade erst mit rund 50 Landesmillionen auf Vordermann gebracht worden, dies nicht zu nutzen wäre der größte steuerpolitische Sündenfall der Kreispolitik.

Thomas Becker

Thomas Becker (FDP)

Der Bedarf an Pflegeplätzen wird steigen, auch eine Palliativstation ist denkbar. Aber bis die Zentralklinik den Betrieb aufnimmt, wird noch viel Wasser den Hombach hinunter fließen, daher ist es zu früh, jetzt schon Festlegungen zu treffen. Vielleicht ergeben sich, wenn es so weit ist, ganze andere Bedürfnisse und Möglichkeiten. Die Entscheidung für eine Zentralklinik jedoch war nach Ansicht der FDP aus vielen Gründen richtig. Auch wenn Bassum nicht der Standort geworden ist.

R. Buryn

Romuald Buryn (Grüne)

Trotz der für uns enttäuschenden Standort-Entscheidung für Twistringen soll Bassum weiterhin ein starker Standort für Gesundheitsfragen bleiben. Auf Basis unseres guten Rufes könnte eine ergänzende Fachklinik zum Beispiel für (plastische) Chirurgie oder Psychiatrie in Bassum verbleiben beziehungsweise neu entstehen. Besonders wichtig ist uns aber, dass eine medizinische Erstversorgung vor Ort erhalten bleibt (dezentrales Angebot für Erst- und Nachversorgung, ambulante Behandlungen, kurze und routinierte Behandlungen wie zum Beispiel Dialyse). Wir sind auch für andere Ideen offen. So könnte ein Teil des Krankenhauses zu einem Rathaus umgebaut oder als Ausbildungs- und Wohnstandort im medizinischen Bereich genutzt werden. Nach Ausbau des Glasfasernetzes könnte der Standort auch für digitalbasierte Unternehmen (Start-ups) interessant werden. In jedem Fall setzen wir bei der Nachnutzung auf die Unterstützung des Landkreises.

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