Förderverein möchte am Standort bleiben

Stadt sucht neue Räume für Tafel

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Tafelausgabe.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Die Verwaltung sucht für die Bassumer Tafel nach neuen Räumlichkeiten. Das bestätigte gestern der Erste Stadtrat Norbert Lyko. Die Mitglieder des Fördervereins der Tafel sind darüber nicht glücklich. Sie würden gerne am Standort in Eschenhausen bleiben. Hintergrund der Suche: Die Tafel platzt aus allen Nähten und muss erweitert werden (wir berichteten bereits). Vermieter Horst-Dieter Jobst hatte einen Vorschlag unterbreitet, der, so seine Vermutung, bei der Politik wohl nicht ganz so gut angekommen sei. Jobst möchte zusätzliche Sozialwohnungen bauen. Dafür müsste der Flächennutzungsplan geändert werden – Mischgebiet statt Gewerbegebiet. Denn Wohnungen sind im Gewerbegebiet nicht zugelassen.

Jobst: „Ich hatte gedacht, wir könnten eine leer stehende Halle im hinteren Bereich für die Kleiderkammer und die Tafel umbauen. Oben könnte ich Wohnungen bauen.“ Die Mieteinnahmen für die Wohnungen, so Jobst, hätten den Umbau (geschätzt 450000 Euro) wesentlich schneller amortisiert. Sein Angebot: 650Quadratmeter für 1800 Euro. 600 Euro davon hätte er der Tafel zurück gespendet.

Der Umbau ohne Wohnungen käme zwar günstiger, sei für Jobst aber nicht lukrativ. „Dann müsste ich eine höhere Miete haben“, hat er ausgerechnet und an 3000 Euro gedacht. Wiederum hätte er 600 Euro davon gespendet. „Ich hätte mich auch auf 2500 Euro Miete eingelassen. – Aber die Politik fühlt sich erpresst“, glaubt er. Jobst betont: „Ich verdiene an der Tafel nicht.“ Anfangs hatte er Räumlichkeiten mietfrei zur Verfügung gestellt. Als der Platz zu knapp wurde, stellte er größere Räume zur Verfügung. Derzeit beträgt die Miete 700 Euro. 400 Euro davon spendet Jobst der Tafel. „Das ist für mich eigentlich eine Nullnummer.“

Hartmut Stolte, Vorsitzender des Fördervereins der Tafel, bestätigt die Großzügigkeit seines Vermieters. „Wir möchten uns bei Horst-Dieter bedanken.“ Er würde einen Auszug sehr bedauern. Der Standort sei ideal, auch weil er aufgrund seiner Lage Anonymität gewährleiste. „Das ist für unsere Kunden ganz wichtig.“ Stolte glaubt, dass es eher um die Person Jobst als um die beste Lösung geht.

„Das kann ich natürlich nicht bestätigen“, nimmt Lyko im gemeinsamen Gespräch dazu Stellung. „Die Politik möchte die beste Lösung.“

Die Situation ist die, dass die Kleiderkammer (betrieben von Tafel und Willkommen in Bassum) in den Hallen vorübergehend Sachen untergestellt hat, es aber dafür keine baurechtliche Genehmigung gibt. Aus versicherungstechnischen Gründen nicht hinnehmbar. „Deshalb muss sofort eine Lösung für die Kleiderkammer gefunden werden“, so Lyko. Bis dahin würde ein Container als Aufbewahrung dienen. Da die Zahl der Tafel-Kunden auf 160 Familien angestiegen ist, benötigt das Team ebenfalls mehr Platz. Bevor man nun mit Jobst einen neuen Mietvertrag aushandelt, will man andere Standorte prüfen lassen.

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