Prinzhöfte-Schule feiert 20. Geburtstag / Schulleiter-Entlassung kaum ein Thema

„Flaggschiff der Freinet-Bewegung“

Kinder und Lehrer hatten für das Sommerfest ein umfangreiches Programm ausgearbeitet. - Foto: bt

Bassum - Von Heiner Büntemeyer. Mit einem großen Sommerfest feierte die Prinzhöfteschule am Wochenende ihr 20-jähriges Bestehen. Eltern, Schüler und Lehrer hatten dafür gemeinsam das Programm erarbeitet.

Eine goldene „20“ zierte den Eingang, auf dem Schulgelände waren mittelalterlich gestaltete Zelte und Verkaufsstände errichtet, sämtliche Unterrichtsträume waren geöffnet, Lerngruppen präsentierten die Ergebnisse ihrer Projekte und Workshops.

Der stellvertretende Schulleiter Jens Wessel eröffnete das Fest. Er sei stolz auf die pädagogische Bedeutung der Prinzhöfteschule „als Flaggschiff der Freinet-Bewegung“ und fügte hinzu: „Wir sind der Beweis, dass es mit der Freiheit funktioniert.“

Nur andeutungsweise ging er auf die Entlassung von Schulleiter Alexander Quante ein. Auch in der Vergangenheit habe es stürmische Zeiten gegeben. Es heiße „Kurs optimieren und aus gemachten Fehlern lernen“. Das sei kein Schlingerkurs, schlimm würde es erst, wenn das Schiff steht. Die letzten Tage seien so ein schlimmer Zustand gewesen, aber man sollte jetzt nach vorne schauen.

Über die Historie dieser Schule informierte Ingrid Bähr. Sie erinnerte an deren Gründer in Prinzhöfte. Es sei ein unglaublicher Erfolg, dass aus ihr eine staatlich anerkannte Ersatzschule mit besonderer pädagogischer Bedeutung geworden sei.

„Für das Leben, nicht für die Schule lernen wir“, zitierte stellvertretende Bürgermeisterin Bärbel Ehrich den römischen Philosophen Seneca. Das treffe auf die Prinzhöfteschule in besonderem Maße zu, wo jedes Kind als eigenständige Persönlichkeit akzeptiert wird.

Das Programm bot neben Information viel Musik. Zahlreiche Bands und Gruppen traten an den drei Tagen auf. Slam-Poet Sven Kamin sorgte für grenzenlosen Unfug und Wortakrobatik, Annika Lemke alias „Luna“ stellte einen Hula-Hoop-Workshop vor, und Peter Steinke zeigte ein Filmprojekt.

Es gab Diskussionen über die personelle Situation der Schule, bestätigte eine Mutter: „Weil wir aber Selbstverwaltung gewöhnt sind, läuft das Fest auch ohne Alexander Quante.“ Offiziell gab Norbert Wagner für den Schulvorstand nur ein kurzes Statement ab. Der Prozess, der zur Ablösung des Schulleiters geführt habe, habe ungefähr ein halbes Jahr gedauert. Man sei auf der Suche nach einem Nachfolger. 

Die Prinzhöfteschule sei eine selbst verwaltete Schule. „Das geht nicht immer ganz schmerzfrei ab.“ In einer Vollversammlung sei das Problem diskutiert worden, die Lösung sei von einer großen Mehrheit akzeptiert worden.

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