Firmen ignorieren Befragung

Stadt fragt Bedarf an flexiblen Kita-Betreuungszeiten ab

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Symbolbild

Bassum - Von Frauke Albrecht. Die Stadtverwaltung Bassum möchte dem Wunsch vieler Eltern nach flexibleren Betreuungszeiten in städtischen Kitas nachkommen. Der Ausschuss für Soziales und Familie brachte am Donnerstagabend eine Neuerung auf den Weg: Eltern bekommen die Möglichkeit, den Nachmittagsbereich flexibel zu gestalten.

Das heißt, sie können Zeiten im Rahmen der Öffnungszeiten frei auswählen. Das gilt allerdings erst einmal nur für Eltern, die die Ganztagsbetreuung in Anspruch nehmen. Alles andere sei nicht planbar, hieß es.

Wenige Rückmeldungen enthielten kaum verwertbare Informationen

Wie Erster Stadtrat Norbert Lyko erklärte, war der Entscheidung eine Abfrage vorangegangen. Die Verwaltung hatte die Eltern und mehr als 20 Firmen vor Ort befragt – unter anderem das Krankenhaus, Gewerbebetriebe im Industriegebiet, aber auch Bäcker und andere Handwerksunternehmen.

Überraschenderweise gab es lediglich zwei Rückmeldungen. „Und diese enthielten keinerlei verwertbare Informationen“, so Lyko. Die Verwaltung schlussfolgert daraus, „dass die Mitarbeiter kein gesteigertes Interesse an noch flexibleren Betreuungszeiten haben“.

Blick nach Sulingen und Twistringen

Auch einen Blick in die Nachbarkommunen Twistringen und Sulingen habe die Verwaltung im Vorfeld gewagt und festgestellt, dass die Kitas dort wesentlich flexibler arbeiten. So können Eltern in Twistringen beispielsweise morgens erst entscheiden, ob ihr Kind am Mittagessen teilnehmen soll. In Sulingen können Eltern im Monat Stundenkontingente buchen und diese flexibel einsetzen. Die Kita öffnet dort bereits morgens um 6 Uhr und schließt erst um 19 Uhr – „speziell auf Menschen zugeschnitten, die im Schichtdienst arbeiten“, so Lyko. Er räumte ein, dass dieses Angebot durch die hohe Nachfrage des Unternehmens Lloyd eingerichtet worden sei.

Nach Gesprächen mit den Kita-Leitungen in Bassum sei die Verwaltung zu dem Schluss gekommen, dass derartige Angebote für Bassum nicht infrage kommen, weil sie nicht nachgefragt würden und schwer zu planen seien.

Grüne: Weiter fragen, um das Bewusstsein zu schärfen

Bassum wolle erst einmal einen anderen Weg gehen – die Kernzeiten müssten Eltern wie bisher fest buchen, zusätzlich den Früh- und Spätdienst. Die benötigten Zeiten für den Nachmittag müssten sie ein halbes Jahr vorher benennen. Jede Betreuungsstunde soll gleich teuer sein.

Wünschenswert sei in absehbarer Zeit, in allen Ortschaften die gleichen Betreuungszeiten zu haben – bis 17 Uhr. Bisher sei dies in Neubruchhausen und Bramstedt noch nicht der Fall.

Der Ausschuss stimmte dem Vorschlag der Verwaltung zu. Jonathan Kolschen (SPD) bedauerte die geringe Resonanz der Firmen. „Ich weiß aus vielen Gesprächen mit Mitarbeitern des Krankenhauses, dass es dort sehr wohl eine Nachfrage nach flexiblen Betreuungszeiten gibt.“

Dr. Christiane Weitzel (Grüne) regte an, die Befragung der Firmen fortzuführen. Vielleicht müsse erst einmal das Bewusstsein dafür geschärft werden.

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