„Mahl anders“ im Stift Bassum

Fingerfood, Musik und Luthers Thesen

Isabell von Kameke ist so frei und lädt Besucher für den 2. September zu einer Lesung mit Musik ein. - Foto: Albrecht

Bassum - Von Frauke Albrecht. Vierzehn Frauenklöster und Stifte in Niedersachsen öffnen derzeit ihre Pforten und präsentieren gemeinsam die Veranstaltungsreihe „Mahl anders – begegnen, genießen, hören“. Besucher begegnen klösterlichen Gastgeberinnen, genießen regionale Klosterküche und hören Fachleuten, Musikern und Darstellern zu – die sich allesamt dem Thema „Auf dem Weg, 500 Jahre Reformation“ verschrieben haben. Das Stift Bassum beteiligt sich mit einer Veranstaltung und lädt für den 2. September ab 19 Uhr in den Kapitelsaal ein.

„Ich bin so frei“ lautet der Titel der szenischen Lesung mit Musik. In einer bunten Mischung aus gespielten Szenen, kirchengeschichtlichen Kommentaren und neu arrangierten Chorälen werden biografische Stationen Martin Luthers und die Zeit des reformatorischen Aufbruchs lebendig.

Mitwirkende sind die Schauspieler Martin G. Kuntze und Hanna Legatis sowie Hanna Jursch (Gesang) und Andreas Hülsemann (Piano). „Mit Professor Dr. Thomas Kaufmann ist es gelungen, einen der streitbaren Kenner der Reformationsgeschichte zu gewinnen“, freut sich Äbtissin Isabell von Kameke.

Ihr habe die Kombination zwischen Schauspiel und Musik gut gefallen, erzählt sie, warum sie sich für diese Idee entschieden hat. „Uns wurden von dem Organisationskreis Vorschläge unterbreitet. Wir hätten aber auch selbst etwas erarbeiten können.“ Anfang Juni hatte „Ich bin so frei“ im Kloster Isenhagen „Premiere“. „Es soll sehr gut gewesen sein. Ich freue mich darauf“, so von Kameke.

Ein Novum im Stift: Erstmalig wird es bei einer Veranstaltung etwas zu essen geben. Um die kostbaren Wandbehänge im Kapitelsaal zu schützen, können die Gäste Fingerfood und Getränke bei gutem Wetter im Garten und bei schlechtem Wetter in den Fluren genießen.

Die Karten kosten 27 Euro. Da die Plätze begrenzt sind – mehr als 50 Personen dürfen den Kapitelsaal aus statischen Gründen nicht betreten – hat sich Bassums Äbtissin im Vorfeld nicht auf Reservierungen eingelassen. „Ich hatte bereits vor Wochen Anfragen aus Oldenburg. Aber alle sollen die gleiche Chance haben.“

Die Tickets sind ab Montag bei der KSK Bassum erhältlich unter Telefon 04241 / 933036. Gefördert wird die Veranstaltung von der Klosterkammer Hannover.

Vor drei Jahren entstand die Idee, dass die Klöster und Stifte im Verwaltungsbereich der Klosterkammer Hannover sowie das Kloster Marienberg in Trägerschaft der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz etwas gemeinsam machen, um den 500. Jahrestag der Reformation im Jahr 2017 vorzubereiten.

„Einige Häuser sind mit mehreren Veranstaltungen vertreten. Da wir nicht wussten, ob in diesem Jahr bereits der Umbau der Abtei beginnt, habe ich entschieden, nur eine Veranstaltung anzubieten“, erläutert von Kameke. Doch der Umbau lässt auf sich warten. Von Kameke hat Anträge auf Förderung gestellt. Der Bescheid, ob und in welcher Höhe es EU-Mittel gibt, steht noch aus.

Die Kosten der Baumaßnahme wurden mit knapp einer Million Euro veranschlagt. „Das kann vielleicht sogar etwas mehr werden, weil wir einen ruhenden Hausschwamm haben“, so die Äbtissin. Sie rechnet frühestens Ende des Jahres, eher nächstes Jahr mit dem Förderbescheid.

Ob der Umbau dann ausgerechnet ins Luther-Jahr fällt, bleibt abzuwarten. Nächstes Jahr plant das Stift zusammen mit der Kirche mehrere Veranstaltungen zum 500. Jahrestag der Reformation. Der Kapitelsaal bleibe aber auf jeden Fall weiter begehbar.

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