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Finanzexperte David Nordmann gibt Tipps zum Investieren und Altersvorsorge

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Von: Anika Seebacher

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Konto, Versicherungen und Investitionen: Berufsanfänger haben häufig viele Fragen rund ums erste selbstverdiente Geld. VHS-Dozent David Nordmann gibt im Dschungel der zahlreichen Möglichkeiten wichtige Tipps.
Konto, Versicherungen und Investitionen: Berufsanfänger haben häufig viele Fragen rund ums erste selbstverdiente Geld. VHS-Dozent David Nordmann gibt im Dschungel der zahlreichen Möglichkeiten wichtige Tipps. © Jens Wolf/dpa

Die Volkshochschule lädt zu einem Vortrag zum Basiswissen rund um das eigene Geld ein - und hat vor allem junge Menschen dafür im Visier. Dozent David Nordmann im Interview.

Bassum – David Nordmann ist hauptberuflicher Personal- und Marketingleiter. Aus eigenem Interesse heraus beschäftigt sich der 36-Jährige intensiv mit verschiedenen Geldanlagen. Für ihn sind Finanzen und der verantwortungsvolle Umgang mit Geld wichtig. Das gibt er im Rahmen von Vorträgen weiter, die er als Dozent bei der Volkshochschule anbietet. Im Interview spricht er über Investitionen und Gefahren in der Finanzwelt. Die Fragen stellte Anika Seebacher.

Über Geld spricht man nicht. Herr Nordmann, Sie machen als Dozent bei der Volkshochschule genau das Gegenteil. Warum liegt Ihnen das Thema persönlich am Herzen?

Finanzen kommen viel zu kurz. In der Regel spricht man in unserer Gesellschaft nicht über Geld. Es ist vermeintlich nur ein Thema für Vermögende oder Menschen mit Schulden. Das finde ich grundsätzlich falsch. Vor allem mit Blick auf die Altersvorsorge.

Wie sieht es denn diesbezüglich aktuell aus?

Da brauchen wir uns nichts vorzumachen. Jede Person unter 50 Jahren sollte nicht mehr auf die staatliche Rente bauen. Das war für mich der ausschlaggebende Punkt, mir Gedanken zu machen, was ich mit meinem Geld machen möchte. So habe ich aus persönlichem Interesse heraus angefangen, mich mit dem Bereich Geldanlagen zu beschäftigen. Am Ende stellt sich mir die Frage: Wohin mit meinem Geld?

Das klingt jetzt ein wenig dekadent…

Ich bin kein Multimillionär, Porschefahrer oder so … Aber auch ich musste erkennen, dass mein Geld auf dem Sparbuch nichts mehr bringt.

Warum ist es wichtig, sich rechtzeitig Gedanken über die Altersvorsorge zu machen? Und was bedeutet rechtzeitig?

Aus heutiger Sicht weiß ich, dass ich mir einen Gefallen getan hätte, wenn ich früher mit dem Investieren begonnen hätte. Denn umso eher ich anfange, desto mehr profitiere ich am Ende von der Rendite aus meinem vor vielen Jahren investierten Geld.

Was sollten Berufseinsteiger beachten, um mit ihrem Gehalt ihr Leben bestreiten zu können?

Eine grundlegende Übersicht über die Finanzströme kann nicht schaden, um zu sehen, wie ich über die Runden komme. Man sollte sich einerseits Gedanken über das Einkommen machen, aber auch auf die Ausgaben schauen.

Wo lauern typische Gefahren?

Ein wichtiges Stichwort sind hier auf jeden Fall die Konsumkredite. Davon machen erschreckend viele Menschen Gebrauch. Sie finanzieren den Kühlschrank, den Fernseher, das Auto und vieles mehr auf Kredit. Und dann merken sie, etwa jetzt bei den steigenden Gas- und Strompreisen, dass man sich das Leben nicht mehr leisten kann. Das passiert vermutlich auch so häufig, weil sich viele Menschen mit dem Thema nicht ausreichend beschäftigen.

Wann ist denn der richtige Zeitpunkt, sich Gedanken über die Finanzen zu machen?

Die Jugendlichen in den Schulen sollten sich auf jeden Fall bereits rudimentär mit der Thematik befassen. Spätestens mit dem Berufseinstieg wird es dann ernst. Ich möchte mit dem Kurs für Geld und Finanzen sensibilisieren. Die Abende bieten die Möglichkeit, unverbindlich über Geld zu sprechen – ohne jegliche Verkaufsabsichten.

Haben Sie einen Tipp, mit dem man finanziell gut durch den Alltag kommt?

Ich muss mir stets im Klaren darüber sein, was ich mir leisten kann. Dafür sollte man sich selbst und seinen Lebensstil hinterfragen. Denn am Ende ist es die menschliche Gier, die zu Schulden führt. Wer stets den größten Fernseher, die tollste Reise und immer mehr haben will, gibt am Ende ein Vermögen aus. Das ist ein Punkt, für den ich sensibilisieren möchte.

Welche Zielgruppe sprechen Sie mit Ihrem VHS-Vortrag an?

Es ist jeder gern gesehen. Aber es geht hauptsächlich um langfristige Investitionen, und deshalb kommen in der Regel jüngere Leute, die eine Immobilie finanzieren möchten.

Was erwartet die Teilnehmer des Kurses an den beiden Abenden?

Für mich ist es wichtig, wertfrei über Geld zu sprechen. Ich zeige Möglichkeiten auf und gehe dabei auch auf Risiken ein. Allgemein gesagt, geht es um verschiedene Optionen des Bankings. Wo kann ich überhaupt ein Bankkonto haben? Welche Investments gibt es? Ganz wichtig: Ich gebe keine Empfehlungen.

Wie kann Sparen gelingen?

Das klingt jetzt viel trockener, als es wirklich ist. Man muss stets aufpassen, wie die Ansprüche mit dem Einkommen wachsen. Ich rate zu einem Haushaltsbuch, um zu erkennen, wie viel Geld reinkommt und wie viel wieder raus fließt. Das muss man nicht ein Leben lang führen, aber es ist zwischendurch ganz interessant, sich seine Einnahmen und Ausgaben vor Augen zu führen.

David Nordmann
David Nordmann © privat

Kursangebot

David Nordmanns nächster Vortrag zum Basiswissen ums eigene Geld mit dem Titel „Meine Finanzen und ich – Grundlegendes Wissen über Geld, Kredite und Versicherungen“ findet am 26. und 28. April, jeweils von 18 bis 20.15 Uhr, in der VHS im Petermoor in Bassum statt. Anmeldungen nimmt die VHS unter Telefon 04242/9764444 oder per E-Mail an vhs@vhs-diepholz.de entgegen.

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