Ausschuss empfiehlt Neubau

Feuerwehrhaus in Bramstedt wird teurer als gedacht

Bassum - Uff! Da machten die Mitglieder des Ausschusses für Öffentliche Sicherheit und Ordnung kurz dicke Backen, als der Erste Stadtrat Norbert Lyko ihnen die Summe für das neue Feuerwehrhaus in Bramstedt präsentierte. Denn die fällt höher aus, als angenommen. Von 700.000 Euro ist die Verwaltung ausgegangen. Jetzt stehen 1,208 Millionen auf der Rechnung. Aber die Feuerwehr braucht das neue Gebäude und soll es auch bekommen, darüber gab es keinerlei Diskussionen. Und so empfahlen die Mitglieder einstimmig, die neue Summe in den Haushalt 2020 einzustellen.

„Wir haben versucht, den Mindeststandard umzusetzen“, erläuterte Lyko auf der Sitzung am Mittwoch. Das heißt, die Verwaltung hat geprüft, was wirklich benötigt wird und was nicht. So habe man auch überlegt, welche Einrichtungsgegenstände aus dem bisherigen Feuerwehrhaus in das neue Haus übernommen werden können. Dazu gehört die alte Küchenzeile, die weiter genutzt und nur passend ergänzt wird.

Doch warum ist die Summe dann soviel höher als angenommen? „Ich muss sagen, wir sind etwas blauäugig vorgegangen“, räumte Lyko ein. Man sei von der komfortablen Situation beim Bau des Feuerwehrhauses in Apelstedt ausgegangen. Dort sind die Kosten so niedrig ausgefallen, weil ein Generalunternehmer gefunden wurde, der gemeinsam mit großen Eigenleistungen der Feuerwehrleute den Bau realisieren konnte.

Die jetzige Kostenschätzung für Bramstedt berücksichtigt nicht nur die Tatsache, dass es noch keinen Generalunternehmer gibt, sondern auch erheblich weniger Eigenleistungen. Das bedeutet nicht etwa, dass die Bramstedter Feuerwehrleute keine Lust haben, etwas zu machen. Im Gegenteil, die Brandbekämpfer sind sehr wohl bereit, etwas für ihr neues Haus zu tun. „Das Problem ist, wir müssen Unternehmen finden, die die Gewährleistung für diese eigenen Leistungen – sprich am Ende die Verantwortung – übernehmen“, so Lyko. Hinzu kommen die erheblich gestiegenen Baukosten.

Ein kleines Trostpflaster sei der Blick nach Gessel-Ristedt, wo gerade ein neues Feuerwehrhaus fertiggestellt worden ist. „Würden wir die dort entstandenen Kosten auf das Bramstedter Haus übertragen, wäre von Kosten in Höhe von 1,54 Millionen auszugehen“, so Lyko. „Wir liegen also nicht völlig daneben.“ „Aber zum Jubel reicht’s nicht“, kam ein Kommentar aus dem Ausschuss. Lyko versicherte, das im Ausschreibungsverfahren versucht werde, wieder mit einem Generalunternehmer zusammenzuarbeiten, sofern Kostenvorteile zu erzielen wären.

Ein Abwarten sei aus mehreren Gründen nicht empfehlenswert. Zum einen könnten die Baukosten noch mehr steigen, und durch die wachsende Anzahl von Mitgliedern platzt die Feuerwehr Bramstedt bald aus allen Nähten. Das bestätigte unter anderem Ortsbrandmeister Marco Stöver, der als Zuhörer zu der Sitzung gekommen war. „Wir haben Wartelisten bei der Kinder- und Jugendfeuerwehr.“

Zum anderen ist da auch noch die Krippe, die in das alte Feuerwehrhaus einziehen soll. Lyko stellte den Zeitplan vor: „Wenn alles gut geht, möchten wir im Februar 2020 ausschreiben und Mitte 2020 bauen lassen. Der Bau soll Mitte 2021 fertig sein, damit die Stadt mit dem Bau der Krippe beginnen kann. Diese soll dann 2022 bezugsfähig sein.“

„Es ist schade, dass es so teuer wird, aber schön, dass in Bramstedt dieser Bildungscampus entsteht, wo Grundschule, Kindergarten und Krippe nebeneinanderliegen. Wir müssen das machen“, erklärte Henning Meyer (CDU).

Christiane Weitzel von den Grünen regte noch an, über eine Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach des Feuerwehrhauses nachzudenken, und Carsten Leopold (CDU) schlug vor, auch thermische Kollektoren einzusetzen. Dorit Schlemermeyer von der SPD meinte abschließend: „Auch wenn wir bei der Summe Bauchschmerzen haben – es ist eine Investition für die Zukunft.“

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