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Groß Ringmar muss Personal nachweisen

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Von: Anika Seebacher

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Bramstedt hat seit 2021 bereits ein neues Feuerwehrgerätehaus. Laut Bedarfsplan wäre Groß Ringmar dieses Jahr mit einem Erweiterungsbau an der Reihe. Das Vorhaben wird jedoch erst einmal zurückgestellt.
Bramstedt hat seit 2021 bereits ein neues Feuerwehrgerätehaus. Laut Bedarfsplan wäre Groß Ringmar dieses Jahr mit einem Erweiterungsbau an der Reihe. Das Vorhaben wird jedoch erst einmal zurückgestellt. © Archivfoto: Husmann

Sie löschen Brände, retten Leben und leisten noch vieles mehr. „Die Freiwilligen Feuerwehren sind ein wichtiger Pfeiler in der dörflichen Gemeinschaft“, lobte Norbert Lyko die Ehrenamtlichen, als er im Ausschuss für Öffentliche Sicherheit und Ordnung einen Sachstand zu den Feuerwehren und den Investitionen gab. Bassums Erster Stadtrat machte deutlich, dass man gute Arbeitsbedingungen für das Ehrenamt schaffen müsse.

Welche Maßnahmen bei welcher Ortswehr anstehen, zeigt der Feuerwehrbedarfsplan. „Den arbeiten wir zeitgemäß ab“, resümierte Lyko. „Fast alle Feuerwehrhäuser sind zu klein und wir hatten festgelegt, dass etwas gemacht werden muss“, erinnerte der Erste Stadtrat. Daraufhin habe man eine „vernünftige Reihenfolge für die Baumaßnahmen erstellt“, da es die finanzielle Leistungsfähigkeit der Stadt nicht zulasse, „alles auf einmal zu machen“. Gemäß dieser Auflistung wäre die Ortsfeuerwehr in Groß Ringmar als nächstes an der Reihe – mit einem Erweiterungsbau für das Löschfahrzeug. Jedoch gibt es nun einen Wechsel: Während Groß Ringmar zurückgestellt wird, kann sich die Ortsfeuerwehr Nordwohlde über Pläne für ein Gebäude freuen.

Reicht die Personalstärke in Groß Ringmar?

Hintergrund ist die Frage, ob die personelle Bereitschaft in Groß Ringmar langfristig ausreicht, um die Baumaßnahmen von 230 000 Euro anzugehen. „Ist Groß Ringmar für die Zukunft so ausgestattet, dass man jetzt verlässlich bauen kann?“, fragte Lyko. Das habe er mit dem Stadtbrandmeister und dem Ortskommando diskutiert. Aus Groß Ringmar habe er daraufhin das Signal erhalten, dass man gut gerüstet sei. „Ja, es entwickelt sich, aber man kann dafür noch nicht die Hand ins Feuer legen“, gab Lyko zu bedenken. Deswegen gebe man der Ortsfeuerwehr zwei Jahre Zeit, um ein Wachstum nachzuweisen. Anschließend könne man die Pläne wieder aufnehmen und den Kostenrahmen aktualisieren.

Aufgrund der Wartezeit schreibt die Feuerwehrunfallkasse vor, eine andere Maßnahme vorzuziehen. „Die nächste Feuerwehr ist Nordwohlde, die eigentlich erst zwei Jahre später dran gewesen wäre“, so Lyko. Dort habe man mit einer Architektin einen Plan entworfen, der im Frühjahr konkretisiert werden soll. Bis dahin bringen sich die Baugenehmigungsbehörde sowie die Feuerwehrunfallkasse ein. Im Haushalt wurden 577 000 Euro eingestellt, erklärte Lyko. „Das ist noch nicht die finale Version. Aber es wäre schlimm, wenn wir planen und mit dem Start einen Nachtrag einstellen müssen.“

„Dass ist zwar eine richtige Hausnummer, aber Feuerwehr ist wichtig“, signalisierte Hermuth Straßburg (Bürgerblock) seine Zustimmung. Er fragte sich gleichzeitig, ob die Vorgaben der Feuerwehrunfallkasse möglicherweise die kommunalen Haushalte überfordern. „Wir gucken kritisch drauf. Wenn wir meinen, etwas ist überzogen, dann sprechen wir mit dem Landkreis“, antwortete Bassums Erster Stadtrat.

Kosten in zwei Jahren konkreter planen

André Bartels (CDU) machte indes deutlich, dass er als Ortsvorsteher von Groß Ringmar das Thema grundsätzlich mittrage. Dennoch bleibe für ihn „ein gewisser Beigeschmack“, da in der mittelfristigen Haushaltsplanung Geld für den Bau des Feuerwehrhauses im Ort fehle. „Das löst in unserer Ortswehr natürlich Missmut aus“, so Bartels. Den wolle man nicht schüren, beruhigte Norbert Lyko und verwies auf den Projektierungsbeschluss für 2025. „Dann kann man das alles im Haushalt ganz konkret beschließen.“

Schließlich wurde die Vorlage einstimmig von den Mitgliedern des Fachausschusses genehmigt. Der Feuerwehrbedarfsplan, der in diesem Jahr ausläuft, wird zudem unter Karsten Bödeker als Nachfolger von Norbert Lyko fortgeschrieben. Im weiteren Verlauf müsse man über weitere Fusionen, etwa in Eschenhausen und Albringhausen sowie in Hallstedt und Neubruchhausen, nachdenken.

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