Ausschuss diskutiert Gutachten

Feuerwehr braucht mehr Fahrzeuge und Personal

Bassum - Von Frauke Albrecht. Die gute Nachricht ist: Alle Feuerwehren der Stadt Bassum können noch ihre Tagesverfügbarkeit sicherstellen. Die schlechte: Einigen wird es in Zukunft schwer fallen, diese aufrecht zu erhalten. Ein von der Stadt Bassum beauftragter Gutachter sieht Handlungsbedarf.

Die aus seiner Sicht erforderlichen Maßnahmen stellt er am kommenden Donnerstag, 8. Juni, in der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Sicherheit und Ordnung vor. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Rathaus.

Im April des vergangenen Jahres hatte der Rat der Stadt beschlossen, einen externen Gutachter zu beauftragen, einen Feuerwehrbedarfsplan zu erstellen. Dieser liegt nun vor.

Brandschutzingenieur Manfred Fennen hat in den vergangenen Monaten sämtliche für ihn relevanten Daten erfasst und analysiert und ein 150-seitiges Gutachten erarbeitet, an dessen Ende ein Maßnahmenkatalog für die kommenden fünf Jahre steht. Der Gutachter empfiehlt unter anderem, über Kooperationen nachzudenken. Dabei sei nicht die Auflösung gemeint, sondern die Zusammenlegung mehrerer Feuerwehren an einem Standort, „bei Aufrechterhaltung der Ortsfeuerwehren“, heißt es in dem Schreiben.

Experte rät zu Kooperationen

Fennen wird konkret: Mögliche Kandidaten wären Apelstedt und Nienstedt, eventuell mit Wedehorn.

Fennen betont, dass es keinen Sinn mache, Feuerwehren zur Zusammenarbeit zu zwingen. Er setzt auf Freiwilligkeit.

Dringend empfiehlt der Experte die Anwerbung neuer Mitglieder – auch an Schulen. Dazu braucht es ein Konzept. Auch müssen Mittel im Haushalt bereitgestellt werden. Sinnvoll sei es, an allen Standorten auch Kinder- und Jugendfeuerwehren einzurichten.

Weitere Zielgruppen sollten Frauen, Migranten und ältere Mitbürger sein. Ein Mittel, das Ehrenamt zu würdigen und so für andere interessant zu machen, könne zum Beispiel die mittelfristige Einführung einer Feuerwehr-Rente sein. Das mache allerdings nur flächendeckend auf Landesebene Sinn, so Fennen.

Kostspielig könnte der Maßnahmenkatalog hinsichtlich des Fuhrparks werden – auch da hat Fennen Vorschläge erarbeitet. Bei der Überprüfung des vorhandenen Gefahrenpotenzials kommt der Gutachter zu dem Schluss, dass Bassum ein größeres Fahrzeug (TLF 4000) benötigt. Das hat einen größeren Wassertank und ermöglicht es, direkt Löschschaum zuzumischen – das sei gerade bei Industriebränden unerlässlich.

Verschiebung nach Bramstedt

Das bisherige LF 10 sollte nach Bramstedt verschoben werden. Das Bramstedter Fahrzeug wiederum nach Wedehorn. Fennen rät zudem zu einer Löschwasserbedarfsplanung. Bereits noch für dieses Jahr spricht sich der Experte für die Auslieferung des MLF für Dimhausen, die Untersuchung der vorhandenen Gebäudestruktur und die Erstellung einer Prioritätenliste bezüglich erforderlicher Baumaßnahmen aus. Fennen hat die Feuerwehrhäuser unter die Lupe genommen und einige Mängel festgestellt. So sind unter anderem die Standorte Dimhausen und Neubruchhausen sanierungsbedürftig.

Ein Blick in die Ortschaften hat bei einigen abseits gelegenen Höfen Probleme mit der Löschwasserversorgung offenbart. Zum Teil sind die Hydranten zu weit weg. Auch in diesem Punkt sieht Fennen Handlungsbedarf.

Das Gutachten ist einsehbar auf der Internetseite der Stadt. Wie aus der Vorlage hervorgeht, hat sich die Führungsebene der Feuerwehr bereits mit den Vorschlägen auseinandergesetzt und eine Alternative zum TLF 4000 erarbeitet.

www.bassum.de

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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