Feuertaufe wurde zur kalten Dusche

Kulturprogramm in Bassum fällt flach: Schwere Zeiten für Programm-Beauftragte Claudia Voss

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Eigentlich ist das der Arbeitsplatz von Claudia Voss – doch zurzeit hält sie überwiegend von zuhause aus Kontakt zu Künstlern und hofft, den Bassumern in diesem Jahr noch ein paar Veranstaltungen bieten zu können.

Bassum - Mit Künstlern sprechen, Events planen, sie bewerben und begleiten, immer die Ohren offen halten, was es Neues gibt und überlegen, was den Bassumern gefallen könnte – das war der Job von Bassums Kulturbeauftragter Claudia Voss.

Dieses Jahr sollte so etwas wie ihre Feuertaufe werden, in dem sie den Bürgern ihren ersten Veranstaltungskalender präsentierte. Der war voll mit Events für Klein und Groß, für Musikfreunde und solche, die gerne lachen. Bis zum 1. Juni hatte Voss geplant und war schon sehr gespannt, wie ihre Veranstaltungen angenommen werden würden. Dann kam Corona und alles wurde anders.

„Das war wirklich schade, weil ich ja dieses Jahr durchstarten wollte“, bedauert Voss. Was macht sie jetzt, wo sie durch die Krise mehr oder weniger zum Nichtstun verdammt ist?

„Nachdem wir in den ersten Wochen ja nach und nach alle Veranstaltungen bis Ende August abgesagt und versucht haben, die Informationen sowie Richtlinien für alle Betroffenen zusammenzutragen, und zur Verfügung zu stellen, befinde ich mich gefühlt im Stand-By-Modus“, erklärt Voss, die derzeit wie so viele meist im Homeoffice ist.

Coronavirus bremst geplante Veranstaltungen in Bassum aus

Es mache keinen Sinn, jetzt bereits für September und den Rest des Jahres konkret zu planen. „Dafür sind die Möglichkeiten noch nicht wieder hergestellt, da zur Zeit trotz Lockerungen noch keine Veranstaltungen wieder stattfinden dürfen.“

Einen weiteren Veranstaltungskalender für die zweite Jahreshälfte kann sich Voss also noch nicht vorstellen. Zwar hat sie bereits Ideen für den Rest des Jahres, die sie aber noch nicht öffentlich machen möchte, da alles noch in der Schwebe hängt. „Es wird wohl eher so sein, dass wir versuchen, dann mal etwas spontan zu veranstalten, sofern es die Umstände hergeben. Aber da es bereits hier und da erste Zuckungen im Veranstaltungsbereich gibt, bin ich vorsichtig optimistisch.“

Man kann also sagen, dass Voss mit einem Ohr auf die Entscheidungen der Politik lauscht und mit dem anderen den Künstlern zuhört, mit denen sie weiterhin in regem Kontakt steht. Flexibilität ist das Gebot der Stunde. „Ich habe zum Beispiel mit einem Theater aus Berlin telefoniert, das gerade daran arbeitet, alternative Formate anzubieten. Genauso denke ich darüber nach, was wir vielleicht in Bassum machen könnten. Überall entstehen ja gerade Alternative-Ideen, wie zum Beispiel die Autokinos. Solche Formate zu schaffen, kostet natürlich Zeit und Arbeit. Und dann bleibt die Frage offen, ob die Leute eine Veranstaltung, wo Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden müssen, überhaupt besuchen möchten.“

Kultur in Bassum: Viele Unwägbarkeiten und die Suche nach einem neuen FSJler

Es ist eine Zwickmühle. „Denn man will ja auch den Leuten etwas anbieten und die Künstler unterstützen. Andererseits weiß man nicht, wie es angenommen wird. Es ist einfach unbefriedigend.“ Konkrete Planungen gibt es deswegen derzeit auch dafür nicht. „Auch, weil der Bereich Kultur im Haushalt 2020 der Stadt Bassum nicht das ursprünglich vorgesehene Budget erhält – für mich vollkommen nachvollziehbar“, betont Voss, die ihre freie Zeit auch genutzt, um die Dinge abzuarbeiten, die sonst immer liegen bleiben, wie Abrechnungen, Statistiken, Ablage und so weiter.

Zudem ist sie mit Susanne Vogelberg dabei, einen geeigneten Kandidaten für das FSJ Kultur auszuwählen. „Die Bewerbungsgespräche haben – unter Berücksichtigung der Hygiene- und Abstandsregeln – bereits stattgefunden und wir hoffen, bis Ende Mai jemanden Neues für September zu finden.“

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