JHV der Bassumer Ortswehr:

Kritik an Entschädigungssatzung: „Fehlalarmierungen in Bassum zu preiswert“

Offizielle und Geehrte der Feuerwehr Bassum.
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Offizielle und Geehrte der Feuerwehr Bassum.

Bassum – Ortsbrandmeister Carsten Schwemme hatte in der zweiten Mitgliederversammlung seiner Amtsperiode ein Luxusproblem. Musste er noch im vergangenen Jahr gewichten, was er in den Jahresbericht aufnimmt, damit es nicht zu umfangreich wird, konnte er für 2020 alles aufnehmen, was geschehen ist. Neben den Einsätzen eigentlich nichts. Außer, dass immer mal wieder Dienstanweisungen kamen, die das aktive Leben in der Freiwilligen Feuerwehr „gen Null zurückschraubten“.

Die traditionell für Februar geplante Versammlung durfte pandemiebedingt erst jetzt stattfinden, und zwar nur mit Geimpften, Genesenen und Getesteten. Beschränkt auf das Wesentliche, ohne Catering und Imbiss, lediglich mit Getränken in Flaschen. Auch das sonst übliche anschließende Beisammensein fiel weg. Dennoch war der vom Nordwestdeutschen Schützenbund angemietete Raum mit rund einhundert Personen gut gefüllt.

Bürgermeister Christian Porsch zeigte sich in seinem Grußwort erfreut, dass „einmal wieder eine Präsenzveranstaltung stattfinden kann“. Er betonte den Stellenwert, den die Feuerwehren im Rat der Stadt genießen. Dabei verwies er auch auf den Feuerwehrbedarfsplan, der sich trotz erheblicher finanzieller Aufwendungen in der Umsetzung befindet. „Wir machen viel, verlangen aber auch viel“, bestätigte er den ehrenamtlichen Brandbekämpfern.

Carsten Schwemme blickte auf das Einsatzgeschehen des Jahres 2020 zurück, das pünktlich sechs Minuten nach Mitternacht am 1. Januar begonnen hatte. Obwohl das Jahr noch recht jung war, handelte es sich dabei bereits um den fünften Einsatz im Landkreis Diepholz. Bis zum Jahresende sollten es auch in Bassum 127 Einsätze, mit insgesamt 4 001 Einsatzstunden werden. Mancher Einsatz endete nach kurzer Zeit, einer erst nach rund dreizehn Stunden (Strohmiete an der Harpstedter Straße). Die Einsätze setzen sich zusammen aus 32 Brandeinsätzen, 46 technischen Hilfeleistungen sowie 49 Fehlalarmen. Die Fehlalarme gingen oftmals auf Brandmeldeanlagen in Betrieben und Einrichtungen zurück. Lediglich zwei hatten ihre Ursache in Rauchmeldern, die in Wohnungen installiert waren.

Acht Einsätze absolvierten die Mitglieder im Rahmen der nachbarschaftlichen Löschhilfe außerhalb des Stadtgebietes. Allein für die Fehlalarme verzeichnet die Statistik 35 Einsatzstunden, hochgerechnet auf das eingesetzte Personal insgesamt sogar 592 Stunden.

Jens-Michael Kriegel bemängelte: „Fehlalarmierungen sind in Bassum zu preiswert. Firmen zahlen lieber den Einsatz, als ihre Anlagen vernünftig warten zu lassen.“ Er verband diesen Hinweis mit der Aufforderung an Bassums Ersten Stadtrat Norbert Lyko, über eine Änderung der Entschädigungssatzung nachzudenken.

Carsten Schwemme berichtet, dass das Feuerwehrleben mit einer Dienstanweisung ab 12. März komplett zum Erliegen kam. „Bis auf Einsätze, die wir weiterhin fahren mussten. Dabei stellten wir dann auch schon mal fest, dass mancher Handgriff nicht mehr wie gewohnt ablief. Unsere Aufgabe haben wir dennoch gut gemeistert“, fasste er das Jahr 2020 zusammen.

Der Ortsfeuerwehr Bassum gehörten am Jahresende elf Frauen und 79 Männer in der Einsatzabteilung, 37 Kinder und Jugendliche in der Kinder- und Jugendabteilung, 23 Mitglieder im Jugendspielmannszug sowie 22 Alterskameraden an.

Der Ortsbrandmeister beförderte zusammen mit Stadtbrandmeister Claas Meyer einige Mitglieder der Einsatzabteilung. Johann Peters erfuhr eine besondere Ehrung für mittlerweile 50 Jahre in der Feuerwehr, Bernd Kempe für 40 Jahre. Weitere Mitglieder waren seit 25 Jahren dabei.

Auch Beförderungen standen ebenso wie Wahlen für bestimmte Funktionen auf der Tagesordnung (siehe Kasten). Carsten Schwemme rief dazu auf, „der Kameradschaft eine Chance zu geben, sobald die Pandemie es wieder zulässt“.

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