Experten ziehen Proben aus Löschwasser der GAR

Ist es das Löschwasser oder nicht? Das müssen jetzt Experten klären.
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Ist es das Löschwasser oder nicht? Das müssen jetzt Experten klären.
  • Julia Kreykenbohm
    vonJulia Kreykenbohm
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Bassum – Vergangene Woche haben Mitglieder der Bürgerinitiative für Landschafts- und Umweltschutz Nordwohlde und Fahrenhorst im Eichenwäldchen, das an die Gesellschaft für Abfall und Recycling (GAR) grenzt, eine stinkende Lache entdeckt. Sie sind sicher, dass es sich dabei um das kontaminierte Löschwasser handelt, das bereits bei mehreren Bränden auf dem Recyclinghof zum Einsatz gekommen sein soll. Die Bürgerinitiative meint, dass die GAR es illegal entsorgt hat. Was hat sich seit dem Fund getan?

„Ein anerkanntes Institut wird nun Proben nehmen, sowie Bodenuntersuchungen machen“, erklärt Bernd Reese, Leiter des Gewerbeaufsichtsamtes in Hannover. Aber die Polizei hat doch bereits Proben von der Lache genommen? „Dieser Vorgang muss von Experten übernommen, nach Vorschriften und wissenschaftlichen Standards gemacht werden, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen“, erläutert Reese.

Seine Mitarbeiter waren bereits am Freitag vor Ort, haben mit der GAR, der Polizei und dem Landkreis gesprochen. Details möchte er dazu nicht nennen, um die Ermittlungsarbeit der Polizei nicht zu beeinflussen. „Wir haben uns darauf verständigt, dass die Polizei in diesem Fall die Federführung übernimmt, einen Bericht anfertigt und an die Staatsanwaltschaft schickt. Landkreis und wir treten dahinter zurück“, so Reese.

Der Behördenleiter zeichnet ein vorsichtiges Bild, was in dem Eichenwäldchen passiert sein könnte: „Die GAR hat das kontaminierte Wasser aus dem Löschteich in einen Behälter gepumpt, damit es entsorgt werden kann. Unsere Mitarbeiter haben diese Behälter mit Inhalt auch gesehen. Ob es sich dabei wirklich um das besagte Löschwasser handelt, müssen die Wissenschaftler herausfinden, die davon Proben nehmen werden.“

Danach habe die GAR den Löschteich mit Frischwasser aufgefüllt. Anschließend hätten die Mitarbeiter einen Teil des Wassers wieder abgepumpt, weil sie noch einen Schacht inspizieren wollten, der etwas unterhalb der Wasseroberfläche liegt. Und dieser abgepumpte Teil wäre dann die Lache, die die Initiative entdeckt hat.

Woher kommt dann der starke Schaum? „Am Rand des Teiches waren noch Anhaftungen, die sich mit dem frischen Wasser vermischt haben.“ Reese betont erneut: „All das ist nur eine Vermutung. Was wirklich passiert ist, wissen wir erst, wenn die Ergebnisse der Analysen auf dem Tisch liegen, was einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Die Experten werden nicht nur Proben des Löschwassers in dem Behälter ziehen, sondern auch von dem aufgefüllten Frischwasser im Teich, um herauszufinden, welche Flüssigkeit auf dem Waldboden entdeckt wurde.“

Aber werden nicht Beweise verfälscht, wenn die Lache erst jetzt beprobt wird? Reese verneint: „Der Waldboden nimmt ja alles auf, und auch von ihm werden die Experten sicherlich mehrere Proben nehmen.“ Fakt sei, dass die GAR verpflichtet ist, nach jedem Brand das kontaminierte Wasser zu entsorgen und diesen Vorgang zu dokumentieren. Das Gewerbeaufsichtsamt kann sich diese Dokumente zeigen lassen. Von der Entsorgung des Löschwassers nach dem jüngsten Brand habe es noch keine Aufzeichnungen gegeben, da die Behälter – so zumindest der Anschein – sich noch auf dem Gelände der GAR befinden.

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