Rea und Heinrich Heitböhn aus Albringhausen feiern heute ihre diamantene Hochzeit

Essen im Familienkreis statt rauschende Party

Ein gutes Team: Rea und Heinrich Heitböhn aus Albringhausen.
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Ein gutes Team: Rea und Heinrich Heitböhn aus Albringhausen.

Albringhausen – Ein bisschen traurig sind Rea und Heinrich Heitböhn am heutigen Donnerstag schon, obwohl dieser Tag nun wahrlich ein Freudentag ist. Denn sie feiern das Fest der diamantenen Hochzeit. „Und das schaffen nicht viele“, sagt der Albringhauser mit Stolz. Dennoch liegt ein kleiner Schatten über dem Paar. Denn es wird kein rauschendes Fest mit Freunden und Nachbarn geben, sondern nur mit der Familie. Die Party musste wegen Corona abgesagt werden. „Dabei waren die Karten schon gedruckt.“

Die Absage haben sie immer wieder hinausgezögert – gehofft, dass es doch Lockerungen gibt, die ein Zusammensein ermöglichen. Irgendwann haben sie das Fest abgeblasen. „Damals hieß es, dass wir nur mit 50 Personen feiern dürfen“, erinnert sich die 80-Jährige. Bei einer echten Landhochzeit kommt schnell die doppelte Gästezahl zusammen. Mindestens. „Und wem wollen sie absagen? Wer darf kommen, wer nicht? Das geht nicht.“

So hätten sie sich entschieden, die Karten nicht abzuschicken und dem Wirt abzusagen. „Nun wird es ein Essen mit der Familie geben.“ – Ohne Tanz. „Schade“, wo Heinrich Heitböhn doch früher ein so guter Tänzer gewesen sei, schwärmt seine Frau. Beim Tanzen haben sie sich auch kennengelernt. Es war 1957 – Weihnachtsball bei Puvogel in Ochtmannien. Am ersten Abend wurde nur getanzt, am nächsten Abend waren sie bereits ein Paar. Zwei Jahre später standen die beiden vor dem Traualtar.

Es folgten 60 aufregende Jahre mit Höhen und Tiefen – mit viel Arbeit, aber auch mit Freude und Vergnügen. Heinrich Heitböhn baute die Firma seines Vaters in Albringhausen konsequent aus, währenddessen kümmerte sich seine Frau um Haus und Familie.

Das Paar hat fünf Kinder – Heiko, Birgit, Uwe, Klaus und Claudia – und freut sich mittlerweile über die beiden Enkel Max und Luka.

Stolz sind sie darauf, dass sich die gesamte Familie sehr gut versteht. „Es gibt keinen Streit. Jeder akzeptiert den anderen“, sagt Heinrich. Die meisten wohnen in der näheren Umgebung, einige sogar im Haus, aber in getrennten Wohnungen. „Das funktioniert, weil wir uns nicht in alles einmischen. Man muss auch mal einfach den Mund halten und die Kinder ihr eigenes Leben leben lassen.“ Scheint gut zu funktionieren.

Sohn Uwe hat mittlerweile die Firma übernommen – der Vater hilft, wenn er darf immer noch mit. „So lange wir noch fit sind...“ Er habe sich anfangs ein bisschen schwergetan mit dem Rentnerdasein. Vor allem, weil er nur aus dem Fenster gucken muss und schon mittendrin im Firmengeschehen ist. Doch mittlerweile kann er das ganz gut, freut sich aber auch, wenn er helfen darf. „Ich kann ja nicht die ganze Zeit die Hände in den Schoß legen.“ Und Gartenarbeit findet er „sinnlos“. Im Gegensatz zu seiner Frau, die den großen Garten liebt und dort gerne Zeit verbringt. Bevor Heinrich allerdings Unkraut zupft, schnappt er sich lieber den Familienhund und geht spazieren oder bringt ihm Tricks bei. „Der ist schlau“, sagt er.

Das Paar fährt auch immer noch gern aus – nicht mehr so weit wie früher. Aber Tagesausflüge gehen schon noch. „Gerade gestern waren wir im Alten Land Kirschen holen“, erzählt Rea.

Sie würde auch gern noch einmal nach Tirol fahren. „Wir mögen die Berge so gern.“ Aber das sei ihrem Mann zu weit. Langeweile kommt trotzdem nicht auf. Da ist schließlich auch der Haushalt, den sie manage. „Und ich helfe mit“, wirft ihr Mann ein. „Stimmt“, strahlt Rea. Ihr Heinrich übernehme oft die Schnibbelarbeiten. „Und ich mache Frühstück und Abendbrot.“ Die beiden sind ein gutes Team.

Was sie vermissen, sind ihre Freunde. Sie sind immer sehr gesellig gewesen. Heinrich singt sonst im Männergesangverein Liedertafel. Doch die Chorproben fallen, wie so vieles derzeit, unter den Tisch. Gesungen wird heute aber bestimmt trotzdem: „Hoch sollen sie leben.“

Von Frauke Albrecht

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