Bürger trennen Abfall bereits sorgfältig

Es geht noch besser

Andreas Nieweler
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Andreas Nieweler

Landkreis Diepholz – Deutlich zu viel Müll falsch sortiert? Nicht im Landkreis Diepholz: „Wir sind mit unseren Bürgern zufrieden“, sagt Andreas Nieweler als Geschäftsführer der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) – und fügt hinzu: „Es geht natürlich immer noch besser. Das ist eine Daueraufgabe.“ Aber besonders bei Grundstücksbesitzern, die ihre eigenen Abfallbehälter haben, sei die Identifikation mit der Abfalltrennung sehr hoch. Bei Besitzern von Einfamilienhäusern könne man fast schon von einem „Idealzustand“ sprechen, so Andreas Nieweler.

Aber: „Je größer die Wohneinheiten, desto schlechter die getrennte Entsorgung“, so die Erfahrung bei der AWG. Unabhängig davon immer wieder ein Problem: Plastiktüten in der Bio-Tonne. Auf 100 Kilogramm Biomasse kommen 1,5 Kilo Störstoffe, hat die AWG ermittelt. In der Regel sind es Plastiktüten, die Bürger mit den Küchenabfällen in der Biotonne mitentsorgt haben.

Genau das erschwert die Weiterverarbeitung des Bioabfalls. Daraus entsteht zunächst Biogas, bevor der Rest zu Kompost verarbeitet wird. Das Plastik muss zuvor mühsam entfernt werden. Zwar verwenden Bürger nach den Erfahrungen der AWG zunehmend biologisch abbaubare Tüten. „Aber das kann unsere Siebanlage nicht von normalen Kunststoffen unterscheiden“, so der AWG-Geschäftsführer. Deshalb landen am Ende alle Fremdstoffe im Restmüll. Verarbeiten kann die Kompostieranlage jedoch Zeitungspapier, in das einige Bürger ihre Bioabfälle hüllen – ebenso Abfalltüten aus Papier.

Laut Bundesumweltamt landen in den Restabfallbehältern bis zu 40 Prozent Bioabfälle, besonders in großen Städten. Wie viele sind es im Landkreis Diepholz? „Etwa 25 bis 30 Prozent“, antwortet Andreas Nieweler, „aber darunter sind manchmal auch Holzstücke“. Ein gravierendes Problem ist das bei der AWG nicht: Sie hat auch vor die Restabfallbehandlungs-Anlage RABA die Biogas-Gewinnung geschaltet. Gleichwohl gehören Bioabfälle in die braune Tonne. Die füllen die Bürger im Landkreis Diepholz überdurchschnittlich gut: Pro Jahr und Einwohner, so Andreas Nieweler, beträgt das Aufkommen an Biomasse 220 Kilogramm. Bundesweit sind es nur 125 Kilogramm pro Einwohner. ANKE SEIDEL

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